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Präzisionslandwirtschaft: Den Boden für eine neue Revolution in der Landwirtschaft bereiten

Präzisionsanbautechniken ermöglichen es der EU, die landwirtschaftliche Produktion zu erhöhen und gleichzeitig die Nachhaltigkeit des europäischen Agrar- und Nahrungsmittelsektors zu gewährleisten. Daher hat die EU modernste Forschungsvorhaben und Innovationen in Form einer Reihe spannender Lösungen unterstützt, die alle Möglichkeiten dessen nutzen werden, was die wahre landwirtschaftliche Revolution des 21. Jahrhunderts zu werden verspricht.
Präzisionslandwirtschaft: Den Boden für eine neue Revolution in der Landwirtschaft bereiten
Präzisionslandwirtschaft besitzt das Potenzial, zu dem allgemeineren Ziel der Befriedigung der steigenden Nachfrage nach Nahrungsmitteln beizutragen und gleichzeitig die Nachhaltigkeit der Primärproduktion zu sichern, wobei man sich dabei auf einen präziseren und ressourceneffizienteren Ansatz für das Produktionsmanagement stützt. Dabei geht es im Wesentlichen darum, „mehr mit weniger zu produzieren“. Angesichts der explosionsartigen technischen Entwicklungen in der digitalen Revolution mit Schwerpunkten wie etwa Big Data und „Internet der Dinge“ haben sich auch zahlreiche Türen für die Weiterentwicklung von Verfahren für die Präzisionslandwirtschaft eröffnet.

Heutzutage sind 70 bis 80 % der neuen landwirtschaftlichen Geräte auf die eine oder andere Weise mit einer Komponente der Präzisionslandwirtschaft ausgestattet. Diese Technologien finden sich auf allen vier Stufen des Anbauzyklus (Bodenvorbereitung, Saatgut, Pflanzenmanagement und Ernte). Allerdings ist es nicht nur die Getreide- und Obstbauwirtschaft, die profitiert hat - auch Landwirte, die in der Viehzucht tätig sind, erleben die positiven Vorteile der Präzisionslandwirtschaftstechnologien.

Ökonomische und ökologische Vorteile

Die Europäische Kommission hat sich sehr darum bemüht, Techniken der Präzisionslandwirtschaft zu fördern und die Finanzierung neuer Investitionen sowohl durch die Programme RP7 als auch Horizont 2020 bereitgestellt. Damit soll sichergestellt werden, dass die Landwirte nicht nur in der Lage sind, die Kosten ohne Produktionssenkung in wirksamer Weise zu senken, sondern es soll auch die Möglichkeit einer deutlichen Ertragssteigerung geboten werden, wodurch den lokalen Wirtschaften ein noch stärkerer Aufschwung verliehen wird.

Neben den ökonomischen Erwägungen verspricht die Präzisionslandwirtschaft auch erhebliche ökologische Vorteile, da sie als Mittel angesehen wird, den Agrar- und Nahrungsmittelsektor Europas langfristig nachhaltiger zu machen, was vor allem im Hinblick auf die Verringerung des Einsatzes von Agrochemikalien wie etwa Pestiziden gilt. Solche Umweltvorteile werden auch in die viel größeren umweltpolitischen Ambitionen der EU wie etwa die strengen Zielvorgaben einfließen, die im Pariser Klimaschutzabkommen vorgesehen sind.

Innovative EU-Forschung vorstellen

Dieses CORDIS Results Pack stellt Ihnen 13 EU-finanzierte Projekte vor, die an der Spitze der Revolution in der Präzisionslandwirtschaft stehen.Mehrere präsentierte Initiativen, darunter ECHORD PLUS PLUS (über seine dedizierten Teilprojekte GAROTICS und MARS), SWEEPER und VINEROBOT, haben sich auf die Entwicklung von fortschrittlichen Robotiklösungen konzentriert, die direkt auf Feldern und in Gewächshäusern eingesetzt werden, um die Beurteilung und die Ernte der Pflanzen effizienter und weniger arbeitsintensiv zu gestalten.

Weitere Projekte konzentrierten sich auf modernste Sensorsysteme, die in der Lage sind, landwirtschaftliche Daten zu überwachen und zu analysieren. Insbesondere hat das Projekt FIGARO einen komplexen Satz von Sensoren entwickelt, der das Bewässerungsmanagement für bewässerungsintensive Kulturen wesentlich verbessert. Das Projekt SYMPHONY hat ein Frühwarnsystem entwickelt, mit dem das Vorhandensein von Toxinen in Milch schnell nachgewiesen werden kann und das eine enorme Hilfe für die Milchbauern sein dürfte.

Die Entwicklung von innovativen Apps und offenen IKT-Plattformen, die Landwirte beraten, informieren und unterstützen sowie die aktive Zusammenarbeit zwischen den Nutzern fördern sollen, war primäres Ziel einer weiteren Gruppe von Projekten.

Das Projekt AGROIT hat eine solche offene Plattform implementiert, die die Leistungsfähigkeit moderner Smartphones und der App-Wirtschaft nutzt. Mittlerweile hat das Projekt FOODIE eine Cloud-basierte Plattform eingerichtet, um sowohl räumliche als auch nichträumliche landwirtschaftliche Daten bereitzustellen, während das Projekt AUDITOR ein flächengestütztes GNSS-Augmentationssystem entwickelt hat, das in der Lage ist, leistungsstarke und kostengünstige Dienstleistungen und Anwendungen für Landwirte zu liefern.
2017-09-01
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Damit die europäische Landwirtschaft wettbewerbsfähig bleibt, engagierte sich das EU-finanzierte Projekt ICT-AGRI 2 für die Verbesserung und erweiterten Nutzung von IKT und Robotik.
2017-09-01
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2017-09-01
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2017-09-01
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2017-09-01
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Ein guter Wein braucht Zeit – und gute Trauben müssen mit zuverlässigen Mitteln ständig überprüft werden. Da es bislang noch keine andere Möglichkeit gibt, als Trauben zu...
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