In einer offenen globalen Wirtschaft hängt die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen von ihrer Fähigkeit ab, hochwertige Erzeugnisse und Dienstleistungen zu produzieren. Die Verlagerung auf ein innovationsgestütztes Wachstum steht daher im Mittelpunkt der erneuerten Lissabon-Agenda, der Antwort der EU auf die Globalisierung. Im Juni 2010 billigten die Staats- und Regierungschefs der EU die Strategie „Europa 2020“, die die europäische Wirtschaft neu beleben soll. Kernstück von „Europa 2020“ ist die Überzeugung, dass wir FuE und Innovation benötigen, um intelligentes, nachhaltiges Wachstum zu schaffen und Europa aus der aktuellen Wirtschaftskrise zu führen.
Forschung und Innovation können außerdem Lösungen bieten, mit denen die großen Herausforderungen überwunden werden können, denen unser Kontinent und der Rest der Welt gegenüberstehen, Herausforderungen wie die Energiesicherheit, der Klimawandel, die Umweltzerstörung, der Ausschluss benachteiligter Gruppen, eine alternde Bevölkerung, globale Gesundheitsrisiken sowie demografische Entwicklungen.
Die Europäische Union verfügt über fünf zentrale Finanzierungsmöglichkeiten zur Unterstützung von Forschung und Innovation: das Forschungsrahmenprogramm, das Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation, den Strukturfonds und den Kohäsionsfonds innerhalb der Kohäsionspolitik; den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums und den Europäischen Fischereifonds mit der Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums und der Gemeinsamen Fischereipolitik.
Im Jahr 2007 veröffentlichte die Europäische Kommission ihre Ideen zum Thema „Wettbewerbsfähige europäische Regionen durch Forschung und Innovation“;1 und forderte die Mitgliedstaaten und die Regionen auf, die verfügbaren Finanzierungsinstrumente effizienter zu nutzen. Die erste Ausgabe des Leitfadens stammt aus dem Jahr 2008 und enthielt eine prägnante Beschreibung der Hauptfinanzierungsquellen auf dem Gebiet von Forschung und Innovation. Es wurde erklärt, wie sie in der Praxis kombiniert werden können, und politische Entscheidungsträgern erhielten Ratschläge an die Hand, um ihnen beim Aufbau von Mechanismen auf nationaler und regionaler Ebene für die Förderung eines koordinierten Zugangs zu den Quellen zu helfen.
Der Rat Wettbewerbsfähigkeit forderte die Europäische Kommission dazu auf, in dieser Richtung fortzufahren, insbesondere durch Verbesserung, Aktualisierung und Erweiterung des Anwendungsbereichs des existierenden Leitfadens, einschließlich der Modernisierung des Leitfadens als umfassendes internetbasiertes Portal für Forschung und Innovation. Wir freuen uns, Ihnen nun diese überarbeitete Version des Leitfadens präsentieren zu können.
Diese neue Ausgabe enthält einen vollständigen, aktuellen Überblick über die drei Finanzierungsquellen, die im ursprünglichen Leitfaden beschrieben wurden (7. Forschungsrahmenprogramm, Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation sowie Strukturfonds), ergänzt um Informationen zu dem Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums und dem Europäischen Fischereifonds. Außerdem konzentriert sie sich auf weitere Finanzierungsmöglichkeiten im Bereich von Forschung und Innovation. Sie enthält Informationen zu dem Programm „Lebenslanges Lernen“ und zu internationaler Zusammenarbeit im Bildungsbereich sowie zu LIFE + im Bereich Umwelt. Außerdem werden Finanzierungsmöglichkeiten für Forschung und Innovation beschrieben, die im Rahmen des Heranführungsinstruments und des Europäischen Nachbarschafts- und Partnerschaftsinstruments Ländern und Gebieten außerhalb der Europäischen Union offenstehen.
Der neue Leitfaden wurde mit der vollen Kooperation und Unterstützung unserer Kommissionskollegen Vizepräsident Siim Kallas (Verkehr), Vizepräsidentin Neelie Kroes (Digitale Agenda), László Andor (Beschäftigung, Soziales und Integration), Dacian Cioloş (Landwirtschaft und ländliche Entwicklung), Maria Damanaki (Maritime Angelegenheiten und Fischerei), Günther Oettinger (Energie), Olli Rehn (Wirtschaft und Währung, Euro), Androulla Vassiliou (Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend), Janez Potočnik (Umwelt), Štefan Füle (Erweiterung und Europäische Nachbarschaftspolitik) und Andris Piebalgs (Entwicklung und Zusammenarbeit – EuropAid) erstellt, die gemeinsam mit uns für die von diesem Leitfaden abgedeckten Finanzierungsinstrumente verantwortlich sind.
Sein Ziel besteht darin, potenziellen Empfängern von EU-Fördermitteln für Forschung und Innovation die praktischen Informationen zu liefern, die sie für den Zugriff auf diese Finanzierung benötigen. Außerdem gibt er Entscheidungsträgern einen Überblick über die bis 2013 verfügbaren Finanzierungsmöglichkeiten. Die Komplexität der gegenwärtigen Strukturen hat uns zu dem Vorschlag veranlasst, sämtliche Finanzinstrumente für Forschung und Innovation in einem gemeinsamen strategischen Rahmenwerk unter dem zukünftigen mehrjährigen Finanzrahmen zusammenzufassen. Mit Hilfe gemeinsamer vereinfachter Regeln und Verfahren sowie einer Reihe von Finanzierungsinstrumenten ermöglicht er die effektivere Nutzung der EU-Finanzmittel und einen Ausbau ihrer Reichweite bei gleichzeitig einfacherem Zugang für die Antragsteller. Die gemeinsame Strategie für die EU-Finanzierung von Forschung und Innovation ermöglicht uns zusammen mit den überarbeiteten Strukturfonds eine schnelle Umsetzung der Strategie „Europa 2020“.
| Máire Geoghegan-Quinn | Johannes Hahn | Antonio Tajani |
| Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft |
Kommissar für Regionalpolitik |
Vizepräsident, Kommissar für Unternehmen und Industrie |
Wettbewerbsfähige europäische Regionen durch Forschung und Innovation KOM (2007) 474 vom 16.8.2007
Letzte Aktualisierung: 2012-07-27