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Siebtes Rahmenprogramm (RP7)

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Was ist das RP7?

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die FAQ zum RP7 wurden im Rahmen der Vorbereitung des Siebten Rahmenprogramms (RP7) entworfen und ausgeführt. Die Antworten basieren auf dem geänderten Vorschlag der Kommission an den Rat und das Parlament vom Juni 2006 [PDF] und anderen offiziellen Dokumenten, die seitdem veröffentlicht wurden. Weitere Informationen werden auf dieser Seite veröffentlicht, sobald sie vorliegen.


Was ist das RP7?

‚Rahmenprogramme‘ (RP) waren bisher die wichtigsten Finanzierungsinstrumente, mit denen die Europäische Union Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in fast allen wissenschaftlichen Disziplinen fördert. Rahmenprogramme werden von der Europäische Kommission vorgeschlagen und vom Rat und dem Europäischen Parlament nach einem gemeinsamen Beschlussverfahren genehmigt ( siehe RP7-Genehmigungsverfahren ).

Seit 1984 werden Rahmenprogramme durchgeführt. Sie decken jeweils einen Fünfjahreszeitraum ab, wobei sich das letzte Jahr eines RP mit dem ersten Jahr des folgenden überlappen. Das laufende Rahmenprogramm ist das RP6 und läuft Ende 2006 aus.

Für das Siebte Rahmenprogramm wurde allerdings eine Laufzeit von sieben Jahren vorgeschlagen. Es wird zum 1. Januar 2007 in Kraft treten und im Jahr 2013 auslaufen. Dieses Rahmenprogramm baut im Hinblick auf die Schaffung eines Europäischen Forschungsraums auf den Erfolgen des vorhergehenden Programms auf und strebt eine wissensgestützte europäische Wirtschaft und Gesellschaft an.

Wie hoch ist das Gesamtbudget des RP7?

In den geänderten Vorschlägen für das Siebte Rahmenprogramm der Kommission wurde empfohlen, dass der maximale Gesamtbetrag für die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft am siebten Rahmenprogramm der Europäischen Kommission bei 50 521 Millionen Euro für den Zeitraum 2007-2013 liegen sollte. Für Aktivitäten im Bereich der Nuklearforschung und Ausbildung, die unter dem Euratomvertrag ausgeführt werden, sind 2 751 Millionen Euro für den Zeitraum 2007-2011 vorgesehen.

Besuchen Sie die Seite „Budget“ , um die Beträge und Mittelverteilung, die in dem Vorschlag der Kommission aus dem Jahr 2005, dem abgeänderten Vorschlag vom Juni 2006 und in der politischen Einigung des Rats vom Juli 2006 aufgeführt werden, miteinander zu vergleichen.

Wie funktioniert das Rahmenprogramm?

CORDIS News hat in einer Interviewreihe mit Menschen, die im 6. Rahmenprogramm arbeiten und für die Entwicklung des 7. Rahmenprogramms verantwortlich sind, untersucht, wie Forschungsideen zunächst entstehen, wie Rahmenprogramme angenommen, wie Zeitpläne für Aufrufe aufgestellt, wie Vorschläge bewertet werden und wie die Kommission entscheidet, wer gefördert werden soll. Lesen Sie mehr unter:

Forschung erkunden - wie das Rahmenprogramm funktioniert Teil 1

Forschung erkunden - wie das Rahmenprogramm funktioniert Teil 2

Wer entscheidet darüber, welche Bereiche im Rahmen von RP7 gefördert werden und auf welcher Grundlage?

Während der Vorbereitung der aktuellen Vorschläge hat die Kommission die Ansichten berücksichtigt, die im Laufe einer breit angelegten Konsultation mit anderen EU-Institutionen, insbesondere dem Europäischen Parlament und den EU-Mitgliedstaaten geäußert wurden, sowie von der Wissenschaftlergemeinde, der Industrie und allen Interessengruppen der europäischen Forschung. Die Ergebnisse dieser ‚ Stakeholder-Konsultation ‘ sind im „Statistischen Überblick über die Ergebnisse und Bericht über die Ergebnisse der Konsultation“ einzusehen. Dieser Dienst enthält auch einen Abschnitt zur politischen Debatte zum RP7 .

Die Vorschläge stützen sich auch auf eine tiefgehende Folgenabschätzung . Hierbei wurden Beiträge von Interessengruppen, interne und externe Bewertungen und sonstige Studien sowie Beiträge anerkannter europäischer Experten auf dem Gebiet der Bewertung und Folgenabschätzung berücksichtigt.

Wie wird das RP7 strukturiert sein?

Der Teil des 7. Rahmenprogramms, der der Europäischen Gemeinschaft zuzuordnen ist, teilt sich in vier Programme auf, die den vier grundlegenden Säulen der europäischen Forschung entsprechen:

  • „Zusammenarbeit“
    Gefördert wird die gesamte Palette der in grenzüberschreitender Zusammenarbeit durchgeführten Forschungsmaßnahmen: angefangen bei Verbundprojekten und Verbundnetzen bis hin zur Koordinierung von nationalen Forschungsprogrammen. Die internationale Zusammenarbeit zwischen der EU und Drittländern bildet einen integralen Bestandteil dieses Maßnahmenbereichs. Diese Maßnahme wird von der Industrie angeregt und teilt sich in vier Unterprogramme auf:
  • Verbundforschung wird den größten Teil und das Kernstück der EU-Forschungsförderung ausmachen;
  • gemeinsame Technologieinitiativen werden hauptsächlich auf der Grundlage der von den Europäischen Technologieplattformen unternommenen Arbeiten gegründet;
  • Koordinierung von Forschungsprogrammen außerhalb des Gemeinschaftsrahmens;
  • Internationale Zusammenarbeit.
  • „Ideen“
    Mit diesem Programm werden Dynamik, Kreativität und Exzellenz der europäischen Pionierforschung in allen wissenschaftlichen und technologischen Bereichen gestärkt. Dies schließt Ingenieur-, Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften mit ein. Diese Maßnahme untersteht der Aufsicht eines Europäischen Forschungsrates.
  • „Menschen“
    Die quantitative und qualitative Stärkung des europäischen Humanpotenzials im Bereich Forschung und Technologie in Europa durch den Einsatz einer Reihe kohärenter Marie-Curie-Maßnahmen .
  • „Kapazitäten“
    Ziel dieser Maßnahme ist es, Forschungsinfrastrukturen, Forschung zugunsten von KMU und das Forschungspotenzial europäischer Regionen (wissensorientierte Regionen) zu unterstützen, die Ausschöpfung des kompletten Forschungspotenzials (Konvergenzregionen) einer erweiterten Europäischen Union anzutreiben sowie eine wirksame und demokratische wissensbasierte Gesellschaft in Europa aufzubauen.

Jedes einzelne Programm wird Gegenstand eines „spezifischen Programms“ sein. Zusätzlich wird es ein ‚spezifisches Programm‘ für die Gemeinsame Forschungsstelle (Aktivitäten außerhalb des Nuklearbereichs) und eines für Nukleare Forschung und Ausbildungsmaßnahmen im Rahmen von Euratom geben.

Welche Themenbereiche wurden für das RP7 festgelegt?

Das RP7 zeichnet sich durch eine starke Kontinuität mit Elementen seines Vorgängers aus, vor allem im Hinblick auf die Themenbereiche des Programms „Zusammenarbeit“. Die in diesem Programm festgelegten Themen entsprechen den wichtigsten aktuellen Wissens- und Technologiefeldern, in denen Forschung gefördert und gestärkt werden muss, um die Herausforderungen Europas im Hinblick auf Gesellschaft, Wirtschaft, Umwelt und Industrie zu bewältigen.
Der Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung ist übergeordnetes Ziel.
In folgenden zehn Themenbereichen werden EU-Maßnahmen vorgeschlagen:

Zusätzlich werden zwei Themenbereiche durch das Euratom Rahmenprogramm abgedeckt:
- Fusionsforschung
- Kernspaltung und Strahlenschutz
Im Fall von bestimmten industrierelevanten Themen wurden die Inhalte unter anderem auch aus den Arbeiten verschiedener „Europäischer Technologieplattformen“ herausgegriffen.

Welche Unterschiede bestehen zwischen dem RP7 und seinen Vorgängern?

Obwohl das siebte Rahmenprogramm auf seinen Vorgängern aufbaut, wird es nicht einfach nur ein „weiteres Rahmenprogramm“ sein. Inhalt, Aufbau, Umsetzung und Verwaltung sind so konzipiert, dass sie einen zentralen Beitrag zur neu belebten Lissabonner Strategie leisten.
Zu den neuen Elementen im RP7 gehören:
- Schwerpunktbildung nach Forschungsthemen anstelle von „Instrumenten“
- erhebliche Vereinfachung der Arbeitsweise
- Schwerpunkt auf der Entwicklung von Forschung, die auf die Bedürfnisse der Industrie zugeschnitten ist. Dies soll über Technologieplattformen und die neuen gemeinsamen Technologieinitiativen erfolgen.
- Einrichtung eines Europäischen Forschungsrates , mit dem europäische Spitzenforschung gefördert wird.
- Integration der internationalen Zusammenarbeit in alle vier Programme
- Schaffung wissensorientierter Regionen
- Fazilität zur Finanzierung auf Risikoteilungsbasis , mit der private Forschungsinvestitionen unterstützt werden sollen.

Was sind die nächsten Schritte?

Das RP7 wurde bereits im April 2005 vorgestellt und befindet sich im Endstadium des politischen Verfahrens ( gemeinsamer Beschluss ) zur Genehmigung. Am 24. Juli wurde vom Rat eine politische Einigung zum Siebten Rahmenprogramm [PDF] erzielt, wodurch Hindernisse auf dem Weg zum RP7 beseitigt wurden. Der Beschluss machte den Weg frei für eine zweite Lesung beim Europäischen Parlament zur Annahme der Vorschläge zum RP7 im November, zeitplanmäßig, um das Programm am 1. Januar 2007 zu starten. Die endgültige Verabschiedung des 7. Rahmenprogramms durch den Ministerrat ist für Mitte Dezember geplant. Erste Aufrufe werden bereits am 22. Dezember 2006 veröffentlicht.

Wie und wann kann ich mich als unabhängiger Sachverständiger für das RP7 anmelden?

Die Europäische Kommission wird mit eingetragenen Sachverständigen des 6. Rahmenprogramms Kontakt aufnehmen und deren Daten in die Gutachterdatenbank des RP7 übertragen.

Jetzt können Sie sich über Teilnehmerportals als RP7-Experte registrieren .

Weitere Informationen zur Bestellung von unabhängigen Sachverständigen erhalten Sie auf CORDIS RP7 unter dem Abschnitt Teilnahme (siehe‚ WER - Bestellung von unabhängigen Sachverständigen ‘).

Was sind Aufrufe zur Einreichung von Vorschlägen? Wann werden die ersten Aufrufe veröffentlicht?

Die Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen unter RP7 werden in jährlichen Arbeitsprogrammen aufgesetzt, die Einzelheiten über Themen, Zeitplan und Durchführung enthalten.

Das Ausschreibungsverfahren wird durch den Aufruf ausgelöst. Aufrufe sind offene und offizielle Einladungen an Forscher, ihre Projektvorschläge zu einem spezifischen Bereich des Rahmenprogramms in einer bestimmten Frist, meist drei Monate nach dem Aufruf, einzureichen. In den Aufrufen werden die Anforderungen klar dargelegt. Vorschläge, die den Spezifikationen des Aufrufs nicht entsprechen, werden ausgeschlossen.

Die Aufrufe werden im Amtsblatt der Europäischen Union angekündigt, wobei der Aufruf und alle zugehörigen Dokumente auf dem Teilnehmerportal veröffentlicht werden.

Sobald die EU Institutionen eine Einigung zum RP7 erzielt haben und die Kommission die Arbeitsprogramme angenommen hat, beginnt das Rahmenprogramm und die Bekanntgabe der Aufrufe. Für RP7 hat die Europäische Kommission bestätigt, dass erste Aufrufe am 22. Dezember 2006 veröffentlicht werden.

Werden die ‚Marie-Curie-Maßnahmen‘ fortgesetzt und falls ja, in welcher Form?

Bitte beachten Sie, dass das sogenannte ‚Marie-Curie‘ Programm (Austausch, Stipendien und Konferenzen zur Unterstützung der Forschermobilität) unter dem RP7 Programm „Menschen“ durchgeführt wird. Mit diesem Programm werden Ausbildung, Mobilität und Laufbahnentwicklung von Forschern gefördert.

In welchen Sprachen steht das RP7 zur Verfügung?

Der RP7-Dienst auf CORDIS ist in sechs Sprachen verfügbar: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Polnisch. Die offiziellen Dokumente sind in allen Amtssprachen der EU erhältlich . Bekanntmachungen von Aufrufen und andere Nachrichten zum RP7 sind in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Polnisch auf CORDIS abrufbar. Geplant ist, den CORDIS-Dienst auch auf andere Sprachen auszuweiten, wenn RP7 in die Durchführungsphase eintritt.

Was sind Arbeitsprogramme?

Bei den individuellen ‚Arbeitsprogrammen‘ handelt es sich um detaillierte Durchführungspläne für die spezifischen Programme, Forschungsthemen und andere Aktivitäten im RP7. Sie legen die konkreten wissenschaftlich-technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zielsetzungen jeder Aktivität fest, indem sowohl ein breiter Hintergrund als auch der detaillierte technische Inhalt geliefert werden.

Sie entwerfen eine „Roadmap“ (Zeitplan) über die geplanten Aufrufe zur Einreichung von Vorschlägen. Für jeden Aufruf zeigen sie auch die verfügbaren Instrumente und die angewandten Bewertungskriterien auf. Um einen guten Antrag zu erstellen, ist es unbedingt erforderlich, die Zielsetzung des Arbeitsprogramms zu verstehen.

Was versteht man unter ‚Drittländern‘ und anderen Nicht-EU-Einrichtungen, die am RP7 teilnehmen können?

Ein ‚Drittland‘ ist ein Land, das kein Mitglied der Europäischen Union ist - dies umfasst auch die Länder mit Abkommen zur internationalen Zusammenarbeit [PDF];
ein ‚assoziiertes Land‘ ist ein Drittland, das eine internationale Vereinbarung mit der Europäische Gemeinschaft abgeschlossen hat, in deren Rahmen es einen finanziellen Beitrag zum RP7 leistet; ‚Internationale Organisation‛: eine zwischenstaatliche Organisation, mit Ausnahme der Europäischen Gemeinschaft, die eine eigenständige Rechtspersönlichkeit nach dem Völkerrecht besitzt, sowie jede von einer solchen internationalen Organisation gegründete spezielle Agentur;
‚'Internationale Organisation europäischen Interesses‘: eine internationale Organisation, in der die Mehrheit der Mitglieder Mitgliedstaaten oder assoziierte Länder sind und deren Hauptzweck die Beitragsleistung zur Verstärkung der europäischen wissenschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit ist;
‚Partnerland der internationalen Zusammenarbeit‛: ein Drittland, das die Kommission als ein Land der niedrigen Einkommensgruppe, des unteren Bereichs der mittleren Einkommensgruppe oder des oberen Bereichs der mittleren Einkommensgruppe einstuft, und das als solches in den RP7-Arbeitsprogrammen ausgewiesen ist;
‚Internationale Organisationen und Rechtspersonen mit Sitz in Drittländern‘ - die Beteiligung an indirekten Maßnahmen (wie zum Beispiel Verbundprojekte) steht internationalen Organisationen und Rechtspersonen mit Sitz in Drittländern nach den Mindestteilnahmebedingungen, die in den spezifischen Programmen oder Arbeitsprogrammen von RP7 aufgeführt sind, offen.

Ich fühle mich in den neuen Strukturen und Förderformen des RP7 verloren! Wie gehe ich vor und wo erhalte ich Hilfe?

Haben Sie die FAQ gelesen und keine Antwort auf Ihre Fragen erhalten, so wenden Sie sich bitte an ihre örtliche Nationale Kontaktstelle (NKS) . NKS sollen Anleitung, praktische Informationen und Hilfestellung zu allen Aspekten der Teilnahme an den Rahmenprogrammen bieten.

Letzte Aktualisierung: 2012-07-31