Die wissenschaftlich angeregte „ Pionierforschung“ im Rahmen von gemeinhin als „Grundlagenforschung“ betrachteten Maßnahmen ist eine Schlüsselvoraussetzung für Wohlstand und sozialen Fortschritt, da sie neue Möglichkeiten des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts eröffnet und für die Generierung neuen Wissens, das künftige Anwendungen und Märkte erschließt, entscheidend ist.
Trotz vieler Erfolge und eines hohen Leistungsstands in sehr vielen Bereichen könnte Europa mehr aus seinem Forschungspotenzial und seinen Ressourcen machen. Europa braucht dringend verstärkte Kapazitäten, die Wissen hervorbringen und es in wirtschaftliche und gesellschaftliche Werte und Wachstum umsetzen.
Das Ziel des spezifischen Programms „Ideen“ ist es, Exzellenz, Dynamik und Kreativität der europäischen Forschung zu verstärken und die Attraktivität Europas für die besten Forscher aus Europa und Drittländern sowie für die Forschungsinvestitionen der Industrie zu erhöhen. Dies soll durch die Bereitstellung einer europaweiten wettbewerbsorientierten Finanzierungsstruktur für „Pionierforschung“ individueller Gruppen geschehen, die die nationalen Förderprogramme ergänzen und nicht ersetzen soll. Ein wichtiger Aspekt des Programms ist die Weitergabe und Verbreitung der Forschungsergebnisse.
Ein Europäischer Forschungsrat zur Unterstützung der Forschung und Begabtenförderung
Für seine Durchführung, wurde ein Europäischer Forschungsrat (EFR), bestehend aus einem unabhängigen Wissenschaftlichen Rat und einer spezifischen Durchführungsstelle, von der Europäischen Kommission unter diesem spezifischen Programm eingerichtet. Der EFR handelt nach den Grundsätzen der wissenschaftlichen Exzellenz, Unabhängigkeit, Effizienz, Transparenz und Verlässlichkeit. Er unterstützt in allen Forschungsfeldern und durch alle Bereiche hindurch wissenschaftlich angeregte Projekte der ‚Pionierforschung‘, die von individuellen Gruppen im Wettbewerb auf europäischer Ebene durchgeführt werden.
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Der EFR ergänzt andere Fördermaßnahmen in Europa, wie beispielsweise die der nationalen Gemeinschaften und Agenturen für Forschungsförderung, und stellt mit einem Gesamtbudget von 7,5 Milliarden Euro für 7 Jahre (2007-2013) ein Flaggschiff des Siebten Rahmenprogramms (RP7) der Europäischen Union dar.
Der ‚wissenschaftlich angeregte‘ oder sogenannte ‚bottom-up‘-Ansatz des EFR ermöglicht es den Forschern, neue Möglichkeiten und Richtungen für die Forschung zu identifizieren, anstatt von Prioritäten geleitet zu werden, die Politiker aufgestellt haben. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Fördermittel mit einem höheren Maß an Flexibilität in neue, viel versprechende Forschungsbereiche geleitet werden können.
Finanzhilfen für Nachwuchswissenschaftler und etablierte Forscher
EFR-Finanzhilfen werden auf der Basis eines offenen Wettbewerbs an Projekte vergeben, die von jungen oder von etablierten in Europa arbeitenden Forschern, unabhängig von ihrer Herkunft, geleitet werden – das alleinige Auswahlkriterium ist Exzellenz. Hierbei sollen die besten Ideen erkannt werden, die besten Köpfe in Europa zum Bleiben angeregt und ihnen Ansehen und Sichtbarkeit verliehen werden. Auch soll Europa für Talente aus anderen Ländern attraktiver werden.
Durch Herausforderung der hellsten Denker Europas erwartet der EFR neue und unvorhergesehene wissenschaftliche und technologische Entdeckungen, die die Grundlage für neue Industrien, Märkte und breite gesellschaftliche Innovationen der Zukunft bilden können.
Die Ziele des EFR sind es,
- die allerbesten wissenschaftlichen Bemühungen in Europa in allen Bereichen der Wissenschaft, Technik und Hochschullehre zu unterstützen;
- rein wissenschaftlich angeregte Pionierforschung (‚bottom-up‘) anzuregen;
- die Arbeit etablierter Wissenschaftler und der nächsten Forschergeneration, die an der Spitze europäischer Forschung stehen wird, zu unterstützen;
- innovative Vorschläge auszuzeichnen, indem die Qualität der Ideen und weniger die Forschungsbereiche betont werden;
- sich die Vielfalt der europäischen Forschungstalente zunutze zu machen und Mittel in die vielversprechendsten Ideen fließen zu lassen;
- das Ansehen und die Sichtbarkeit der europäischen Pionierforschung und der besten Forscher von heute und morgen zu erhöhen;
- Exzellenz ins Zentrum europäischer Forschung zu setzen.
Letzte Aktualisierung: 2011-06-23