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Zusammenarbeit in Clustern stärkt die Industrie. | luster sind ein heißes Thema bei der Entwicklung innovationspolitischer Maßnahmen: Nationale und regionale Regierungen in vielen Gebieten Europas konzipieren Politiken zur Unterstützung von Unternehmens-Clustern, in denen Innovation gedeihen kann. Einer der drei Teilbereiche des Trendcharts für Innovation in Europa(1) ist Politik-Benchmarking, das politischen Entscheidungsträgern erlaubt, Aspekte ihrer eigenen Politiken mit denen anderer Länder zu vergleichen. Angesichts des breiten Fächers von Aktivitäten in diesem Bereich war Cluster-Politik ein ideales Thema dafür. "Das Cluster-Konzept ist schon vor geraumer Zeit aufgekommen", sagt die Berichterstatterin des Workshops, Claire Nauwelaers von MERIT, dem Wirtschaftsforschungsinstitut für Innovation und Technologie der Universität Maastricht. "Cluster hat sich zu einem Allround-Begriff entwickelt, mit sehr unterschiedlichen Bedeutungen in den einzelnen europäischen Ländern. Dabei kann es sich um kleine KMU-Netzwerke in einem beschränkten geografischen Gebiet handeln, aber auch um ‚Mega-Cluster' in Dänemark oder Finnland, die einen gewaltigen Anteil an der Wirtschaft haben. Es ist auf jeden Fall sehr schwierig, einheitliche politische Maßnahmen zu finden, die all diese verschiedenen Konzepte unterstützen können." Im Dienste der Innovation
Nach landläufiger Meinung sind Cluster gut für Innovation, aber Nauwelaers glaubt, dass wir in Wirklichkeit nur sehr wenig über Cluster und ihre Funktionsweise wissen. "Wir müssen diese Frage gründlicher untersuchen. Bisher haben sich nur sehr wenige Personen damit befasst, den Effekt von Clustern zu bewerten und ihre Ergebnisse zu messen. Es besteht die Gefahr, dass Cluster als Allheilmittel gesehen werden, und von dieser Sicht müssen wir uns lösen."
Neben dem unbestreitbaren Nutzen von Clustern gibt es also auch gewisse Nachteile, die Innovation nicht fördern, sondern tatsächlich sogar hemmen können. Eine der am wenigsten erkannten Gefahren, so die Teilnehmer des Workshops, ist die Abwendung von der Außenwelt: Wenn eine Gruppe von Unternehmen sich zu sehr mit sich selbst beschäftigt, besteht das Risiko, dass sie die technologischen oder Marktentwicklungen außerhalb des Clusters aus den Augen verlieren und von ihren Konkurrenten überholt werden.
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Clustern ist ihre Aufgeschlossenheit für die Außenwelt. "Der Markt muss seine Rolle spielen", unterstreicht Nauwelaers. "Man kann nicht einfach die Gewinner herauspicken." Netzwerke, die neuen Mitgliedern und "externen" Ideen offenstehen, sind viel erfolgreicher als ihre unzugänglichen Pendants.
Rein horizontale KMU-Netzwerke können ihre Mitglieder unterstützen und sogar stärken, aber die Entwicklung neuer Technologien treiben sie nicht voran. "Ein innovativer Cluster muss verschiedene Elemente umfassen, um eine kritische Masse zu erreichen", meint Nauwelaers. "Im Mittelpunkt stehen die Firmen, aber andere Ressourcen wie etwa Hochschul- oder Forschungszentren, Investoren und Unterstützungsagenturen sind ebenfalls notwendig." Europäische Politik?
In Europa werden ganz unterschiedliche Maßnahmen zur Förderung von Clustern eingesetzt. Viele davon werden jedoch nicht ausdrücklich als solche ausgewiesen. Die Ergebnisse des Workshops lassen darauf schließen, dass Cluster-Politik sich gar nicht so sehr von Innovationspolitik im Allgemeinen unterscheidet. Die Instrumente zur Unterstützung von Clustern sind in der Regel nicht neu - neu ist vielmehr die Kombination dieser Instrumente. Die Herausforderung für politische Entscheider liegt darin, den richtigen Mix zu finden.
Kommunal- und Regionalbehörden sind laut Nauwelaers am ehesten in der Position, Unterstützungsmaßnahmen für Cluster umzusetzen: "Die Hauptakteure müssen in der Nähe der Unternehmen sein. Auf EU-Ebene entwickelte Förderpolitiken für Cluster wären wohl nicht das Richtige. Hingegen fällt der EU bei der Vereinfachung des Austauschs guter Praktiken eine wichtige Rolle zu, und auch die Methoden zur Unterstützung von Clustern könnten auf europäischer Ebene bewertet werden."
Während es relativ einfach ist, Cluster zu identifizieren, stellt die Messung von Kooperationsniveaus oder der Dynamik innerhalb von Clustern ein weit größeres Problem dar. Es wäre möglich, in ganz Europa eine Analyse nach Sektoren einzuführen, die Regionen und Ländern erlauben würde, ihre eigene Situation mit der der anderen zu vergleichen. Eine solche Analyse müsste jedoch auf traditionellen Sektordefinitionen beruhen - und es gehört nun einmal zu den wesentlichen Merkmalen vieler Cluster, dass sie verschiedene Sektoren zusammenbringen, was bedeutet, dass sie im Rahmen derartiger Analysen wahrscheinlich nicht effektiv erfasst würden. Über die Grenzen
Es gibt noch einen weiteren Aspekt der Cluster-Unterstützung, bei dem die EU eine Rolle zu spielen hat: Sie kann mithelfen, die administrativen Grenzen abzubauen, die öffentliche Beihilfen - für Cluster und viele andere Initiativen - in der Regel beschränken. Auf EU-Ebene könnten Information und Unterstützung für grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen Clustern einen großen Unterschied machen. Beispielsweise haben die belgischen Regionen Flandern und Wallonien in den letzten Jahren beide Cluster-Politiken entwickelt, aber das Verwaltungssystem verhindert jede Verbindung zwischen ihnen. Nauwelaers ist jedoch der Ansicht, dass es in vielen Fällen offenkundige Möglichkeiten für Verbindungen zwischen Clustern in den beiden Regionen gibt, die sehr nützlich wären.
In vielen Ländern wurde mit der Unterstützung der Generaldirektion Regionalpolitik der Kommission nationale Netzwerke aufgebaut, aber es gibt nicht genug Kanäle für Diskussionen. In diesem Stadium war der Workshop eher an Wegen zur Entwicklung von Kontakten zwischen Clustern in verschiedenen Ländern interessiert und nicht an der Schaffung einzelner grenzübergreifender Cluster, obwohl es auf längere Sicht augenfällige Möglichkeiten dafür gibt, so wie in Nordschweden und Finnland. Kommunikation
"Ein Cluster muss irgendwie geografisch verankert sein", sagt Nauwelaers. "Nähe ist entscheidend, auch wenn es immer einfacher wird, in ganz Europa und darüber hinaus zu kommunizieren. Am wichtigsten ist Nähe für die Übertragung informeller Kenntnisse und Informationen, die effektive und rechtzeitige Innovation unterstützt."
"Ausschlaggebend für den Erfolg ist auch, dass ein Cluster eine Vision entwickelt", meint Nauwelaers abschließend. "Dies ist natürlich viel einfacher, wenn eine Person - oder sogar eine Firma oder Organisation - mit dem entsprechenden Charisma eine Führungsrolle übernimmt." Eine Aufgabe, mit der sich kleinere Cluster freilich leichter tun als beispielsweise ein Mega-Cluster. Eine andere Strategie, die in größeren Clustern angewendet wird, ist ein territoriales Warenzeichen, um eine Region mit einer bestimmten Industrie oder einer bestimmten Produktgruppe kenntlich zu machen. In manchen Fällen sind derartige von Regierungen geschaffene Warenzeichen kaum mehr als Wunschdenken, aber sie können Unternehmen auch sehr gute Dienste leisten. Ein guter Weg zur Auswahl von Clustern, denen diese Art von Hilfe nützen könnte, sind Unterstützungen, die auf der Basis von Ausschreibungen (mit externen Bewertern) gewährt werden. In diesem System, das in Deutschland angewendet wurde, sind die Bewerter in der Lage, die Stichhaltigkeit der von den Bewerber-Clustern aufgestellten Behauptungen zu beurteilen.
(1) Siehe http://trendchart.cordis.europa.eu/ Bei den beiden anderen Teilbereichen handelt es sich um die Datenbank innovationspolitischer Maßnahmen und den jährlichen Europäischen Innovationsanzeiger.
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