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I. Förderung einer Innovationskultur |
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In den Vereinigten Staaten haben der Mythos vom Aufbruch zu immer neuen Grenzen und vom sozialen Schmelztiegel (melting pot) der Risikobereitschaft, der sozialen und geographischen Mobilität und der Kontaktfähigkeit zu einem hohen Stellenwert verholfen. Kultur und Gesellschaft Japans stellen Spitzenleistungen, stetige Verbesserungen und Organisation in den Mittelpunkt. Europa seinerseits baut auf sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Systemen auf, in denen heute in der Regel nicht mehr die Risikobereitschaft im Vordergrund steht, sondern eher der Wunsch nach Stabilität und Sicherheit.
Mentalitäten und Kulturen kann man nicht per Dekret oder mit kurzfristigen Aktionen verändern. Aber es gibt durchaus Mittel und Wege, um hier etwas zu bewirken. Diese betreffen drei große Bereiche.
Fakten & Zahlen
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Die allgemeinbildenden Schulen müssen größtmöglichen Wert auf die Vermittlung der Fähigkeiten legen, die für die Entwicklung und Anwendung von Innovationen erforderlich sind. Fachunterricht und Berufsausbildung dürfen zwar nicht abgewertet werden, aber der Erwerb einer allgemeinen Wissensbasis ist unerläßlich, wenn die Fähigkeit zur Anpassung an neue Tätigkeiten, wie sie die Innovation erfordert, auf Dauer verbessert werden soll.
Lernen wird zu einer lebenslangen Notwendigkeit. Hierbei stößt man jedoch insbesondere bei den mittelständischen Unternehmen auf Hindernisse (vor allem wegen Zeitmangel bei Führungspersonal und Mitarbeitern); diese gilt es zu beseitigen, und zwar durch innovative Lösungen, für die man sich z. B. die Möglichkeiten von Tele-Learning und Multimedia zunutze machen könnte.
Allgemeine und berufliche Bildung und Unternehmen müssen einander nähergebracht werden, vor allem durch ein duales Ausbildungssystem, das nicht nur die Eingliederung der Jugendlichen in die Arbeitswelt fördert, sondern auch eine frühzeitige Berücksichtigung neuer Qualifikationserfordernisse und die Abstimmung der Ausbildungsinhalte auf den Bedarf ermöglicht.
Die Mitgliedstaaten und die örtlichen oder regionalen Behörden werden aufgefordert, ihre einschlägigen Maßnahmen zu verstärken und insbesondere
Die Kommission wird den Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten und mit den Sozialpartnern sowie die Weitergabe guter fachlicher Praxis anregen und zu diesem Zweck ein ständiges Forum für "Aus-/Weiterbildung und Innovation" schaffen.
Sie beabsichtigt daher, ab 1997 ein "Erasmus für Auszubildende" zu entwickeln und zusammen mit den Regierungen der Mitgliedstaaten und den Sozialpartnern ein europäisches Lehrlingsstatut und Vorschläge auszuarbeiten, um auf europäischer Ebene lebenslangen Erwerb, Optimierung und Zertifizierung von Qualifikationen zu erleichtern.
Schließlich wird sie über die Initiative "Lernen in der Informationsgesellschaft" die Koordinierung der vorhandenen Instrumente und Maßnahmen in Angriff nehmen (allgemeine und berufliche Bildung, Forschung, transeuropäische Telekommunikationsnetze, Strukturfonds), um europaweit Schulen zu vernetzen.
Trotz Fördermaßnahmen wie dem Programm "Ausbildung und Mobilität von Wissenschaftlern" wird diese Mobilität zwischen Forschung, Hochschule und Unternehmen noch allzu oft durch praktische Hemmnisse oder kulturelle Barrieren gebremst. Hinzu kommt, daß immer mehr Technologien branchenübergreifend angewandt werden, auch deshalb muß Mobilität zwischen den verschiedenen Industriezweigen erleichtert werden.
Auf Ebene der Gemeinschaft wird die Kommission die Maßnahmen zur Förderung der Mobilität von Studenten, Lehrkräften, Ingenieuren und Forschern auf den Weg bringen.
In den Orientierungen zum Fünften Rahmenprogramm schlägt die Kommission ein großes Programm zur Verbesserung des Humanpotentials vor. Dies sollte insbesondere die Anstregungen verstärken, welche die Entsendung von Wissenschaftlern und jungen Ingenieuren in Unternehmen im Ausland, insbesondere KMU, fördern und die Projekte zur Innovation und zum Technologietransfer begleiten. Sie wird die Maßnahmen ergreifen, die erforderlich sind, um die Gemeinschaftsprogramme zur Unterstützung der Mobilität flexibler zu gestalten; sie wird insbesondere:
Auf einzelstaatlicher Ebene empfiehlt sie, für eine echte "Interoperabilität" der Systeme zur Beurteilung der Leistungen von Wissenschaftlern sowie der Karriereprofile zu sorgen.
Notwendigkeit und Nutzen von Veränderungen im weitesten Sinne müssen ausführlich diskutiert werden. Die Mechanismen, die es ermöglichen, die Unternehmen, die Bürger und ihre Vertreter an der Diskussion über die großen technischen Umwälzungen zu beteiligen, sowie jene Modelle, die Beschäftigte, Anwender und Verbraucher einbeziehen, erhöhen die Akzeptanz und damit letztlich auch den Erfolg der Innovation.
Auf diesem Gebiet haben die EU-Länder eine Vielzahl von Initiativen und Erfolgen aufzuweisen. Der Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten muß gefördert und erfolgreiche Aktionen sollten über die einschlägigen Netze europaweit bekannt gemacht werden, wenn das einer breiteren Anwendung und der weiteren Verbesserung dienlich ist.
Die Kommission wird diesbezüglich verschiedene Mittel einsetzen, insbesondere im Bereich der Förderung der wissenschaftlichen und technischen Kultur über eine Zusammenarbeit mit den europäischen Fernsehsendern.
Es ist sicher nicht Aufgabe des Staates, in das Management der Unternehmen einzugreifen. Aber er kann und soll günstige Rahmenbedingungen schaffen für die kontinuierliche Verbesserung von Management und Organisation. Die rasche Verbreitung von Informations- und Kommunikationstechnik wird diese Anpassungen wirksam unterstützen und muß daher aktiv gefördert werden.
"Agile" Unternehmen, die in der Lage sind, schnell auf Veränderungen in ihrem Umfeld zu reagieren, Kooperationsbeziehungen mit unterschiedlichen externen Partnern (anderen Unternehmen, Hochschulen, Beratungsfirmen, führenden Wissenschaftszentren) aufzubauen und so ein flexibles Kompetenzgeflecht zu knüpfen, scheinen am besten den Innovationsanforderungen gerecht werden zu können.
Die Kommission wird für die Unternehmen länderübergreifende Pilotaktionen für technologie- und branchenbezogene Vernetzung auf den Weg bringen. Diese Maßnahmen sollen dabei helfen, bewährte fachliche Praxis in den Bereichen Management und Ausbildung zu ermitteln. Die Ergebnisse dieser Projekte werden unionsweit in einem europäischen Leitfaden für Industrielle Innovation verbreitet. Mit dieser Veröffentlichung wird den Industrieunternehmen ein Verfahren für die Beurteilung ihrer Stärken und Schwächen auf dem Gebiet der Innovation an die Hand gegeben und ein Verzeichnis einschlägiger Unterstützungs- und Beratungsquellen geliefert.
Die Kommission wird ihrerseits die europaweite Vernetzung der einzelstaatlichen Aktionen unterstützen. Sie wird ein europäisches Benchmarking-System aufbauen, insbesondere für den Bereich Qualität.
Die Mitgliedstaaten werden aufgefordert, ihre Maßnahmen zur Schulung von Führungskräften und Sozialpartnern auf dem Gebiet des Innovationsmanagements zu verstärken.
Die Kommission wird die Schulungen in Innovationsmanagement fördern, namentlich durch die Vernetzung europäischer "Business schools", die mit der Industrie und den KMU-Förderorganisationen zusammenarbeiten.
Die Kommission wird darüber hinaus die Schulung von Unternehmern, inbesondere von KMU-Leitern, auf dem Gebiet neuer Managementmethoden verstärkt fördern (ebenso wie die für die Einführung neuer Methoden erforderliche Mitarbeiterschulung).
Innovation bei staatlichen Stellen
Innovation und Technologie werden von den politischen Entscheidungsträgern mehr und mehr berücksichtigt. Dennoch sind die politisch Verantwortlichen in der Regel kaum sensibilisiert für die Herausforderungen und Möglichkeiten, die mit neuen Technologien verbunden sind, sowie für die Besonderheiten von Maßnahmen zur Innovationsförderung.
Die Kommission wird 1997 in Verbindung mit dem IEAP (Institut européen d'administration publique) einen Gedanken- und Erfahrungsaustausch über die Förderung und Verbreitung von Innovation in Verwaltung und öffentlichen Einrichtungen in Gang setzen. Dabei wird sie die laufenden Arbeiten einbeziehen. 1997 wird eine Konferenz zu dem Thema stattfinden, und die Überlegungen können in ein Grünbuch einfließen, das Anfang 1998 veröffentlicht würde.
Sie wird die Aktionen der Initiative "Informationsgesellschaft" weiterführen, die darauf zielen, innovative Ansätze staatlicher Stellen zu fördern.
Öffentliches Auftragswesen
Bei öffentlichen Ausschreibungen wäre mehr Wettbewerb wünschenswert, denn Wettbewerb fördert die Innovation. Zahlreiche Rechtsvorschriften der Gemeinschaft über das öffentliche Auftragswesen sehen, insbesondere für Branchen wie Wasser- und Energiewirtschaft usw. Ausnahme- oder Sonderregelungen für den Fall vor, daß sich der Auftrag auf innovative Produkte oder Verfahren bezieht; diese Möglichkeiten sollten voll ausgeschöpft werden.
Analyse von Innovationspolitik und Innovationssystemen
Innovationssysteme, Innovationspolitik und Innovationsinfrastruktur der Industrieländer, und insbesondere der Unionsländer, müssen weiterhin miteinander verglichen, und der Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten muß gefördert werden.
Die Kommission wird ihre Erhebungen und Analysen von Daten über Forschung und Innovation ausbauen. Sie wird eine synoptische Tabelle entwerfen, die eine ständigen Überblick gibt über Innovationsleistung und Innovationspolitik in Europa im Vergleich zur übrigen Welt, und sie wird regelmäßig auf der Grundlage einschlägiger einzelstaatlicher und internationaler Untersuchungen einen Bericht über die Innovation in der Union erstellen, der einem breiten Publikum zugänglich gemacht wird.
Fortsetzung |
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