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Telematik für Bibliotheken: Aufforderung zur Einreichung vo Vorschlägen 1996
ERLÄUTERUNG DER FORSCHUNGSAUFGABEN: KONTEXT UND UMFANG DER THEMENBEREICHE
[ Einführung ] [ Zusammenfassende Übersicht über die Themenbereiche ] [ Prioritäten und Projektmerkmale ] EINFÜHRUNG
"Bibliotheken" ist einer der Sektoren des Programms "Telematikanwendungen", welches Teil des Vierten Rahmenprogramms der Europäischen Gemeinschaft im Bereich der Forschung, technologischen Entwicklung und Demonstration ist. Die Aktivitäten im Sektor Bibliotheken haben zum Ziel, die Verfügbarkeit von Bibliotheksbeständen in ganz Europa zu verbessern und ihre Einbindung in die Informations- und Kommunikationsinfrastruktur zu fördern. Der Arbeitsplan für den Sektor Bibliotheken ist in die drei Aktionslinien A, B und C untergliedert, die jede für sich eine Reihe von Aufgaben und Problempunkten umfassen. Es handelt sich im wesentlichen um ein Rahmendokument. Die darin definierten Aufgaben stellen eher spezifische Zielsetzungen (Aufgabenschwerpunkte) als konkrete Aktionen oder fest abgegrenzte Aktivitätsbereiche dar.
Zweck des vorliegenden Dokuments
Als Hilfe für potentielle Antragstellern wurde der Rahmen weiter gesteckt und in eine Reihe von Themenbereichen gegliedert, mit zusätzlichen Informationen zu den im Sektor Bibliotheken vorgeschlagenen Aktionen. Den Themenbereichen sind Szenarien , bzw. Aktionsfelder zugeordnet, welche die wichtigsten technischen, professionellen und anwenderbezogenen Problempunkte des Arbeitsplans umfassen und die es erlauben, die Zielsetzungen der jeweiligen Aktionslinie zu behandeln. Sie sind weder vollständig noch verbindlich. Den Antragstellern wird dennoch nahegelegt, sich auf die genannten Themen zu konzentrieren, da sich diese auf prioritäre Aktionen mit guten Erfolgsaussichten für die Verwirklichung der Programmziele beziehen. Sie sind sowohl auf die Kontinuität in bezug auf das vorherige Programm als auch auf Innovationen auf dem Gebiet der elektronischen Bibliotheksdienste und des Informationsverbundes gerichtet.
Gliederung
Das vorliegende Dokument ist entsprechend dem Arbeitsplan gegliedert. Die Themenbereiche sind nach den Aktionslinien A, B und C unterteilt. Um das Nachschlagen zu erleichtern, wurden die Benennungen der Aktionslinien, der jeweiligen Zielsetzungen und Aufgabenschwerpunkte exakt so gewählt, wie diese im Arbeitsplan vorgegeben sind.
Die Gruppe der Themenbereiche für jede Aktionslinie wird mit einer Beschreibung der jeweiligen Aktionslinie sowie einer Erläuterung der Begründung und Zielsetzungen (des Hintergrunds) derselben eingeleitet. Es folgt die Beschreibung des Kontextes der Themenbereiche, der die Verbindung zwischen jedem Themenbereich und der Aktionslinie sowie der Themenbereiche untereinander herstellt.
Anschließend werden die zu jeder Aktionslinie gehörenden Themenbereiche beschrieben und dazu in bestimmte Abschnitte untergliedert: Im Abschnitt Umfang werden alle den jeweiligen Themenbereich berührenden Problemstellungen beschrieben, die durch die auf diesen Themenbereich gerichteten Vorschläge je nach Gegebenheiten zu berücksichtigen sind. Der kürzer gefaßte Abschnitt Begründung gibt eine Erläuterung zu Hintergrund, Relevanz und Bedeutung des Themenbereichs. Dabei wird aufgezeigt, wo der jeweilige Themenbereich im Kontext des weitergefaßten bibliothekarischen Umfelds sowie gegebenenfalls früherer Bibliotheksprogramme auf EU-Ebene einzuordnen ist. Es folgen Hinweise auf die wichtigsten Problempunkte (in der Hauptsache dienstleistungsbezogener und organisatorischer Art) sowie auf technische Gesichtspunkte . Ebenso werden die Arten von Organisationen aufgezählt, die sich an den Projekten, die in den Rahmen des jeweiligen Themenbereichs fallen, beteiligen könnten. Den Abschluß bildet eine Liste mit ausgewählten Verweisen auf frühere, bzw. laufende Projekte, da es von entscheidender Bedeutung ist, daß neue Projekte nicht bereits geleistete Arbeit wiederholen, sondern an andere Initiativen anknüpfen und in innovativer Weise erweitern.
Zu dieser Fassung
Dieses Dokument wurden erstmals im März 1995, anläßlich des damaligen Aufrufs zur Einreichung von Vorschlägen, veröffentlicht. Der vorliegende Text ist die zweite Fassung. Es wurde versucht, einige Sachverhalte klarer darzustellen und Überschneidungen zwischen den einzelnen Themenbereichen auszuräumen. Letzteres gilt vor allem für die Themenbereiche 5 und 11 , aber auch 2 (Hilfsmittel zur Erleichterung des Benutzerzugangs). Hier wurden die Bereitstellung von Leistungen für den Benutzer und der Kontext, in dem diese Bereitstellung erfolgt ( örtliche Bibliothek, vernetzte, bzw. verteilte Bibliothek sowie die Welt der Informationsnetze ) in den Vordergrund gestellt.
Im einzelnen wurde folgendes geändert:
- die Titel einiger Themenbereiche, die im Sinne einer deutlicheren Abgrenzung neu konzipiert wurden und durch die Erweiterung bis nach der Themenbereichsnummer gekennzeichnet sind;
- die Themenbereiche 4 und 5 der Aktionslinie B, die zusammengefaßt wurden, um die Betonung auf die Bereitstellung der Dienstleistungen zu legen;
- Themenbereich 7 , der ursprünglich auf Modelle und Szenarien zur Vorbereitung künftiger größerer Projekte abhob; die Neufassung konzentriert sich auf Modelle für verteilte digitale Bibliotheksdienste, die den Bedürfnissen von Bürgern und Bibliotheken im Verlaufe des nächsten Jahrzehnts entgegenkommen; Allianzen mit anderen Institutionen des "kollektiven Gedächtnisses", welche digitale Bestände verwalten, werden ausdrücklich betont;
- die Themenbereiche 8, 9 und 10 der Aktionslinie C, die sich allesamt mit Aspekten von Mehrwertdiensten befaßten und sinnvollerweise in einem einzigen Themenbereich vereint wurden.
Die Liste der Verweise auf Projekte und laufende Aktivitäten wurde durch die Aufnahme von Ergebnissen des ersten, im Zuge des RP IV ergangenen Aufrufs zur Einreichung von Vorschlägen für den Bibliotheksbereich aktualisiert (im folgenden als CfP’95 bezeichnet).
Siehe dazu auch:
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Aktionslinie A : Netzorientierte interne Bibliothekssysteme
Zielsetzungen: Bibliotheken in die Lage zu versetzen, netzgestützte Dienste anzubieten.
- Themenbereich 1: Bibliothekssysteme im lokalen Netz - Schnittstellen und Integrationswerkzeuge
- Themenbereich 2: Hilfsmittel und Methoden zur Schaffung und Nutzung von Bibliotheksbeständen in elektronischer Form
- Themenbereich 3: Entwicklung und Erprobung von Hilfsmitteln für das Management von Bibliotheksdiensten im elektronischen Umfeld
Aktionslinie B : Telematikanwendungen für verbundorientierte Bibliotheksdienste
Zielsetzungen: Verbesserung der Zusammenarbeit von Bibliotheken bei der Bestandsentwicklung und gemeinsamen Nutzung von Ressourcen; Förderung des Übergangs von bestandsorientierten zu zugriffsorientierten Dienstleistungen durch Verbindungen zwischen Bibliotheken, Lieferanten und Verlagen
- Themenbereiche 4 -5 bis: Verteilte Bibliotheksdienste;
- Themenbereich 6 bis: Dienste für den Erwerb und die Lieferung von Materialien für Bibliotheken;
- Themenbereich 7 bis: Modelle für verteilte digitale Bibliotheken und zugehörige Dienste.
Aktionslinie C : Bibliotheksdienste für den Zugang zu netzgestützten Informationsbeständen
Zielsetzungen: Ausbau und Erweiterung der durch Bibliotheken vermittelten und zugänglich gemachten Informationsbestände und -dienstleistungen.
- Themenbereiche 8-9-10 bis: Von Bibliotheken erbrachte netzgestützte Mehrwert-Informationsdienste;
- Themenbereich 11: Einheitlicher Zugriff auf bibliothekseigene und netzbasierte Bestände - Benutzerorientierte Anwendungen;
- Themenbereich 12: Integration von Bibliotheksdiensten und Fernstudium.
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Hinweis : Diese Checkliste beruht auf dem Arbeitsplan. Sie weist auf Eigenschaften und Merkmale von Projekten hin, welche bei der Evaluierung Berücksichtigung finden.
- Projekte und Anwendungen, die ausgehend von einem realen Bedarf und realen Erfordernissen zu konkreten Ergebnissen in Form von praktikablen und greifbaren Demonstrationsanwendungen führen, wiederholbar sind und eine Multiplikatorwirkung haben;
- Integration von Systemen und Anwendungen in neue Bereiche von Bibliotheksdienstleistungen sowie Integration bestehender und sich herausbildender Technologien in Demonstrationsanwendungen;
- Konsolidierung und Nutzung (z.B. durch Transfer oder Weiterentwicklung) der Ergebnisse aus dem vorherigen Bibliotheksprogramm, um auf den von den ersten Aktionen ausgehenden Impulsen aufbauen zu können;
- Einhaltung offener Standards;
- Die Entwicklung der Humanressourcen, der Transfer von Know-how und Fertigkeiten sowie organisatorische Aspekte sind weiterhin von entscheidender Bedeutung für die Verringerung der über alle Bibliothekstypen in der EU hinweg zu beobachtenden Unterschiede im Leistungsangebot;
- Raum für Verbindungen zu anderen Programmen (z.B. Fernunterricht, Telematik für die Forschung, Sprach-Engineering, Informations-Engineering), die ähnliche Probleme oder Benutzergruppen ansprechen oder deren Ergebnisse in Bibliotheken erprobt werden können;
- Allianzen mit traditionellen Partnern (z.B. Verlagen, Vertriebsstellen) oder neuen Partnern (Anbietern von Fernunterricht, neue Anbieter von netzgestützten Informationen, Netzdiensteanbieter, usw.), aber auch mit anderen Institutionen des "kollektiven Gedächtnisses" (um bei Fragen von gemeinsamem Interesse, wie z.B. Bestandserhaltung und Zugriffsmöglichkeiten, zu gemeinsamen Lösungen zu gelangen).
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