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Nachhaltige und lebenswerte Städte bauen

Im Rahmen eines RP7-geförderten Projekts wird eine Plattform zur Entscheidungsunterstützung entworfen, entwickelt und auf Gültigkeit geprüft, mit der städtische Behörden und Versorgungsunternehmen die am besten geeigneten Umrüstungsmaßnahmen auswählen und fördern können, um die Städte nachhaltiger und lebenswerter zu machen.
Nachhaltige und lebenswerte Städte bauen
Insbesondere trägt das Projekt URB-GRADE (URB-Grade: Decision Support Tool for Retrofitting a District, Towards the District as a Service) dazu bei, einen Stadtteil aufzuwerten, indem er energie- und kosteneffizienter wird und im Sinne eines „Stadtteils als Dienstleistungs-Plattform“ (District as a Service Platform, DaaS Platform) mehr Komfort für seine Bewohner bietet.

Die Plattform aus dem Projekt URB-GRADE soll zu einem wichtigen Instrument für die Stadtplanung und Entscheidungsfindung werden, indem Daten von verschiedenen Sensoren sowie aus anderen offenen Datenquellen und Umfragen gesammelt werden. Mithilfe von Techniken zur Verarbeitung komplexer Daten (Complex Event Processing, CEP) werden die Daten aufbereitet, um maßgebliche Informationen zu gewinnen, die über eine gemeinsame Cloud-basierte Serviceplattform verfügbar sein werden.

Während der Projektlaufzeit wurden drei verschiedene Pilotprojekte aufgesetzt, um sämtliche Aspekte eines Stadtteils abzudecken. Für die Tests wurden geografische Standorte ausgewählt, die sich voneinander unterscheiden. Daneben wurde eine Vielzahl von Verbrauchszielen gesetzt. Die Datenerhebung dauerte länger als anderthalb Jahre (und einige Arbeiten laufen noch).

Die spanische Stadt Eibar will in verschiedenen Stadtbezirken – mit gewerblicher, Industrie- und Wohnbebauung – die Energieeffizienz der Straßenbeleuchtung verbessern, ohne den Komfort für die Serviceempfänger einzuschränken. Jedes Testszenario unterschied sich in Bezug auf Besonderheiten wie Größe, Art des Gebiets usw. Das Ziel des Pilotprojekts bestand darin, sämtliche Variablen zu verstehen, die den Verbrauch beeinflussen könnten. Um alle notwendigen Besonderheiten zu erfassen, wurde eine repräsentative Stichprobe von 12 Straßen ausgewählt. Für die Analyse wurden Informationen von Sensoren, Umfragen und historischen statistischen Daten zusammengetragen.

In der Stadt Kalundborg in Dänemark lautete das Ziel, den Energieverbrauch in Wohnhäusern zu reduzieren, indem man die Menschen mithilfe von grünen Kampagnen für die Nutzung erneuerbarer Energien sensibilisieren wollte. Die Idee bestand darin, die Energieeinsparungen zu schätzen, die infolge der Kampagne erwartet wurden sowie die aktuellen Einsparungen auf der Basis von realen Daten und Umfrageergebnissen zu bewerten. Dieses Pilotprojekt hat bewiesen, wie wertvoll es ist, eine Vielzahl von Daten zu analysieren und mehrere Datenquellen zu nutzen.

Für das dritte Pilotprojekt – im spanischen Barcelona – lautete das Ziel, das Energieverbrauchsprofil der Geschäfte in den Straßen zu verbessern, ohne den Komfort für die Konsumenten zu verringern. Es wurden verschiedene Verbrauchsprofile wie Klimaanlagen, Beleuchtung, elektrische Geräte usw. betrachtet. Das Einsparpotenzial der einzelnen Profile wird bewertet, um die wirtschaftlichsten Geschäfte zu ermitteln, in denen verschiedene Aktionen durchgeführt werden – beispielsweise Leuchten durch LED zu ersetzen oder Geräte gegen solche mit Energieeffizienzklasse A auszutauschen. 95 Anlagen wurden für diese Aufgabe untersucht – das Ziel war, sämtliche Merkmale zu erfassen, die den Verbrauch beeinflussen.

„Sämtliche gesammelten Informationen werden nun verarbeitet, damit wir die verschiedenen Leistungskennzahlen (Key Performance Indicators, KPI) erhalten, die wir für die einzelnen Pilotprojekte festgelegt haben und die für die abschließende Analyse verwendet werden“, erklärte Mikel Larrañaga, Leiter der Projektöffentlichkeitsarbeit von URB-GRADE.

„Schließlich ist die Mandantenfähigkeit eine der wesentlichen Neuerungen der Plattform. Obwohl Mandantenfähigkeit vielversprechend zu sein scheint, so deckt sie auch viele Probleme auf Bezirksebene auf. Zudem wird sichtbar gemacht, was geschieht, wenn man in realen Pilotprojekten mit einer begrenzten, aber vielfältigen Anzahl von Interessengruppen arbeitet. Zu diesen Problemen gehören sprachliche Unterstützung, die modellhafte Abbildung von Einsatzgebieten und die Sicherheit.“

Quelle: Gestützt auf ein Interview mit dem Projektkoordinator.

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Datensatznummer: 124437 / Zuletzt geändert am: 2015-12-11
Kategorie: Neue Produkte und Technologien
Anbieter: ec
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