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Die ultimative Begleit-App für Filme und Serien

Wenn Sie Apps mit Bezug auf Filme und Serien mögen, haben Sie vielleicht schon von Dive gehört, einer neuen Anwendung mit spannenden Funktionen, die sie noch tiefer in Filme und Serien eintauchen lassen. Sie wirkt wie eine Kombination aus Wikipedia, Shazam und Zalando und nutzt das Mikrofon Ihres Mobilgeräts, um in Echtzeit Informationen zu der aktuell gezeigten Szene zu liefern oder Ihnen zu ermöglichen, die extravaganten Schuhe Ihres Lieblingsschauspielers zu kaufen.
Die ultimative Begleit-App für Filme und Serien
Die Dive-App wurde unter dem Projekt TOUCHVIE (Catch what you watch; a game-changer technology that will change how people watch TV and revolutionise in-movie advertising and product placement) gefördert und soll das Fernseherlebnis der Benutzer verbessern und gleichzeitig Unternehmen unterstützen, Produkte mit Bezug auf einen Film oder eine TV-Sendung zu vermarkten.

Über 2 500 Titel werden mit verschiedenen Zusatzinhalten angeboten, darunter Informationen zu Schauspielern, Fun Facts, Soundtracks, Drehorte, eingesetzte Fahrzeuge sowie getragene Kleidung und Accessoires. Diese zusätzlichen Informationen können auf einem weiteren Gerät (Tablet-PC oder Smartphone) oder auf den Smart TVs von Samsung angezeigt werden.

David Gonzalez, Mitgründer und leitender Geschäftsführer von Dive sowie Koordinator von TOUCHVIE spricht über die bisherigen Erfolge der App und die Möglichkeiten, die sich aus der Finanzierung unter Phase 2 des KMU-Instruments ergeben.

Wie genau funktioniert die Dive-Technologie? Können Sie eine Situation beschreiben, in der sie nützlich ist?

David Gonzalez: Sie haben sich während eines Filmes oder einer TV-Sendung bestimmt schon einmal gefragt, wie einer der Schauspieler heißt, wo eine der Szenen gefilmt wurde oder wo Sie das Kleid der Hauptdarstellerin kaufen können, oder vielleicht wollten Sie einfach nur mehr über eine bestimmte Szene erfahren. Dive kann all diese Fragen schnell beantworten und so unser Fernseherlebnis verbessern – unabhängig davon, ob wir auf traditionelle Weise fernsehen oder bereits neue Technologien nutzen.

Mit Dive kann der Zuschauer mit allen Elementen auf dem Bildschirm in Echtzeit interagieren und tiefer in die Filme und Serien eintauchen, die er mag. Dies ist entweder auf dem Hauptbildschirm möglich (dank umfassender Partnerschaft mit Unternehmen wie Samsung, deren Produkte jetzt in Spanien und Deutschland erhältlich sind), oder mit unserer App für iOS und Android auf einem zweiten, zusätzlichen Gerät. Diese App ist ebenfalls in Spanien und Deutschland verfügbar, wird bald jedoch auch in weiteren Ländern wie den USA und dem Vereinigten Königreich veröffentlicht.

Wie möchten Sie die erforderlichen Rechte erhalten, um Filme und Serien anbieten zu können?

Die juristische Strategie, bei welcher Rechte des geistigen Eigentums (Urheberrechte, Marken, Betriebsgeheimnisse und Patente), Wettbewerbsrecht, Rechte am Bild der Schauspieler und Urheberpersönlichkeitsrechte zu berücksichtigen sind, ist in diesem Projekt von entscheidender Bedeutung. Vor diesem Hintergrund haben wir uns in Zusammenarbeit mit renommierten Rechtsanwälten die besten Schutzmechanismen und Ergebnisoptimierungen gesichert.

Der Wert unseres Unternehmens liegt einerseits in der entwickelten Technologie und andererseits in unseren Verfahren und unserer Vorgehensweise, und tatsächlich wurde die rechtliche Strategie während der Entwicklung der Technologie bereits bedacht. Der wichtigste Teil bestand darin, sicherzustellen, dass wir ausschließlich Bilder, Texte und Links verwenden, die wir auch verwenden dürfen, da wir entweder über Verträge speziell dazu berechtigt sind oder da es sich um frei nutzbares Material handelt.

Wie erfolgreich war Dive bisher?

Unser Erfolg äußert sich auf vielfältige Weise. Erstens wird Dive von immer mehr Menschen verwendet. Zweitens wurden wir mit prestigeträchtigen Preisen und Anerkennungen wie dem TiE50 aus Silicon Valley, der Phase-2-Finanzierung von H2020 oder dem Digital Top 50 ausgezeichnet, der von McKinsey, Google und Rocket Internet vergeben wird. Wir haben bereits tiefgreifende Partnerschaften mit Samsung, Asos, El Corte Inglés und About You geschlossen und streben noch weitere mit anderen Video-on-Demand-Anbietern, Telekommunikationsunternehmen und TV-Sendern an.

Außerdem haben Forschungseinrichtungen und bereits viel beachtete Organisationen wie Ovum, Forrester und IHS den Nutzen von Dive für unsere Kunden sowie die Einzigartigkeit der Technologie erkannt.

Weshalb haben Sie EU-Finanzierung beantragt, und wie konnte diese Sie bei Ihrer Expansion unterstützen?

Was wir im Lauf des Projekts festgestellt haben und sehr interessant für uns war, ist der Umstand, dass sich, nachdem sich die Größe unseres Katalogs verfünffachte, die Anzahl der regelmäßig wiederkehrenden Benutzer verachtfachte. Wir erkannten, dass wir auf unserer Plattform mehr interaktive Titel anbieten müssen, und dazu mussten wir die Erstellung interaktiver Inhalte weiter automatisieren.

Unser Hauptziel bestand in der Entwicklung komplexer KI-Algorithmen, die wichtige Elemente wie Schauspieler, Charaktere, Orte, Musik oder Fahrzeuge automatisch erkennen und benennen. Als uns klar wurde, wie ressourcen- und kostenintensiv dies sein würde, entschlossen wir uns dazu, EU-Finanzierung zu beantragen.

Nun, nach der Hälfte der Projektlaufzeit, haben wir hinsichtlich der Automatisierung wesentliche Verbesserungen erzielt, und Dive ist in zwei wichtigen Ländern verfügbar.

Was möchten Sie bis zum Ende des Projekts noch erreichen?

Bevor das Projekt im August abgeschlossen wird, möchten wir noch einige Verbesserungen der KI umsetzen, die auf unserer internen Produktionsplattform bereits entwickelt wurden, unsere Technologie in den USA vermarkten, die bereits weit fortgeschrittenen Verhandlungen und Verträge mit bedeutenden Video-on-Demand-Anbietern, Sendern und Telekommunikationsunternehmen abschließen und schließlich die A-Runde beenden, die letzte Woche offiziell gestartet wurde.

TOUCHVIE
Gefördert unter H2020-SMEINST-2
Projektwebsite
Projektvideo

Quelle: Ein Interview aus dem Magazin research*eu Ergebnisse, Ausgabe Nr. 61, Seiten 5–6

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