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Wissenschaft im Trend: Lächeln – es ist Zeit für die Grippeschutzimpfung!

Neue Forschungen zeigen, dass eine positive Gemütsverfassung die Wirksamkeit von Impfungen, wie zum Beispiel die der Grippeschutzimpfung, steigern kann.
Wissenschaft im Trend: Lächeln – es ist Zeit für die Grippeschutzimpfung!
Der Winter naht, und für jene, die auf dieser Seite der Mauer leben, heißt das, es ist Zeit für unsere jährliche Grippeschutzimpfung. Für die meisten von uns ist sie sinnvoll, und älteren Menschen sei besonders geraten, die Impfung vorzunehmen. Obwohl sie eher durch die Auswirkungen der Grippe gefährdet sind, schätzt man, dass die Impfung nur bei 17 bis 33 % der älteren Erwachsenen wirkt, wohingegen sie 70 bis 90 % der jüngeren Menschen schützt. Daher sind Möglichkeiten gefragt, die den Nutzen der Impfung maximieren.

Eine gerade erst veröffentlichte Studie zeigt, dass die Wirksamkeit der Grippeschutzimpfung verbessert wird, wenn man sie gut gelaunt empfängt. Forscher der britischen Universität Nottingham haben über einen Zeitraum von 6 Wochen bei 138 älteren Menschen, die ihre Grippeschutzimpfung erhalten sollten, negative und positive Stimmungen, körperliche Aktivität, Ernährungsweise und Schlaf gemessen. Sie verfolgten dies weiter, indem sie die Menge der Influenza-Antikörper jeweils 4 und 16 Wochen nach der Impfung maßen.

Im Gespräch mit der BBC-Sendung Today sagte Kavita Vedhara, Professorin aus dem Fachbereich Medizin der Universität Nottingham und leitende Forscherin dieser Studie: „Sehr zu unserer Überraschung war der einzige Faktor, der zu beeinflussen schien, wie viele Antikörper jemand produziert, die positive Stimmungslage.“

Als das Team die Wirkung einer positiven Stimmung direkt am Tag der Injektion untersuchte, waren die Ergebnisse noch deutlicher – eine positive Gemütsverfassung machte zwischen 8 und 14 % der Variabilität des Antikörperspiegels aus. Auf die Frage, welcher Wirkungsmechanismus möglicherweise hinter den Ergebnissen steckt, antwortete die Professorin, dass eine Ursache biologisch sei. „Unsere Stimmung hat physiologische Konsequenzen; beispielsweise verändert sich der Spiegel von Hormonen wie Cortisol. Diese Hormone kommunizieren direkt mit dem Immunsystem.“

Die Forscher weisen offen darauf hin, dass es sich hierbei um eine Beobachtungsstudie handelt: „(…) wenn wir also wirklich eine strenge Prüfung durchführen wollten, ob es hier einen kausalen Zusammenhang gibt, müssten wir einen Versuch durchführen, in dem wir die positive Stimmung der Menschen idealerweise nur am Tag der Impfung änderten“, meinte Professor Vedhara. Sie fügte hinzu, dass die psychische Verfassung wahrscheinlich nicht in dem Maße berücksichtigt wird, wie sie müsste, da bekannt ist, dass sie einen tiefgreifenden Einfluss auf die Gesundheit hat.

Die Forscher werben derzeit Patienten für ihre nächste Studie an: einen Versuch, in dem festgestellt werden soll, ob die Wirkung gleich ist, wenn sich die positive Stimmung bei älteren Menschen nur am Tag der Impfung verbessert.

Was können ältere Menschen demnach tun? „Nun“, meint die Professorin, „man hat zwei Möglichkeiten: Man kann versuchen, die Dinge zu vermeiden, welche die Stimmung negativ beeinflussen. Alternativ kann man Dinge tun, die einen glücklich machen, zum Beispiel die Enkelkinder knuddeln.“

Quelle: Gestützt auf Medienberichte

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