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Nachfolgeprogramm

PRE-FUSION 2C
Studie der Kernfusion, insbesondere des Verhaltens von ionisiertem Plasma unter dem Einfluß elektromagnetischer Kräfte und der Thermodynamik bei extrem hohen Temperaturen.

Kurzbeschreibung

Der Vertrag über die Schaffung der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom) legt fest, daß die Gemeinschaft die Aufgabe hat, einen Beitrag zur Verbesserung des Lebensstandards in den Mitgliedstaaten und zur Weiterentwicklung der Beziehungen mit anderen Ländern durch Schaffung von Verhältnissen zu leisten, die dem schnellen Aufbau und dem Wachstum der Kernkraftindustrie dienlich sind. Der Vertrag legt des weiteren fest. daß die Gemeinschaft zur Realisierung dieses Ziels die Aufgabe hat, Kernforschung in den Mitgliedstaaten zu fördern und zu erleichtern, und solche Forschung durch gemeinschaftliche Forschungs- und Berufsbildungsprogramme zu unterstützen. Diese Programme sind durch den Rat zu bestimmen, der einvernehmlich und auf einen Vorschlag der Kommission handelt; sie sind für einen Zeitraum von nicht mehr als fünf Jahren für die Gebiete festzulegen, die in Anhang I des Vertrags aufgeführt sind.

Anhang I gibt die nachfolgenden Forschungsgebiete an:
-Rohmaterial;
- Auf Kernkraft angewandte Physik;
- Physikalische Chemie von Reaktoren;
- Verarbeitung von radioaktivem Material;
- Anwendungsmöglichkeiten für Radioisotope;
- Studie der schädlichen Wirkungen von Strahlung auf lebende Organismen;
Ausrüstung;
- Wirtschaftliche Gesichtspunkte der Energieerzeugung.

Eines der spezifischen Forschungsgebiete unter der Überschrift: "Auf Kernenergie angewandte Physik" ist das "Studium der Kernfusion, insbesondere des Verhaltens eines ionisierten Plasmas unter Einwirkung von elektromagnetischen Kräften und seiner Thermodynamik bei extrem hohen Temperaturen".

Unterteilung

- Kernfusionsforschung durch die Gemeinsame Kernforschungsstelle;
- Vertragliche Kernfusionsforschung außerhalb des Zentrums zur Ergänzung der Tätigkeit der Gemeinsamen Kernforschungsstelle.

Ausführung

Der Euratom-Vertrag sah die Einrichtung durch die Kommission (nach Beratung durch den wissenschaftlich-technischen Ausschuß) einer gemeinsamen Kernkraft-Forschungsstelle vor, um zu gewährleisten, daß die gemeinschaftlichen Forschungs- und Berufsbildungsprogramme und andere dieser Stelle zugeordnete Aufgaben ausgeführt werden. Der Vertrag erteilte der Kommission die Befugnis, die Durchführung gewisser Teile des Programms auf der Basis von Verträgen den Mitgliedstaaten, Personen oder Unternehmen, oder Drittländern, internationalen Organisationen oder Angehörigen von Drittländern zu übertragen.

Für die Zwecke der Koordinierung und für ergänzende, in den Mitgliedstaaten durchgeführte Forschungsarbeiten gestattet der Vertrag der Kommission, die Mitgliedstaaten, Personen oder Unternehmen zur Mitteilung von Angaben über ihre Programme aufzufordern, wonach die Kommission ein begründetes Gutachten über diese Programme vorlegen kann, das unnötige Wiederholung solcher Arbeiten verhindern soll und die Forschungsanstrengungen auf die Gebiete lenken soll, die bisher nicht ausreichend untersucht werden. Zur Ermutigung der Durchführung solcher ihr mitgeteilten Forschungsprogramme kann die Kommission im Rahmen von Forschungsverträgen finanzielle Unterstützung anbieten, verfügbare Strahlenquellen oder besondere, verfügbare Spaltstoffe (kostenlos oder gegen Bezahlung) bereitstellen und Einrichtungen, Ausrüstungen oder Unterstützung durch Experten den Mitgliedstaaten, Personen oder Unternehmen (kostenlos oder gegen Bezahlung) zur Verfügung stellen. Außerdem kann die Kommission Vertreter öffentlicher und privater Forschungsstellen und Experten auf ihrem Gebiet oder verbundenen Gebieten zum Zwecke der gemeinsamen Erörterung und für den Informationsaustausch zusammenführen.

Anhang V des Vertrags umreißt das erste Fünfjahresprogramm für Forschung und Berufsbildung, das Forschung auf dem Gebiet der Kernfusion sowohl durch die gemeinsame Kernforschungsstelle als auch außenstehende Vertragsunternehmen vorsah. Der Gesamthaushalt für den ersten Fünfjahreszeitraum wurde mit 215 Mio. Verrechnungseinheiten (VE) angesetzt. Von diesem Betrag entfielen 66 Mio. VE auf das Zentrum für die Einrichtung und den Betrieb von Laboratorien, Ausrüstungen und Infrastrukturen, einschließlich von 3,5 Mio. VE für die Einrichtung eines speziellen Kernfusionslabors. Weitere Beträge wurden für die Dokumentation, die Information und die Berufsbildung (8 Mio. VE) , für Reaktor-Prototypen (60 Mio. VE) und einen Hochflußreaktor (34,4 Mio. VE) eingestellt. Die verbleibenden 46,6 Mio. VE wurden für flankierende Maßnahmen aufgrund der Verträge eingestellt, einschließlich von 7,5 Mio. VE für die Kernfusion. Insgesamt wurden in dem Fünfjahreszeitraum ca. 13 Mio. VE für die Kernfusion aufgewendet.

Der Vertrag gibt vor, daß die Kommission dem Rat Jahresberichte über die Durchführung von Forschungs- und Ausbildungsprogrammen vorlegt und sie den Wirtschafts- und Sozialausschuß über den allgemeinen Verlauf informiert hält. Bezüglich der Verbreitung der Information, über die die Gemeinschaft verfügungsberechtigt ist, kann die Kommission Lizenzen und Unterlizenzen zu mit den Lizenznehmern zu vereinbarenden Bedingungen und Bestimmungen gewähren.

Fachgebiete

Kernfusion
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