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  • Forschungs- und technologisches Entwicklungsprogramm (EWG) auf dem Gebiet der Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft und der Bewirtschaftung von Agrarressourcen, 1989 - 1993

Rahmenprogramm

FP2-FRAMEWORK 2C

Vorheriges Programm

FP1-AGRIRES 3C

Nachfolgeprogramm

FP3-AIR

Programmfinanzierung

EUR 55 million

Referenz zum Amtsblatt

L 58 von 1990-03-07

Rechtsrahmen

90/84/CEE von 1990-02-26
Erhöhte Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft und verbesserte Bewirtschaftung von Agrarressourcen durch fortwährende Anpassung an die Folgen der Überproduktion, Aufrechterhaltung des landwirtschaftlichen Betriebseinkommens und Förderung struktureller Reformen, Kontrolle der Produktion und Verminderung der Kosten, Unterstützung landwirtschaftlich schwach strukturierter Regionen, Erhaltung natürlicher Ressourcen, Landschaftsschutz und Aufbau von Informationsdiensten.

Kurzbeschreibung

Als Bestandteil des Rahmenprogramms für Forschung und technologische Entwicklung (1987 - 1991) unter Teilaktivität 4.3: "Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft" wird das vierte Programm auf diesem Gebiet in enger Zusammenarbeit mit anderen Aktivitäten des Rahmenprogramms, insbesondere mit den Programmen ECLAIR und FLAIR, umgesetzt.

Das Programm stützt sich auf die Verordnung des Rates (EWG) Nr. 1728/74 (Amtsblatt Nr. L 182 vom 5.7.1974) in ihrer zuletzt durch Verordnung (EWG) Nr. 3768/85 (Amtsblatt Nr. L 362 vom 31.12.1985) abgeänderten Form zur Koordinierung landwirtschaftlicher Forschung.

Unterteilung

Vier Bereiche:

- Umstellung, Diversifizierung, einschließlich Ausweitung der Produktion, Verminderung der Kosten und Schutz des ländlichen Lebensraums:
. Einführung neuer und verbesserter Nutzpflanzensorten, saisonal unabhängiger Produkte und Nebenprodukte;
. Alternative tierische Erzeugungssysteme;
. Untersuchung von Produktionssystemen für landwirtschaftlich genutzte Waldflächen;
. Verbesserte biologische und integrierte Schädlingsbekämpfung sowie besserer und verminderter Einsatz von Düngemitteln, Fungiziden, Herbiziden und Pestiziden;
. Entwicklung alternativer landwirtschaftlicher Praktiken, insbesondere biologischer Ackerbau;
. Förderung der Entwicklung einer gemeinsamen landwirtschaftlichen Strukturpolitik;
. Feststellung alternativer Nutzungsmöglichkeiten für landwirtschaftlich nicht mehr benötigte Flächen;

- Produktqualität, neue Nutzungsmöglichkeiten für traditionelle Erzeugnisse sowie Aspekte des tierischen und pflanzlichen Gesundheitsschutzes:
. Definition, Messung und Bestimmung der Qualität landwirtschaftlicher Erzeugnisse;
. Landwirtschaftliche Techniken vor und nach Einholung der Ernte;
. Folgen von Rückständen, Giftstoffen und anderen schädlichen Substanzen in landwirtschaftlichen Erzeugnissen;
. Verarbeitung und Verpackung landwirtschaftlicher Erzeugnisse;
. Erkennung und Kontrolle von Tier- und Pflanzenkrankheiten, die eine Bedrohung für die Gemeinschaft darstellen;
. Entwicklung alternativer Nutzungsmöglichkeiten und Verbesserung der Qualität traditioneller Erzeugnisse;

- Sozioökonomische Aspekte und spezifische Maßnahmen für alle entwicklungsschwachen Regionen der Gemeinschaft:
. Bewertung der strukturellen, sozialen und ökonomischen Folgen einer Umsetzung der Agrarmaßnahmen in diesen Regionen;
. Untersuchung von Hindernissen, die der Entwicklung dieser Regionen entgegenstehen, und entsprechende Ausrichtung anschließender Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen;
. Spezifische regionale Probleme aufgrund von Umstellung, Diversifizierung und Ausweitung der Tierhaltung und des Nutzpflanzenanbaus;
. Spezifische Regionale Probleme aufgrund der Umwandlung von Landflächen in Nutzwald und der Forstbewirtschaftung;
. Spezifische regionale Maßnahmen zur Lösung von Problemen, die aufgrund von schlechter Wasserqualität sowie von Wasserüberfluß oder -mangel entstehen;
. Maßnahmen zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Mechanisierung in bestimmten Regionen;
. Integrierte Entwicklung in ländlichen Gebieten;

- Verfahren und Dienste zur Verbreitung landwirtschaftlicher Forschungsinformationen:
. Integrierte landwirtschaftliche Forschungsinformationssysteme innerhalb der Gemeinschaft;
. Entwicklung einer landwirtschaftlichen Informationstechnologie;
. Einsatz von Computern und Informationsmodellgestaltung bei landwirtschaftlichen Produktionssystemen.

Ausführung

Die Kommission - unterstützt von einem aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammengesetzten Ausschuß unter Vorsitz eines Kommissionsvertreters - ist zuständig für die Umsetzung des Programms mit Hilfe kostenteiliger Forschungsverträge, Koordinationsaufgaben sowie Ausbildungs- und Mobilitätsbeihilfen.

Teilnahmeberechtigt sind in der Gemeinschaft ansässige öffentlich- und privatrechtliche Organisationen, wie z. B. Forschungseinrichtungen und Universitäten, industrielle und landwirtschaftliche Unternehmen, natürliche Personen, Verbände und Zusammenschlüsse, jeweils einzeln oder in beliebiger Kombination. Im allgemeinen sollten Parteien aus mehr als einem Mitgliedstaat an der Auftragsausführung beteiligt sein.

Kostenteilige Verträge werden im Anschluß an ein auf einem Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen basierendes Auswahlverfahren vergeben. Im Regelfall zahlt die Gemeinschaft bis zu 50% der Gesamtausgaben; bei Beteiligung von Universitäten und Forschungsinstituten werden bis zu 100% der Grenzkosten übernommen.

Treffen, Seminare, Workshops und Stipendien werden innerhalb der Gemeinschaft umfassend publiziert und die Ergebnisse aller Maßnahmen eingehend bekanntgemacht. Die Kommission sorgt für eine enge Abstimmung mit anderen gemeinschaftlichen Forschungsmaßnahmen, insbesondere mit laufenden Programmen, die Bezug zu Landwirtschaft, Biotechnologie und Umwelt aufweisen.

Im Verlauf des dritten Umsetzungsjahres wird die Kommission das Programm überprüfen und dem Europäischen Parlament sowie dem Rat entsprechend Bericht erstatten. Später wird sie eine abschließende Bewertung der erzielten Erfolge vorlegen.

Fachgebiete

Landwirtschaft
Datensatznummer: 147 / Zuletzt geändert am: 1990-03-26