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Nachfolgeprogramm

ECSC-STEELRES 7C

Programmfinanzierung

EUR 107,9 million
Senkung der Kosten und Verbesserung der Energiekonservierung bei der Erzeugung, Verarbeitung und Nutzung von Stahl, Steigerung der Produktivität, Verbesserung der Produktqualität unter Einbeziehung aller Aspekte, Verbesserung der Leistung des Produkts und Erweiterung des Anwendungsbereichs.

Kurzbeschreibung

Gemäß den Bestimmungen von Artikel 55 des Vertrags über die Einrichtung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) hat die Kommission die Aufgabe, technische und wirtschaftliche Forschung bezüglich der Produktion und der verstärkten Nutzung von Stahl zu betreiben. Die hinsichtlich dieser gemeinschaftlichen Forschung angewandte Politik entspricht den allgemeinen Zielen für Stahl. Hier definiert die Kommission in regelmäßigen Zeitabständen nach den Bestimmungen von Artikel 46 des EGKS-Vertrags den zukünftigen Bedarf für Stahl, die erforderliche Produktionskapazität, die benötigten Kapitalinvestitionen für die Modernisierung sowie die Entwicklungstendenzen im Bereich des Rohmaterialverbrauchs. Die Finanzierung dieser Forschung erfolgt teilweise durch Abgaben, die gemäß Artikel 49 des EGKS-Vertrags auf die Produktion von Kohle und Stahl erhoben werden.

Seit Beginn des Programms im Jahre 1955 und bis 1980 belief sich die gesamte finanzielle Unterstützung durch die Kommission für technische Forschung im Gebiet des Stahls auf ca. 180 Millionen europäischen Rechnungseinheiten, was 60 % der Gesamtkosten der durchgeführten Forschung entspricht.

Die Festlegung des mittelfristigen Programms für den Zeitraum von 1981-1995 erfolgte in Zusammenarbeit mit Experten des erzeugenden und des Verbrauchersektors der Stahlindustrie sowie Stahl-Forschungsinstituten in der Gemeinschaft, um eine Anpassung an die Krise im Stahlsektor nach der Ölkrise von 1973/1974 und die geänderten Verhältnisse auf dem Gebiet der Eisen- und Stahlherstellung weltweit zu ermöglichen.

Im Jahre 1983 wurde ein ergänzendes Programm von Pilot- und Demonstrationsprojekten für die Eisen- und Stahlindustrie von der Kommission eingerichtet (Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften, Nr. C 81 vom 24.3.1983).

Unterteilung

Zwei Hauptsektoren:

- Produktion und Verarbeitung:
Senkung sowohl der Betriebsals auch der Kapitalkosten, Gewährleistung einer verbesserten und einheitlicheren Stahlqualität; gleichzeitig wurde auch die langfristige Entwicklung von Alternativ-Produktionsverfahren einbezogen.

. Rohmaterial- und Energiekonservierung, Ersatzstoffe und Diversifizierung;
. Weitere Optimierung und Steuerung der vorhandenen Produktionsmöglichkeiten, Modernisierung vorhandener Anlagen und Ausrüstungen;
. Verbesserung und Erweiterung von kontinuierlichen Prozessen;
. Entwicklung neuer Prozeßtechnologien und Produktionsverfahren;
. Aufbereitung und Reduktion von Eisenerzen;
. Stahlerzeugung;
. Sekundär-Stahlerzeugung (Pfannenmetallurgie);
. Abgießen und Erstarrungsverhalten (insbesondere Strangguß);
. Walzwerktechnologie und die Technologie anderer Umformprozesse (Warm- und Kaltverfahren), Produktqualität;
. Meß- und Steuerungsmethoden;

- Eigenschaften und Nutzungsmöglichkeiten.
. Die Entwicklung höherwertiger Produkte von einheitlicherer Qualität und Senkung der Produktions- und Verarbeitungskosten; Entwicklung von weiterentwickelten und fortgeschrittenen Produkten für neue Marktanwendung zur Förderung der Nachfrage nach Stahl.
. Eingehendes wissenschaftliches Verständnis der Eigenschaften von Stahl und der Weiterentwicklung dieser Eigenschaften;
. Nutzung von Stählen unter anspruchsvolleren Bedingungen auf der Basis sogenannter totaler Engineering-Systeme;
. Erstellung von Daten über die technischen Eigenschaften;
. Umsetzung und Nutzung des verfügbaren Grundverständnisses über das Verhalten von Stählen;
. Baustähle, legierte und Sonderstähle;
. Verbindungs- und Verarbeitungsverfahren und die sich dabei ergebenden Eigenschaften (insbesondere Schweißverhalten);
. Korrosionseigenschaften, Oberflächenschutz und Oberflächenbehandlung;
. Festigkeit, Zähigkeit und Verformbarkeit von Stählen;
. Bruchverhalten und Bruchmechanismen;
. Verwendung von Stählen im Bau und im Maschinenbau;
. Qualitätskontroll- und Bestimmungsmethoden für Schweißteile und Konstruktionen.

Ausführung

Mit der Zustimmung des Rates und nach einer Beratung durch den Beratungsausschuß der EGKS genehmigte die Kommission die finanzielle Unterstützung individueller Forschungsprojekte. Der EGKS-Beratungsausschuß besteht aus Vertretern der Kohle- und Stahlindustrie der einzelnen Mitgliedstaaten. In der Regel beteiligt sich die Kommission an den geschätzten Gesamtkosten für die Finanzierung dieser Forschung mit etwa 60 %. Alle Unternehmen, Forschungsinstitute und Einzelpersonen, die Forschung auf den Gebieten betreiben möchten, die im mittelfristigen Orientierungsprogramm für 1981-1985 festgelegt sind, sind dabei förderungswürdig. Antragsteller müssen auch nicht unbedingt aus der Eisenund Stahlindustrie kommen. Die Antragstellung hatte dabei jeweils bis zum 1. September eines Jahres zu erfolgen, um dann im Folgejahr wirksam zu werden. Die Verfahren für die Antragstellung sowie Bedingungen und Bestimmungen und die Verpflichtungen hinsichtlich der Verbreitung der Forschungsergebnisse wurden in Mitteilungen der Kommission bekanntgemacht (Amtsblatt Nr. C 139 vom 12.11.1974 und Amtsblatt Nr. C 159 vom 24.6.1982).
Datensatznummer: 166 / Zuletzt geändert am: 1995-11-27