Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Zur Bereitstellung eines flexiblen Rahmens für die Durchführung der Erkundungsphasen von Forschungsprojekten von europäischer Bedeutung, die eindeutig gestellten Erfordernissen entsprechen und am besten durch die Zusammenarbeit zwischen der Industrie (vor allem von KMU), wissenschaftlichen Einrichtungen, Universitäten und nationalen Forschungszentren durchgeführt werden.

Kurzbeschreibung

Am 21. November 1991 beging COST sein zwanzigjähriges Jubiläum. Aus diesem Anlaß und als Antwort auf einen Beschluß des Rates vom 29. Juni 1990 (Amtsblatt Nr. C 172 vom 13.7.1990) hat die Ministerkonferenz in Wien einen Beschluß hinsichtlich der Erweiterung des Kooperationsrahmens von 19 auf 23 europäische Staaten angenommen. Somit sind vier neue Mitgliedstaaten - die Tschechoslowakei, Ungarn, Polen und Island - den 19 Gründungsmitgliedern, nämlich die 12 EG-Mitgliedstaaten plus Norwegen, Schweden, Finnland, die Schweiz, Österreich, Jugoslawien und die Türkei, beigetreten. Außerdem hat das COST-Komitee leitender Beamter am 18. Juni 1992 die Zulassung von Slowenien und Kroatien beschlossen, womit die Gesamtzahl der COST-Mitglieder auf 25 steigt. Im Anschluß an die Trennung der Tschechischen und Slowakischen Republik haben die leitenden Beamten von COST am 1. April 1993 einen Beschluß über die Zulassung der Tschechischen Republik und der Slowakischen Republik als Vollmitglieder verabschiedet.

COST bildet in erster Linie einen Rahmen für die pragmatische Zusammenarbeit, der verschiedene Verfahren für das Aufstellen und Abschließen von Vereinbarungen für spezifische Forschungsprojekte und für die Überwachung ihrer Umsetzung ermöglicht. Er sieht entweder die Ausführung der Koordination von Projekten durch seine Mitgliedstaaten oder die Beteiligung seiner dreizehn Nicht-Mitgliedstaaten an Gemeinschaftsprogrammen vor

COST entstand aus Empfehlungen, die durch den EG-Rat in den 60er Jahren vorgebracht wurden, er ist jedoch keine Institution der Gemeinschaft. COST trat offiziell am 22. und 23. November 1971 auf einer Ministerkonferenz in Kraft, an der Minister für Wissenschaft und Technologie der 19 ursprünglichen Mitgliedstaaten teilnahmen. Während dieser Konferenz wurden sieben anfängliche zwischenstaatliche Projektvereinbarungen unterzeichnet und ein allgemeiner Beschluß über Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Forschung und Entwicklung verabschiedet.

Die sieben anfänglichen COST-Projekte waren auf dem Gebiet der Informatik (COST 11), Telekommunikation (COST 25), Werkstoffe (COST 50, COST 53) und der Umwelt (COST 61a, COST 64b, COST 68). Weitere drei zwischenstaatliche Projektvereinbarungen wurden bis zum Ende des Jahres 1976 auf dem Gebiet der Meteorologie (COST 70) und Verkehr (COST 30, COST 33) unterzeichnet. Anschließend wurden die Verfahren zur Einleitung von COST-Projekten vereinfacht und COST begann eine Periode anhaltenden Wachstums. Bis 1990 sind weit über 100 Projekte lanciert worden.

COST war das erste Instrument der europäischen Wissenschaftspolitik und stellte eine der ersten Kooperationsmöglichkeiten zwischen Forschern aus europäischen Ländern dar. Parallel zu COST wurden graduell spezifische Gemeinschaftsstrukturen für Wissenschaftspolitik eingerichtet. Viele der COST-Projekte, vor allem auf dem Gebiet der Informatik und Telekommunikation und Materialwissenschaft, haben Beiträge zu den großen industrieorientierten Programmen wie ESPRIT, RACE, EURAM und BRITE geleistet, das gilt aber ebenso für andere Gebiete wie den Umweltschutz und Nahrungsmitteltechnologie (FLAIR).

In seinem Beschluß vom 20. Juni 1989 hinsichtlich COST und der Europäischen Gemeinschaften (Amtsblatt Nr. C 171 vom 6.7.1989), bestätigte der Rat seine Ansicht, daß COST ein wichtiges Mittel für die Förderung der europäischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Forschung darstellt und drängte die Kommission darauf, die ergänzende Rolle zu berücksichtigen, die COST in bezug auf das Rahmenprogramm der Gemeinschaft spielen könnte.

Unterteilung

Elf Bereiche:
- Informatik;
- Telekommunikation;
- Verkehr;
- Ozeanographie;
-Werkstoffe;
- Umwelt;
- Meteorologie;
- Landwirtschaft und Biotechnologie;
Nahrungsmitteltechnologie;
- Sozio-Technologien;
- Medizinische Forschung.

In folgenden Bereichen wurden Technische Komitees eingerichtet und in den folgenden Bereichen werden problemorientierte Forschungsprojekte entwickelt:
- Sozialwissenschaften;
Chemieforschung;
- Forst und Forstprodukte

ANMERKUNG: Die erste Ziffer in den zur Identifizierung benutzten Zahlen bestimmt den Forschungsbereich, dem das Projekt angehört. Daher beginnen die Nummern für die Projekte über Informatik mit 1, Telekommunikation 2, Verkehr 3, usw. . Nach dem neunten Bereich werden Buchstaben verwendet: A für Sozio-Technologien, B für medizinische Forschung usw.. COST-Projekte, die unter Kategorie I fallen, werden nicht anhand einer Nummer identifiziert.

Ausführung

Die zwischenstaatlichen Vereinbarungen, durch welche die ersten COST-Projekte in umfangreiche Verfahren eingebunden waren, machten die Ratifizierung durch einzelstaatliche Regierungen erforderlich. Zur Beschleunigung der Verfahren für die Projekteinleitung wurde 1977 eine neue Art von Vereinbarung als eine Absichtserklärung ("Memorandum of Understanding") eingeführt und offiziell durch einen Ratsbeschluß am 18. Juli 1978 (Amtsblatt Nr. C 100 vom 21.4.1979) verabschiedet.

Dieser Beschluß bestimmte außerdem vier Kategorien der möglichen Zusammenarbeit innerhalb des COST-Rahmens:
- Kategorie I: Durch die Kommission eingebrachte Projekte, die einen integralen Bestandteil der Gemeinschaftsprogramme bilden und für die Teilnahme von Nichtmitgliedern der COST-Gemeinschaft offen sind;
- Kategorie II: Von COST vorgeschlagene Projekte, die im Anschluß an einen Beschluß des Rates in Gemeinschaftsprogramme integriert werden (Konzertierte Vereinbarungen zwischen der Gemeinschaft und COST);
- Kategorie III: COST-Projekte, die in keinem Zusammenhang mit irgendeinem Gemeinschaftsprogramm stehen, mit paralleler Beteiligung durch irgendeinen COST-Mitgliedstaat sowie durch die Gemeinschaft als solche;
- Kategorie IV: COST-Projekte ohne Beteiligung durch die Gemeinschaft als solche.

Die Absichtserklärung war ausschließlich für die Kategorien III und IV relevant. Die große Mehrheit der COST-Projekte fielen unter diese zwei Kategorien.

In seinem Beschluß vom 20. Juni 1989 hinsichtlich COST und der Europäischen Gemeinschaften (Amtsblatt Nr. C 171 vom 6.7.1989), bestätigte und verabschiedete der Rat eine Vereinfachung und Neubestimmung der COST-Kategorien, wie folgt:
- Kategorie A: Konzertierte Aktionsprojekte, die auf einer multilateralen Basis für COST-Drittländerbeteiligung offen sind, bilden einen integrierten Bestandteil eines F&E-Programms der Gemeinschaft;
- Kategorie B: Konzertierte Aktionsprojekte, die entweder von COST-Staaten oder von der Kommission vorgeschlagen werden, und nicht Bestandteil eines Gemeinschaftsprogramms sind. Einzelne COST-Staaten und die Kommission können an diesen Projekten teilnehmen.

Die Absichtserklärung ist ausschließlich für Kategorie B - die größte Kategorie - relevant.

Die folgenden Ausführungen beziehen sich in erster Linie COST-Projekte der Kategorie B, insoweit sie spezifischer und repräsentativer die COST-Kooperation betreffen.

Die COST-Mechanismen werden von vier Grundsätzen bestimmt:
- Alle COST-Mitgliedstaaten sowie die EG können Forschungsprojekte vorschlagen ;
- Die Beteiligung an diesen Projekten ist freiwillig und "a la carte", die Assoziation betrifft ausschließlich interessierte Länder;
- Die Projekte erhalten nationale Finanzhilfe (Finanzhilfen der Gemeinschaft sind auf ein absolutes Minimum beschränkt und umfassen hauptsächlich Verwaltungskosten);
- Die Zusammenarbeit erhält die Form von "konzertierten Aktionsprojekten", die aus der Koordination nationaler Forschungsprojekte bestehen.

Die Entwicklung von COST-Projekten findet in zwei Phasen ausgeführt: in der Vorbereitungsphase und der Durchführungsphase. Grundsätzlich sind ein Komitee leitender Beamter (CSO) und spezifische Technische Komitees (TCs) oder Neue Projektgruppen (NPGs) mit der Vorbereitungsphase befaßt. Spezifische Managementkomitees sind mit der Durchführungsphase befaßt.

Das CSO setzt sich aus Vertretern der 19 COST-Staaten und der Gemeinschaft zusammen. Es ist für die allgemeine Strategie der COST-Kooperation verantwortich und trifft Entscheidungen über jeden einzelnen COST-Vorschlag. Einige Ausschußmitglieder fungieren als Nationale COST-Koordinatoren (NCCs) für COST-Projekte (ein nationaler Koordinator für jedes Land). Das allgemeine Sekretariat des Rates stellt das Sekretariat für den CSO.

Die Technischen Komitees und Neuen Projektgruppen agieren als beratende Behörden des CSO. Sie wählen Forschungsprojekte in einigen bestimmten Gebieten aus, prüfen relevante Vorschläge und geben Expertisen über Vorschläge zur Änderung von im Gang befindlichen Vorschlägen. Die TCs werden auf verschiedenen Gebieten der kooperativen Forschung eingerichtet (TC-Telekommunikation, TC-Verkehr, TC-Sozialwissenschaften usw.).

Die Verwaltungsausschüsse befassen sich mit der Planung im Detail, der Ausführung und Überwachung der während der Durchführungsphase geleisteten Arbeit. Jedes Projekt hat seinen eigenen Verwaltungsausschuß, dessen Mitglieder direkt ihren eigenen nationalen Behörden gegenüber verantwortlich sind.

Neue COST-Projekte können durch einzelne Wissenschaftler, Forschungsinstitute oder durch die Industrie vorgeschlagen werden. Vorschläge werden dem relevanten TC oder NPG zur Annahme unterbreitet. Anschließend formuliert das COST-Sekretariat zusammen mit dem Projektinitiator eine Absichtserklärung über die Bestimmung der Art der durchzuführenden Aktivität, der gemeinsamen Ziele, der Bedingungen betreffend die Teilnahme und Einhaltung sowohl der Souveränität und - falls erforderlich - der Wahrnehmungsrechte. Die Absichtserklärung muß anschließend durch den Ausschuß leitender Beamter verabschiedet und durch die nationalen Vertreter (mindestens vier Unterschriften) unterzeichnet werden.

Einzelne Wissenschaftler, Forschungsinstitute oder die Industrie können die Beteiligung an im Gang befindlichen Projekten durch Einrichtung einer Anfrage an das COST- Sekretariat beantworten. Das zuständige Projekt-Verwaltungsausschuß prüft die Anfrage und unterbreitet sie dem entsprechenden nationalen Vertreter, der wiederum die Absichtserklärung unterzeichnet.

Die einzelnen Länder tragen die Kosten für Forschung und Entwicklung der Projekte, entweder Zuteilung spezieller Mittel oder Subventionen oder durch die Bereitstellung von Forschungslabors und des entsprechenden Personals. Die Kommission trägt die Verantwortung für die Koordination stellt die technischen Sekretariate für jedes der spezifischen Projekte zur Verfügung (von der Vorbereitung bis zur Überwachung ihrer Durchführung). Die Fortschrittsberichte sind in Jahresberichten enthalten, und ein Abschlußbericht enthält detaillierte Angaben über die gesamten Forschungsergebnisse .
Datensatznummer: 170 / Zuletzt geändert am: 2002-01-17