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  • Entscheidung (EGKS, EWG, Euratom) über die Fortsetzung und Durchführung einer Umweltpolitik und eines Umweltaktionsprogramms der Europäischen Gemeinschaft, 1977-1981

Vorheriges Programm

ENV-ENVAP 1C

Nachfolgeprogramm

ENV-ENVAP 3C
Verhütung, Reduzierung und soweit als möglich Eliminierung von Verschmutzung und Belastungen; Aufrechterhaltung eines vertretbaren ökologischen Gleichgewichts und Sicherstellung des Schutzes der Biosphäre, Gewährleistung ordentlicher Bewirtschaftung sowie Vermeidung einer Ausbeutung von Ressourcen oder der Natur, die das ökologische Gleichgewicht wesentlich beeinträchtigt; Entwicklungslenkung anhand von Qualitätsmaßstäben; Sicherstellung einer stärkeren Berücksichtigung von Umweltschutzaspekten bei Stadtplanung und Flächennutzung sowie Suche nach Lösungen von Umweltproblemen gemeinsam mit Staaten außerhalb der Gemeinschaft, insbesondere im Rahmen internationaler Organisationen.

Kurzbeschreibung

Dieses zweite Umweltaktionsprogramm schließt sich an das Aktionsprogramm 1973 an, mit dem die Gemeinschaft ihre Umweltpolitik festlegte, deren Ziel es war, dazu beizutragen, die Expansion in den Dienst der Menschen zu stellen, indem sie ihnen zu einer Umwelt verhilft, die beste Lebensbedingungen bietet, und diese Expansion mit dem zunehmend dringenden Bedürfnis nach Erhaltung der natürlichen Umwelt in Einklang zu bringen". Diese Politik beruhte auf der Erkenntnis einer Beschränkung ökonomischen Fortschritts durch begrenzte natürliche Ressourcen.

Das zweite Aktionsprogramm hatte zum Ziel, die Politik des vorangegangenen Programms weiterzuverfolgen. Dabei wurde Projekten zum Aufbau eines Instrumentariums an Vorbeugemaßnahmen, insbesondere im Hinblick auf Umweltverschmutzung, Flächennutzung und Abfallaufkommen, besondere Bedeutung zugemessen. Das Tätigwerden der Gemeinschaft auf internationaler Ebene wurde bekräftigt, und es wurde vorgeschlagen, den Umweltaspekt so schnell als möglich in die Zusammenarbeitspolitik der Gemeinschaft mit Entwicklungsländern einzubinden.

Die Zielsetzung des Programms und der durchzuführenden Aktionen wurde im einzelnen niedergelegt in der Entschließung des Rates der Europäischen Gemeinschaften und der Regierungsvertreter der Mitgliedstaaten bei ihrem Treffen anläßlich der Ratssitzung von 17. Mai 1977 über die Fortsetzung und Durchführung einer Umweltpolitik und eines Umweltaktionsprogramms der Europäischen Gemeinschaft" (Amtsblatt Nr. C 139 vom 13.6.1977).

Unterteilung

Schwerpunktbereiche:

- Verringerung von Verschmutzung und Belastungen:
. Objektive Bewertung der durch Verschmutzung verursachten Gefahren für die menschliche Gesundheit und für die Umwelt;
. Vermeidung und Verringerung von Süß- und Salzwasserverschmutzung;
. Luftverschmutzung;
. Lärmschutzmaßnahmen;
. Spezielle Aktionen für bestimmte Industriebereiche und die Energiegewinnung;
. Maßnahmen in bezug auf bestimmte Produkte;
. Beobachtung und Bewertung;

Unschädliche Nutzung und rationelle Bewirtschaftung von Böden, Umwelt und natürlichen Ressourcen:
. Unschädliche Flächennutzung und rationelle Bewirtschaftung von Böden:
Entwicklung eines ökologischen Kartierungssystems; Maßnahmen in bezug auf ländliche Gebiete und Forstwirtschaft (Pestizide, intensive Viehzucht, mineralische Düngemittel, landwirtschaftliche Flächennutzung, Wälder); Stadtgebiete und ländlicher Raum, sowie Küsten- und Bergregionen (Stadtplanung, Erhaltung unseres Natur- und Kulturerbes, Bergregionen, Küstenregionen);
. Schutz von Flora und Fauna;
. Schutz und Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen - Bekämpfung der Verschwendung:
Wasserressourcen; Abfallbewirtschaftung durch umfassende Politik der Einschränkung, Sanierung und Entsorgung (Vermeidung der Abfallproduktion, Recycling und Wiederverwertung von Abfällen, sichere Entsorgung nichtwiederverwertbarer Abfälle, radioaktive Abfälle); Umweltprobleme aufgrund Verknappung bestimmter natürlicher Ressourcen;

- Generelles Tätigwerden zum Schutz und zur Verbesserung der Umwelt:
. Umweltverträglichkeitsprüfung;
. Wirtschaftliche Aspekte (Feststellung der Kosten von Maßnahmen zur Verschmutzungsbekämpfung sowie der aus einer Verbesserung der Umwelt erwachsenden Vorteile, Verursacherprinzip, Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung der Umwelt);
. Verbreitung von Umweltschutzinformationen;
. Forschungsprojekte im Bereich des Umweltschutzes;
. Förderung eines Problembewußtseins und der Erziehung in bezug auf die Umwelt;
. Europäische Stiftung für die Verbesserung von Lebens- und Arbeitsbedingungen;
. Verbesserung der Arbeitsumwelt;
. Maßnahmen zur Gewährleistung der Einhaltung der Umweltschutzvorschriften;

- Gemeinschaftsaktionen auf internationaler Ebene:
. Tätigwerden der Gemeinschaft und ihrer Mitgliedstaaten in internationalen Gremien und Organisationen sowie Zusammenarbeit mit Drittstaaten;
. Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern in Umweltfragen.

Ausführung

Die Kommission war für die Durchführung des Programms verantwortlich, das auch weiterhin abgeändert und ergänzt werden konnte, um veränderten Umständen und gewonnenen Erfahrungen Rechnung zu tragen.
Datensatznummer: 178 / Zuletzt geändert am: 2000-06-05