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Referenz zum Amtsblatt

L 331 von 1984-12-19

Rechtsrahmen

84/636/EEC von 1984-12-13
Jungen Arbeitskräften mehr Chancen zur Erweiterung ihrer Berufsausbildung sowie ihrer kulturellen, linguistischen und menschlichen Kenntnisse in einem anderen Mitgliedstaat als dem Land ihres Wohnsitzes zu geben.

Kurzbeschreibung

Dieses dritte Programm wurde in Verbindung mit Maßnahmen zur Förderung der Beschäftigung junger Arbeitskräte entwickelt und dahingehend erweitert, daß auch junge Arbeitsuchende teilnehmen dürfen.

Mit dem 'Austausch junger Arbeitskräfte' ist u.a. die Organisation von Studienaufenthalten für junge Arbeitskräfte in einem anderen Mitgliedstaat als dem Land ihres Wohnsitzes gemeint, zur Entwicklung ihrer beruflichen Kenntnisse und zur Bereicherung ihrer praktischen Erfahrung, zur Förderung ihres Bewußtseins um die Probleme des Berufslebens, sie mit dem Arbeitsumfeld des Gastlandes zur Verbesserung ihrer Kenntnisse der Lebensbedingungen und sozialen Verhältnisse in Berührung zu bringen und sie entsprechend mit den Zielen und Verfahrensabläufen der Europäischen Gemeinschaft vertraut zu machen.

In Befolgung des Antrags des Rates (14. Dezember 1989) auf Maßnahmen zur Anpassung und Verstärkung bestehender Gemeinschaftsprogramme im Bereich technischer und beruflicher Bildung und Grundausbildung sowie in Anbetracht ihres Memorandums über die Rationalisierung und Koordinierung ihres Berufsausbildungsprogramms, hat die Kommission angeregt, das Programm PETRA 1988-1992 zu konsolidieren und insofern weiter auszubauen, als Chancen für den Austausch junger Arbeitskräfte in einen breiter gesteckten Rahmen von Gemeinschaftsaktionen auf dem Gebiet der ersten Berufsausbildung aufgenommen werden sollen, statt diese Chancen weiterhin als separate Aktivität zu bieten ('Vorschlag über eine Entschließung des Rates betreffend ein Aktionsprogramm zur beruflichen Qualifizierung Jugendlicher und deren Vorbereitung auf das Erwachsenen- und Erwerbsleben', COM(90) 467 endgültig).

Unterteilung

Informationen liegen zur Zeit nicht vor.

Ausführung

Mit Unterstützung durch das Jugendaustauschbüro der Europäischen Gemeinschaft (ECYEB) und einzelstaatliche Koordinatoren ist die Kommission für die Umsetzung des gemeinsamen Programms zuständig. Sie konsultiert die betreffenden Mitgliedstaaten vor der Verabschiedung von Austauschvorhaben. Mitgliedstaaten leisten unterstützende Beiträge zur Realisierung von Austauschvorhaben im Rahmen bestehender Gesetzgebung und Gepflogenheiten.

Die Austauschvorhaben werden von Gremien oder Gruppen, einschl. Jugendorganisationen organisiert, die von der Kommission in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten genehmigt werden, auf der Basis ihrer Fähigkeit zur sinnvollen Durchführung derartiger Projekte auf europäischer Ebene. Die Verpflichtungen und finanziellen Verantwortungen dieser Gremien, wie auch die Bedingungen für die Realisierung der Austauschvorhaben, sind in einzelnen Verträgen verankert. An den Vorhaben müssen mind. 10 Teilnehmer beteiligt sein.

Als austauschwürdig gelten junge Arbeitskräfte zwischen 18 und 28 Jahren, die Staatsbürger eines Mitgliedstaats sind, die in einem Arbeitsverhältnis stehen bzw. gemäß der einzelstaatlichen Gesetzgebung und Gepflogenheiten auf dem Arbeitsmarkt frei verfügbar sind und die ihre grundlegende Berufsausbildung absolviert bzw. praktische Arbeitserfahrungen gesammelt haben. Junge Arbeitskräfte, die zwar nicht alle diese Bedingungen erfüllen, für die jedoch die Teilnahme an einem Austauschvorhaben besonders nützlich sein könnte, dürfen in Ausnahmefällen ebenfalls an einem Austausch teilnehmen.

Ausbildungsperioden können von kurzer oder langer Dauer sein. Bei Ausbildungszeiträumen langer Dauer handelt es sich um Ausbildung einer vorwiegend beruflichen Art, die zwischen 4 und 16 Monaten dauern und bei einem Arbeitgeber im Gastland stattfinden kann, wobei die Teilnehmer ihre beruflichen Kenntnisse dadurch entwickeln können, daß sie sich mit dem Arbeitsalltag in einem Unternehmen vertraut machen. Bei Ausbildungszeiträumen kurzer Dauer handelt es sich um Ausbildungsperioden, die zwischen drei Wochen und drei Monaten dauern können und die so ausgelegt sind, daß die Teilnehmer in enge Berührung mit dem Arbeitsumfeld sowie mit dem Leben im Gastland kommen. Der Austausch muß jeweils praktische Arbeitserfahrungen von mind. einer Woche beinhalten.

Die finanziellen Beiträge der Kommission für das Programm werden auf der Basis eines Pauschalbeitrags pro Auszubildendem/r pro Woche berechnet, bis zu max. 26 Wochen. Ein zusätzlicher Pauschalbeitrag pro Auszubildendem/r wird für jede Woche der linguistischen Ausbildung gewährt. Die Kommission trägt außerdem bis zu 75% der Kosten der Hin- und Rückreise zwischen dem Wohnsitz und dem Ausbildungsort bei. Der Austausch entfällt entweder auf die Kategorie 'Normalfall' oder 'Ausnahmefall'. Diejenigen Fälle, die von der Kommission als Ausnahme- oder Experimentalfälle betrachtet werden, können durch eine Sondersubvention unterstützt werden.

Die Kommission unterbreitet der Kommission alle zwei Jahre einen Bericht über den Fortgang der Austauschfälle, einschl. einer allgemeinen Beurteilung ihrer Realisierung.
Datensatznummer: 179 / Zuletzt geändert am: 2000-06-05