Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Nachfolgeprogramm

ET-LEONARDO DA VINCI 1

Referenz zum Amtsblatt

L 156 von 1990-06-21

Rechtsrahmen

90/267/EEC von 1990-05-29
Zur Förderung im Bereich der beruflichen Weiterbildung eines größeren Investitionsaufwands sowie besserer Rendite sowie zur Förderung von Innovationen hinsichtlich Management, Methodologie und Ausrüstung, grenzübergreifende Zusammenarbeit und Informationsaustausch sowie zur Förderung der Entwicklung wirksamerer Mechanismen, die dem Wandel auf dem europäischen Arbeitsmarkt entsprechen, mit dem Ziel der Unterstützung und Ergänzung von Politiken und Aktivitäten zur beruflichen Weiterbildung von und in den Mitgliedstaaten.

Kurzbeschreibung

Die fundamentalen Zielvorgaben einer gemeinsamen Berufsausbildungspolitik, die in der Entschließung des Rates 63/266/EWG (ABl Nr 63 vom 20.4.1963) dargelegt sind, beziehen sich insbesondere auf die Notwendigkeit, grundlegende und weiterführende Berufsausbildung und gegebenenfalls Umschulung zu fördern. In diesem Zusammenhang soll das Aktionsprogramm 1991-1995 mit den Aufgaben und Aktionen des Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie den Programmen EUROTECNET und COMETT, dem IRIS Netz für berufliche Bildung für Frauen im Hinblick auf 1992 sowie mit experimentellen Projekten in Wechselbeziehung stehen, die von Klein- und Mittelbetrieben gefördert werden.

Die Entschließung, in der das Programm FORCE eingerichtet wurde, umfaßt die folgenden Definitionen:
- Der Begriff 'berufliche Weiterbildung' bzw. 'weiterführende berufliche Bildung' bezieht sich auf Berufsausbildung, der sich eine Arbeitskraft in der Europäischen Gemeinschaft während seines gesamten Erwerbslebens unterzieht;
- Der Begriff 'Unternehmen' bezieht sich nicht nur auf große sondern auch auf kleine und mittlere Unternehmen/Betriebe, ungeachtet ihres Rechtsstatus oder des Wirtschaftszweigs, in dem sie arbeiten sowie auf alle Arten wirtschaftlicher Aktivität;
- Der Begriff 'Ausbildungsträger' bezieht sich auf alle Arten staatlicher, halbstaatlicher oder privater Einrichtungen, die unabhängig von ihrer jeweiligen Bezeichnung in den Mitgliedstaaten Maßnahmen der beruflichen Bildung, der Weiterbildung, der Nachschulung oder der Umschulung durchführen.
- Der Begriff 'Arbeitskraft' bezieht sich auf alle Erwerbspersonen, die aktive Verbindung zum Arbeitsmarkt haben, einschließlich der Selbständigen.

Unterteilung

Zwei ergänzende Teile:

- Gemeinsames Rahmenwerk von Leitlinien (Maßnahmen auf einzelstaatlicher Ebene):
ausgelegt zur Unterstützung und Ergänzung der von den Mitgliedstaaten verabschiedeten Politiken und Maßnahmen unter Berücksichtigung der Verantwortungen der betreffenden Parteien im Rahmen der einzelstaatlichen Gesetzgebung, zwecks Förderung der kohärenten Entwicklung der beruflichen Weiterbildung zwischen den Mitgliedstaaten. Zu den Maßnahmen gehören u.a.:
. Einrichtung und Entwicklung eines nationalen Netzwerks vom Modellprogrammen zur Demonstration und Verbreitung etablierter Unternehmensstrategien und -programme zur Interaktion von 'technischer Innovation und Weiterbildung' als Beschlußfassungselemente für Unternehmen und Sozialpartner;
. Ausarbeitung und Austausch hervorragender Beispiele von Ausbildungskonzepten, Material und Hilfsmitteln zur Durchführung von Weiterbildung;
. Einrichtung von Konsortien/Kooperativen/Partnerschaften zur Weiterbildung, wie z. B. zwischen Weiterbildungseinrichtungen sowie kleinen und mittleren Unternehmen oder Gremien, die sie vertreten;
. Austausch von Erfahrungen unter Experten, Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern, unter Beteiligung der Sozialpartner, betreffend die Organisation sowie wesentliche Aspekte betriebsinterner Weiterbildung;
. Kooperative Vereinbarungen/Partnerschaften unter Gremien, die Ratschläge zu Innovations- und Organisationsfragen erteilen und Firmen betreffend Kenntnissen und Kompetenzen zwecks Verbesserung des über Strategien und Weiterbildung verfügbaren Informationsstandards beraten;
. ein Überblick über die Notwendigkeit des lebenslangen Lernens und der praktischen Mittel zur Durchführung dieses Konzepts sowie über den künftigen Bedarf an Kenntnissen/Kompetenzen in Anbetracht des technologischen Wandels und im Rahmen der Weiterbildungsplanung. Die Erstellung regelmäßiger Berichte über Schritte, die zur Umsetzung der Leitlinien des gemeinsamen Rahmenwerks unternommen werden;

-Grenzübergreifende Maßnahmen, die auf Gemeinschaftsebene durchgeführt werden:
. Aktion I - Unterstützung für Innovation in Bezug auf berufliche Weiterbildung:
Erzielung von Synergie bei Innovationen; Europäische sektorbezogene Erhebungen betreffend Weiterbildungspläne;
. Aktion II - Analyse, Überwachung, Beurteilung und Prognose:
Austausch vergleichbarer Daten über berufliche Weiterbildung; Analyse von Vertragspolitik über berufliche Weiterbildung; Prognose von Trends hinsichtlich Qualifikationen und Berufen;
. Aktion III - flankierende Maßnahmen:
Unterstützung und fortlaufende Bewertung des Programms sowie Verbreitung und Transfer der erzielten Ergebnisse.

Ausführung

Die Kommission ist - unterstützt durch den Beratungsausschuß FORCE, der sich aus je zwei Vertretern von jedem Mitgliedstaat zusammensetzt, durch die in den betreffenden Mitgliedstaaten einzurichtenden einzelstaatlichen Koordinierungsgremien und durch das Europäische Zentrum für die Förderung der Berufsausbildung (CEDEFOP) - für die Umsetzung des Programms zuständig. Sie muß den Beratungsausschuß über Berufsausbildung regelmäßig über die Entwicklung des Programms informiert halten und Übereinstimmung und Komplementarität mit anderen Gemeinschaftsprogrammen im Hinblick auf Berufsausbildung sicherstellen.

Die Eignung zur Teilnahme an dem Programm ist nach fünf spezifischen Kriterien zu beurteilen:
. Alle Projekte und Aktivitäten müssen sich mit beruflicher Weiterbildung befassen;
. Die Aktionen müssen sich mit der Ausbildung und den Ausbildungserfordernissen einzelner aktiv erwerbstätiger bzw. im Arbeitsmarkt frei verfügbarer Personen befassen und sich auf die Bedingungen und den Rahmen beziehen, unter denen sie ihre Ausbildung beziehen;
. Die geplante Bereitstellung beruflicher Weiterbildung muß im Mittelpunkt von Projekten stehen, die von Unternehmen, Agenturen, Ämtern, Einrichtungen, Arbeitgebern/Gewerkschaften, Konsortien und Partnerschaften unterbreitet werden;
. Organisationen, die sich zur Teilnahme an analytischen und Forschungsaktivitäten eignen, müssen über anerkannte Know-How-Kapazitäten verfügen;.
. Projekte und Aktivitäten müssen echte Auswirkungen auf den Transfer guter Gepflogenheiten haben.

Leitlinien, Verfahrensweisen und Kriterien für die Unterbreitung und Auswahl von Projekten sind im FORCE Vademekum und im FORCE Leitfaden dargelegt.

Der Mittelbedarf für die Finanzierung des Programms in den ersten beiden Jahren des Vierjahreszeitraums wird auf ECU 24 Mio. veranschlagt.

Alle zwei Jahre unterbreiten die Mitgliedstaaten der Kommission einen Bericht über die Schritte, die ergriffen wurden, um die gemeinsamen Rahmenleitlinien umzusetzen, die in Artikel 5 der Entschließung festgelegt wurden, einschl. Informationen über laufende Vereinbarungen zur Förderung und Finanzierung der beruflichen Weiterbildung. Externe Beurteilungen des Programms und seines Betriebs müssen während des ersten Halbjahres 1993 und des ersten Halbjahres 1995 stattfinden. Vor dem 30. Juni 1993 muß die Kommission dem Europäischen Parlament, dem Rat, dem Wirtschafts- und Sozialausschuß und dem Beratungsausschuß für Berufsausbildung einen Zwischenbericht über die Einführungsphase und - vor dem 30. Juni 1995 - einen Abschlußbericht über die Realisierung des Programms insgesamt vorlegen.
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