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Rahmenprogramm

FP3-FRAMEWORK 3C

Vorheriges Programm

FP2-SPES

Nachfolgeprogramm

FP4-TMR

Programmfinanzierung

EUR 562 million

Referenz zum Amtsblatt

L 107 von 1992-04-24

Rechtsrahmen

92/217/CEE von 1992-03-16
Zur Unterstützung der Steigerung der Quantität und Qualität der für Forschung und technologische Entwicklung zur Verfügung stehenden Humanressourcen, die von den Mitgliedstaaten in den Mitgliedstaaten in den kommenden Jahren benötigt werden und zur optimalen Nutzung ihrer wissenschaftlichen und technischen Infrastruktur und somit zur Unterstützung der Schaffung einer wahrhaft europäischen wissenschaftlichen und technischen Gemeinschaft.

Kurzbeschreibung

Teil des dritten Rahmenprogramms für Gemeinschaftsaktivitäten auf dem Gebiet der Forschung und technologischen Entwicklung (1990 bis 1994) unter Unteraktivität III.6.: "Humankapital und Mobilität", dieses Programm beruht auf der im Programm SCIENCE (1988-1992), im Programm SPES (1989-1992) und im Programm für Einrichtungen auf großer Ebene (1989-1992) ausgeführten Arbeit und führt diese fort. Seine Ausbildungsaktivitäten ergänzen die unter anderen spezifischen Gemeinschaftsprogrammen wie COMETT und EUROTECNET ausgeführten Ausbildungsaktivitäten.

Das Programm konzentriert sich auf zwei Ziele, die Ausbildung und Mobilität von Personal und die Schaffung von Netzen. Auf Grund seines horizontalen Charakters umfaßt es alle wissenschaftlichen und technologischen Sektoren, einschließlich der Wirtschafts- und Managementwissenschaften.

Die verschiedenen Programmaktivitäten zielen insbesondere auf die Erhöhung der Mobilität der Wissenschaftler der Gemeinschaft, insbesondere von jungen Forschern im Anschluß an die Promotion, indem es ihnen über Ausbildungsplätze die Möglichkeit verschafft, eine Forschungsaktivität in einem Team oder Laboratorium von anerkannter Qualität mit Sitz in einem Mitgliedstaat außerhalb ihres Herkunftslandes zu entwickeln. Außerdem kann jungen Forschern bei der Vorbereitung ihrer Doktorarbeit Unterstützung gewährt werden, insbesondere in Bereichen, in denen es an habilitierten Forschern fehlt, das gilt auch für etablierte Forscher, die spezifische Ausbildung auf einem anderen Gebiet als ihrem eigenen benötigen, um ihre wissenschaftlichen Kenntnisse in neuen Bereichen anzuwenden. Außerdem können erfahrene Forscher von Unterstützung durch Ausführung von F&E-Projekten (als "Gastprofessoren" mit Verantwortung für Forschung) in Zentren profitieren, die in benachteiligten Regionen der Gemeinschaft angesiedelt sind, um eine Anzahl junger Wissenschaftler vor Ort auszubilden.

Innerhalb des oben genannten Zusammenhangs umfaßt das Programm Aktionen zur Förderung des Zugangs zu großen und/oder technischen Einrichtungen in der Gemeinschaft und steigert so die Möglichkeiten für fortgeschrittene Ausbildung, die europäischen Forschern angeboten werden, indem es sie in die Lage versetzt, diese Einrichtungen im Laufe der Ausführung von Forschungsprojekten kennenzulernen.

Die Einrichtung von Forschungsnetzen im Rahmen des Programms ist von großer Bedeutung für die Erreichung der Ziele der gemeinschaftlichen FTE-Politik bei der Konsolidierung und Ergänzung der strukturellen Effekte von thematischen Programmen. Diese werden als allgemeine Regel aus fünf öffentlichen und/oder privaten Laboratorien und/oder Teams, die in mindestens drei Ländern der Gemeinschaft zusammengestellt wurden und gemeinsam ein oder mehrere FuE-Projekte bearbeiten. Es wird insbesondere die Assoziation mit anerkannten hochwertigen Laboratorien und vielversprechenden Laboratorien mit Sitz in benachteiligten Regionen gesucht.

Unterteilung

Vier Bereiche:

- Die Entwicklung eines Gemeinschaftssystems der Forschungsausbildungsstipendien:
Auswahl der Teilnehmer auf der Grundlage eines zweistufigen Verfahrens, das auf die Abstimmung der Gastgeberorganisation mit den antragstellenden Forschern abzielt:
. Individuelle Empfänger von Ausbildungsstipendien:
Wissenschaftler der Gemeinschaft, insbesondere junge Forscher, die sich habilitieren oder die Habilitation erworben haben, die ausgewählt werden, für einen Zeitraum von sechs Monaten bis zwei Jahren an fortgeschrittenen Forschungsprojekten teilzunehmen;
. Laboratorien, oder Forschungsteams, die Empfänger von Stipendien aufnehmen:
Drei Kategorien von Organisationen - einzelne Forschungsteams oder Laboratorien, Forschungsteams oder Laboratorien, die sich zu intra-europäischen Netzen zusammenschließen, Institutionen, die große Einrichtungen anbieten - die entweder einzeln oder gemeinsam (im Falle eines Netzes) - zur Aufnahme der Empfänger von Ausbildungsstipendien ausgewählt werden;

-Forschungsnetze für wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit:
Finanzielle Unterstützung für Forschungsteams oder Laboratorien, die sich zur Bildung von intra-europäischen Netzen für den Zweck eines wissenschaftlichen und technischen Themas oder eines wissenschaftlichen und technischen Projekts zusammenschließen.

- Zugang zu großen Einrichtungen:
Finanzielle Unterstützung an Organisationen, die mit großen Einrichtungen ausgestattet sind, zur Deckung der Kosten, die aus der Bereitstellung dieser Einrichtungen für Gastforscher entstehen.

- Eurokonferenzen:
Finanzielle Unterstützung für Organisationen, wissenschaftliche Vereinigungen oder wissenschaftliche Gesellschaften, die eine Reihe von Treffen auf höchster Ebene für die Erörterung der neuesten Arbeit in fortgeschrittenen wissenschaftlichen oder technischen Bereichen organisieren.

Ausführung

Die Kommission trägt die Verantwortung für die Durchführung des Programms mit Hilfe eines Komitees, das sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten unter Vorsitz eines Vertreters der Kommission zusammensetzt.

Das Programm umfaßt Ausbildungsaktionen und begleitende Maßnahmen.

Die Teilnehmer werden auf der Basis von Aufrufen zur Einreichung von Vorschlägen ausgewählt, die im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht werden. Die individuellen Empfänger von Forschungsausbildungsstipendien müssen Staatsangehörige der Mitgliedstaaten der Gemeinschaft oder natürliche Personen mit Wohnsitz in der Europäischen Gemeinschaft sein. Die Organisationen müssen auf rechtlichen Einheiten beruhen, die im Rahmen der in der Gemeinschaft gegründet wurden, wie Forschungszentren, akademische Einrichtungen oder wissenschaftliche Stiftungen mit eigenen Forschungsaktivitäten oder Industriefirmen. Ausnahmsweise kann die Europäische Organisation für Kernphysikalische Forschung (CERN), die ihren Sitz in Genf aber den größten Teil ihrer Einrichtungen auf dem Territorium der Gemeinschaft hat, für die Zwecke dieses Programms ein Teilnehmer an den Verträgen werden.

Die Stipendien umfassen zwei Arten von Ausgaben: diejenigen in Zusammenhang mit den Forschern selbst und die in Zusammenhang mit der Verwaltung der Stipendien. Zu den Verwaltungskosten gehören diejenigen der Kommission und die der Gastgeberorganisationen, einschließlich eines Beitrags zu den Forschungsausgaben des Stipendiaten in bestimmten Fällen, wo es entsprechend gerechtfertigt ist. Die Ausgaben in Zusammenhang mit den Forschern sollen den Lebensunterhalt und mobilitätsbezogene Ausgaben und spezielle Ausgaben für die Veröffentlichung der Ergebnisse umfassen.

Für die an den intra-europäischen Netzwerkaktionen beteiligten Forschungsteams oder Laboratorien müssen die verschiedenen Formen der gewährten Unterstützung einem Vertrag unterliegen. Der Beitrag der Gemeinschaft umfaßt Ausgaben, die in Zusammenhang mit der Einstellung von Forschern von außerhalb des Netzes entstehen, die zur Fertigstellung des Forschungsprojekt benötigt werden, aus internationaler Zusammenarbeit resultierende Nebenausgaben, einen Beitrag zu den Forschungsausgaben und Verwaltungskosten. Der Beitrag der Gemeinschaft beträgt im allgemeinen 100% der Grenzkosten der Aktion (einschließlich der gesamten Forschungsstipendiumskosten).

Für Organisationen, die an Aktionen großer Einrichtungen teilnehmen, beruht das Ausmaß der Gemeinschaftsunterstützung auf der Qualität und den herausragenden Merkmalen der Einrichtung, dem gezeigten Interesse potentieller Nutzer, dem Kosten/Nutzen-Verhältnis der Gemeinschaftsunterstützung und dem Wert für die Gemeinschaft, was die Bedeutung der Einrichtung bezüglich des gesamten wissenschaftlichen und technischen Potentials der Gemeinschaft betrifft.

Für Organisationen, die an der Eurokoferenzen-Aktion teilnehmen, umfaßt die finanzielle Unterstützung der Gemeinschaft insbesondere die Kosten der Teilnahme junger Forscher an den Konferenzen, wobei den Forschern aus benachteiligten Regionen Vorzug eingeräumt wird.

Die begleitenden Maßnahmen bestehen insbesondere aus der Nutzbarmachung der Ressourcen für eine gute technische Ausführung, das Management und die Evaluation des Programms und die adäquate Verbreitung und Zugänglichkeit der Ergebnisse von Ausbildungsaktionen und Koordinierung und die Steigerung des Bewußtseins der Programmteilnehmer.

Die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) wird durch ihr eigenes Programm "Humankapital und Mobilität zur Durchführung der Aktivitäten des gegenwärtigen Programms beitragen.

Die Kommission ist bevollmächtigt, internationale Vereinbarungen mit Drittländern, die Mitglieder von COST sind, auszuhandeln, das betrifft insbesondere die EFTA-Mitgliedstaaten und die mittel- und osteuropäischen Länder, mit der Absicht, diese mit dem gesamten oder Teilen des Programms zu assoziieren. In europäischen Drittländern gegründete Gremien oder Unternehmen können zu einer innerhalb des Programms unternommenen Aktion zugelassen werden. Kein vertragsschließendes Gremium mit Sitz außerhalb der Gemeinschaft, das an einer Aktion innerhalb des Programms teilnimmt, darf von gemeinschaftlicher Finanzierung des Programms profitieren. Solch ein Gremium muß zu den allgemeinen Verwaltungskosten beitragen.

Die für die Ausführung des Programms geschätzten Finanzmittel der Gemeinschaft belaufen sich auf 562 Millionen ECU, einschließlich eines Betrags in Höhe von 1% des Haushalts, der als der Beitrag aus dem Programm zur zentralisierten Aktion für die Verbreitung und Nutzung der Forschungsergebnisse vorgesehen ist.

Die Verbreitung der Forschungsergebnisse des Programms wird innerhalb des Programms selbst sowie durch die zentralisierte Aktion ausgeführt.

Die Kommission wird das Programm im zweiten Jahr prüfen und dem Europäischen Parlament und dem Rat einen Bericht übermitteln. Am Ende des Programms wird eine Evaluation der erzielten Ergebnisse durch eine Gruppe unabhängiger Experten ausgeführt und denselben Gremien zusammen mit den Kommentaren der Kommission unterbreitet.
Datensatznummer: 187 / Zuletzt geändert am: 2000-06-05