Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Rahmenprogramm

FP2-FRAMEWORK 2C

Vorheriges Programm

PRE-EUROTRA 1

Nachfolgeprogramm

FP3-LRE

Programmfinanzierung

EUR 10 million

Referenz zum Amtsblatt

L 358 von 1990-12-21

Rechtsrahmen

90/664/EEC von 1990-11-26
Ausgehend vom Prototyp EUROTRA Schaffung der geeigneten Voraussetzungen für eine industrielle Großentwicklung, einschließlich der Entwicklung von Verfahren und Werkzeugen, für die Weiterverwendung lexikalischer Ressourcen in Computeranwendungen sowie Erarbeitung von Normungen für lexikalische und terminologische Daten.

Kurzbeschreibung

Als Bestandteil des Zweiten Rahmenprogramms gemeinschaftlicher Aktivitäten auf dem Gebiet der Forschung und technologischen Entwicklung unter Teilaktivität 8.4: "Verbreitung und Nutzung von Ergebnissen" schließt sich diese neue Phase des EUROTRA-Programms an den 1982 - 1990 durchgeführten Abschnitt an. Spezifische Ziele sind die Schaffung der Voraussetzungen für den Übergang zu einem betriebsfähigen EUROTRA-System, das Vorantreiben der Arbeiten im Bereich der Lexikographie und Terminologie, die Ausbildung von Forschern und Technikern im Rahmen eines Beihilfeprogramms sowie die Einrichtung von Kooperationsplänen zwischen Forschungsinstitutionen und Unternehmen.

Folgende Ergebnisse werden erwartet:
. Bündel stabiler, leistungsfähiger und benutzerfreundlicher Software-Tools sowie eine bewährte Methodologie für eine Großsystementwicklung;
. Bündel von Tools und Verfahren zum Aufbau von Großwörterbüchern durch weitgehende Verwendung existierender lexikalischer Quellen;
. Bündel von Tools und Verfahren für die Einbeziehung terminologischer Spezialsammlungen;
. Bewährte Implementierungen von Analyse- und Synthesemodellen für alle neun Gemeinschaftssprachen mit weiter Fächerung im grammatikalischen und einem repräsentativen lexikalischen Bereich;
. Übersetzung aus jeder Sprache in jeweils alle anderen Sprachen (falls sich die Experimente mit einer Staffelübertragung als erfolgreich erweisen), ansonsten Übersetzung zwischen einer repräsentativen Anzahl von Sprach-Paaren;
. Erfahrung mit Kooperationsmodellen zur Entwicklung eines praktischen mehrsprachigen Übersetzungssystems sowie eine Reihe von zwischengeschalteten Teil- und Nebenprodukten.

Unterteilung

- Systementwicklung, Versuche und Forschungsumfeld:
. Leistungsfähige und benutzerfreundliche Formalismen zur Beschreibung linguistischer Fakten;
. Zweckbestimmte Datenverwaltungssysteme zur Erstellung und Pflege von Großwörterbüchern und Grammatiken mit besonderen Benutzerdiensten für die Ergänzung, Durchsicht und Modifikation der linguistischen Daten;
. Effizienter Regelinterpretierer zur Bewältigung umfangreicher Wörterbücher, Grammatiken und Texte;
. Bündel von Prüf-Tools unter besonderer Berücksichtigung interaktiver Laufzeit-Tests sowie Berichtigung von Wörterbüchern und Grammatiken;

- Sprachspezifische Forschungs- und Entwicklungsarbeiten:
. Überprüfung und Ausweitung bestehender Implementierungen:
Für jede der bearbeiteten neun Sprachen werden die erstellten Analysemodule zur Gewährleistung ihrer allgemeinen Anwendbarkeit gründlich überprüft und an die Merkmale der revidierten Formalismen angepaßt;
. Staffelübertragung:
. Feststellung der Durchführbarkeit dieses Ansatzes sowie einer optimalen Strategie für die Umsetzung;

- Linguistische Forschung von allgemeinem Interesse:
Schrittweise Verbesserung der linguistischen Leistungsfähigkeit des Systems sowie der Qualität der Übersetzung. Drei Hauptrichtungen:
. Allgemeine linguistische Forschung zur Erhöhung der sprachübergreifenden Eigenschaften der Schnittstellenstruktur und zur Reduzierung eines überhöhten Ausstoßes;
. Verwendung themenspezifischer Kenntnisse (Terminologien, Klassifikationsschemata, paradigmatische Beziehungen, Domänemodelle, Wissensbanken usw.);
. Einsatz von text- und diskursspezifischen Beschränkungen zur Reduzierung eines überhöhten Ausstoßes;

- Forschung über moderne Systemarchitekturen:
Um ein Innovationspotential zu schaffen und mit der raschen Entwicklung in den Hardware- und Softwaretechnologien Schritt halten zu können, ist die stetige Erforschung neuer Formalismen, Software- und Hardwarearchitekturen vorgesehen, die in bestimmten Fällen zu Experimenten und zur Umsetzung in Prototypen führen wird (z. B. parallele Systemarchitekturen);

Weiterverwendung lexikalischer und terminologischer Quellen:
. Entwicklung von Verfahren und Tools zur Umwandlung der formalisierten Teile bestehender Wörterbücher, bei denen es hauptsächlich um orthographische, phonologische, morphologische und syntaktische Informationen geht;
. Forschung zur Nutzung der nichtformalisierten Elemente in Wörterbüchern; dies betrifft vor allem Themeneinordnungen, Diskurstypen, Definitionen und Beispiele oder Zitate;

- Normung von Text-, lexikalischen und terminologischen Daten:
Die Aktivität hängt eng zusammen mit der in Zukunft möglichen Weiterverwendung linguistischer Quellen. Die Kommission fördert und stimuliert internationale Aktivitäten in diesem Bereich in enger Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden sowie nationalen und internationalen Normungsorganisationen;

- Allgemeine und berufliche Bildung:
An postgraduierte Studenten werden Forschungsstipendien zur Teilnahme an den Forschungs-und Entwicklungsarbeiten für die obengenannten Projekte vergeben.

Ausführung

Zuständig für die Durchführung des Programms ist die Kommission, die dabei von einem aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammengesetzten Beratungsausschuß unter dem Vorsitz des Kommissionsvertreters unterstützt wird.

Teilnahmeberechtigt sind in der Gemeinschaft ansässige Universitäten, Forschungsorganisation, Wirtschaftsunternehmen - einschließlich kleiner und mittlerer Unternehmen - sowie Privatpersonen jeweils allein oder in beliebiger Zusammensetzung.

Mit der Durchführung der Systementwicklung, den Versuchen und den Forschungsumfeldern, die allen Beteiligten ein gemeinsames Tool-Paket zur Verfügung stellen sollen, wird ein Vertragspartner aus der Industrie im Anschluß an ein Ausschreibungsverfahren beauftragt. Die Arbeiten werden in vollem Umfang aus dem Gemeinschaftshaushalt finanziert. Die Arbeiten bezüglich der verschiedenen Sprachen werden von nationalen Forschungsteams in den Mitgliedstaaten durchgeführt und von der Gemeinschaft sowie den einzelnen Mitgliedstaaten jeweils gemeinsam finanziert. Die linguistische Forschung von allgemeinem Interesse, die Forschung und Entwicklung moderner Systemarchitekturen sowie die Weiterverwendung lexikalischer und terminologischer Quellen erfolgt im Rahmen von gemeinsamen Unternehmungen zwischen Industrieforschungszentren und den EUROTRA-Teams. Diese kostenteiligen Forschungsvorhaben sollen in der Regel von unabhängigen Teilnehmern aus mindestens zwei Mitgliedstaaten durchgeführt werden; die Vergabe erfolgt in einem Auswahlverfahren auf der Grundlage von Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen. Der finanzielle Beitrag der Gemeinschaft beläuft sich im allgemeinen auf bis zu 50% der Gesamtkosten, jedoch kann dieser Anteil je nach Wesen und Entwicklungsstand der Forschung variieren. Alternativ haben Universitäten und Forschungsinstitute die Möglichkeit, für jedes von ihnen im Rahmen des Programms durchgeführte Projekt nach ihrer Wahl Mittel entweder in Höhe von 50% der Gesamtkosten oder 100% der zusätzlichen Grenzkosten zu beantragen. Qualifizierte postgraduierte Studenten erhalten Stipendien. Die Kommission vergibt außerdem Beihilfen an Berufsverbände und Normungsorganisationen für Aktivitäten im Bereich der Normung von Text-, lexikalischen und terminologischen Daten.

Die von der Kommission abgeschlossenen Verträge regeln die Rechte und Pflichten der Parteien, einschließlich der Verfahren für Verbreitung, Schutz und Nutzung der Forschungsergebnisse.

Soweit die Europäische Gemeinschaft mit europäischen Ländern Rahmenvereinbarungen zur wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit geschlossen hat, können in diesen Ländern ansässige Organisationen und Unternehmen als Partner an den im Rahmen des Programms durchgeführten Vorhaben teilnehmen.

Im ersten Quartal des Jahres 1993 nimmt die Kommission durch ein Gremium unabhängiger Sachverständiger eine Bewertung der erzielten Ergebnisse vor und übermittelt den Bericht und die Stellungnahme des Gremiums zu diesem Thema dem Europäischen Parlament sowie dem Rat.
Datensatznummer: 195 / Zuletzt geändert am: 1990-11-14