Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Rahmenprogramm

FP3-FRAMEWORK 3C

Vorheriges Programm

FP2-ESPRIT 2

Nachfolgeprogramm

FP4-ESPRIT 4

Programmfinanzierung

EUR 1 532 million

Referenz zum Amtsblatt

L 218 von 1991-08-06

Rechtsrahmen

91/394/CEE von 1991-07-08
Stärkung der technologischen Basis der Gemeinschaft auf dem Gebiet der Informationstechnologien unter gleichzeitiger Beschleunigung der Integration dieser Technologien im Geschäftsleben, in der industriellen Fertigung und im Privatleben.

Kurzbeschreibung

Als Teil des dritten Rahmenprogramms für gemeinschaftliche Maßnahmen auf dem Gebiet von Forschung und technologischer Entwicklung (1990 bis 1994) unter Unteraktion I.1.: "Informations- und Kommunikationstechnologien" stellt das Programm die dritte Phase des ESPRIT-Programms unter Abstellung auf die neuen Technologiegenerationen dar. Aufbauend auf den Ergebnissen von ESPRIT I und ESPRIT II unterstützt das Programm sowohl Arbeiten auf Gebieten, auf denen die europäischen Informationstechnologie-Industrie eigene Stärken entwickelt hat, als auch auf Gebieten, wo diese Industrie in einer schwächeren Lage ist.

Zu den flankierenden Maßnahmen zählen Technologietransfer und Ausbildungsmaßnahmen auf den einzelnen Gebieten. Dazu gehören:
- Sondermaßnahmen zur Steigerung ihrer Fähigkeit zur Teilnahme von Organisationen in peripheren Regionen an gemeinschaftlichen FuE-Aktionen auf dem Gebiet der Informationstechnologie und zur Nutzung derselben;
- Informationsakquisition sowohl im Rahmen des Programms und über die Informationstechnologie-Gemeinschaft (IT-Gemeinschaft) als ganze, Ausbildungsmaßnahmen zur Förderung der Aneignung fortgeschrittener Fertigkeiten durch Forscher und Techniker, die sich auf die FuE-Arbeiten des Programms beziehen, sowie Maßnahmen zur Bildung des Bewußtseins über mögliche und verfügbare Ergebnisse, einschließlich von auf Standardisierung abstellenden Ergebnissen, und Entwicklung von Synergien zwischen Teilnehmern und der IT-Gemeinschaft als ganzes;
- Informations-Austauschsystem (IES) für Programmteilnehmer;
- Teilnahme am EUREKA-Projekt COSINE (Kooperation für OSI-Netze in Europa).

Diese Maßnahmen sind ergänzende Maßnahmen zu anderen bestehenden Aktionen auf gemeinschaftlicher, einzelstaatlicher und internationaler Ebene; sie berücksichtigen die Erfordernisse der Subsidiarität und der wirtschaftlichen und sozialen Kohäsion.

Unterteilung

Fünf Gebiete:

- Mikroelektronik:
Beitrag zur Ertüchtigung der europäischen Technologiebasis für zukünftige Fertigungseinrichtungen für ein breiten Sortiment von ICs an der Spitze der Technologie (strategische Arbeiten an besonders fortschrittlicher Submikron-CMOS-Technologien laufen in Synergie mit dem Gemeinsamen Europäischen Submikron-Siliziumprojekt - JESSI - ab); Ertüchtigung der Möglichkeiten der Gemeinschaft hinsichtlich der Kette von Konstruktion, Fertigung, Erprobung und Anwendung fortgeschrittener und zuverlässiger integrierter Schaltungen; Nutzung aller verfügbaren Ressourcen und Gewährleistung der Beteiligung der größtmöglichen Anzahl potentieller Akteure (kleine und große Industriebetriebe, Hersteller und Benutzer, Universitäten und Forschungszentren) in der Gemeinschaft. Der Schwerpunkt liegt auf anwendungsspezifischen integrierten Schaltungen (ASIC).

Informationsverarbeitung und Software:
Nutzung potentiell bahnbrechender technologischer Leistungen von Parallel-Architekturen für bessere Schnittstellen zur Zufriedenstellung der Erfordernisse der Endabnehmer, und Förderung des Aufgreifens neuer Software-Produktionstechnologien;

- Fortgeschrittene Geschäfts- und Heimsysteme; Peripheriegeräte:
Sicherstellung der Funktionsintegration im Geschäftsumfeld und mit dem Umfeld im Heim. Erleichterung der Benutzung von Systemen. Pränormative Arbeiten werden bevorzugt gefördert. Verzweigte Rechentechnik einschließlich von Datenbank-Management sowie die einschlägigen Workstations und Mikroprozessorsysteme und -technologien sind bei allen Maßnahmen von überragender Bedeutung. Zwei sich ergänzende Gebiete werden angesprochen: Intelligente Wohnungen und intelligente Gebäude betreffende FuE-Maßnahmen und FuE-Arbeiten an integrierten Geschäftssystemen;

- Computerintegrierte Fertigung bzw. computerintegriertes Ingenieurwesen:
Schaffung der Technologiebasis für offene Systeme, Multivendor-Systeme und verzweigte Funktion in einer technischen bzw. Fertigungsumgebung, sowie Leistung eines Beitrags zur besseren Integration fortgeschrittener IT-Systemkomponenten in Maschinenbaubetrieben. Die Arbeit konzentriert sich auf neue Generationen grundsätzlicher CIM-Technologien und die Demonstration ihrer Anwendbarkeit auf ausgewählten Fertigungs- und anderen Maschinenbaugebieten;

- Grundforschung:
Pflege und Erweiterung des Wissens- und Erfahrungsbestands, der die Ausgangsbasis der europäischen Informationstechnologie darstellt. Bereiche, die von solchen Maßnahmen unterstützt werden, werden aufgrund der nachfolgenden Gesichtspunkte gewählt:
. Ihr Potential hinsichtlich zukünftiger bahnbrechender Leistungen oder wichtiger Fortschritte, auch wenn keine sofort sichtbare Anwendung erkennbar sind. Themen, die ein langfristiges industrielles Potential haben, wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
. Ihrer Fähigkeit zur Nutzung des Mehrwerts, den die Kooperation auf europäischer Ebene bietet;
. Ihrer eindeutigen Position gegenüber den FuE-Anstrengungen bei gleichzeitiger Leistung eines Beitrags zu den Gesamtzielen des Programms;
. Ertüchtigung der interdisziplinären Verbindungen.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Programms verantwortlich. Dabei wird sie durch einen aus Vertretern der Mitgliedstaaten gebildeten Ausschuß unter dem Vorsitz eines Vertreters der Kommission unterstützt.

Das Programm umfaßt Forschungs- und technologische Entwicklungsprojekte (FTE-Projekte), flankierende Maßnahmen und konzertierte Aktionsprojekte.

Die Projekte werden im Rahmen von Verträgen auf der Basis von Kostenteilung durchgeführt, wobei die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft unter normalen Umständen 50% nicht überschreitet. Hochschulen und andere Forschungsstellen können entweder für jedes Projekt eine Bezuschussung in Höhe von 50% des Gesamtaufwands beantragen, oder die 100%ige Finanzierung der zusätzlichen Grenzkosten. Der Abschluß von Verträgen über Forschungsprojekte auf der Basis von Kostenteilung muß unter normalen Umständen nach Abschluß des Auswahlverfahrens aufgrund einer im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften bekanntgemachten Aufforderung zur Unterbreitung von Vorschlägen erfolgen. Als allgemeine Regel gilt, daß sich wenigstens zwei voneinander unabhängige Partner aus unterschiedlichen Mitgliedstaaten an einem Projekt beteiligen müssen. Diese beiden Partner sind gewöhnlich Industrieunternehmen, außer bei Grundforschungsprojekten.

Die flankierenden Maßnahmen bestehen aus:
- Veranstaltung von Seminaren, Workshops und wissenschaftlichen Konferenzen;
- Interne Koordinierung durch Bildung integrierender Gruppen;
-Fortgeschrittene Technologie-Ausbildungsprogramme;
- Ein Informations-Austauschsystem;
- Förderung der Nutzung der Forschungsergebnisse;
- Unabhängige wissenschaftliche und strategische Auswertung der Funktion der Forschungsprojekte und Programme.

Konzertierte Aktionsprojekte bestehen aus Maßnahmen der Gemeinschaft zur Koordinierung einzelner Forschungsaktionen in den Mitgliedstaaten.

Die Kommission ist gemäß Artikel 130n des Vertrags zur Verhandlung internationaler Abkommen mit Drittländern befugt, die COST-Mitglieder sind, insbesondere den EFTA-Mitgliedsländern und den mittel- und osteuropäischen Ländern, damit sich auch diese ganz oder teilweise an dem Programm beteiligen können. Bestehen Rahmenabkommen über wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit zwischen der Gemeinschaft und europäischen Nichtmitgliedstaaten, so kann Organisationen und Unternehmen in diesen Ländern eine Teilnahme als Partner an einem Projekt dieses Programms auf der Basis des Kriteriums des gemeinsamen Vorteils gestattet werden.

Kein Vertragsunternehmen außerhalb der Gemeinschaft, das als Partner an einem Projekt beteiligt ist, kann in den Genuß einer gemeinschaftlichen Finanzierung aus diesem Programm kommen. Solche Unternehmen müssen zu den allgemeinen Verwaltungskosten beitragen.

Die erforderlichen gemeinschaftlichen Finanzierungsmittel für die Ausführung des Programms werden mit 1.532 Mio. ECU veranschlagt. Ein Betrag von 15,32 Mio. ECU des Haushaltsrahmens wird dabei als Beitrag des Programms zu zentralisierten Maßnahmen für die Verbreitung und Nutzung der Forschungsergebnisse zurückgestellt. Ein Betrag von zwischen 2% und 5% des Gesamtbetrags soll für die Ausbildung von Forschern und Ingenieuren aufgewendet werden.

Das im Rahmen der Projekte gesammelte Fachwissen wird sowohl im Rahmen des Programms und über das zentralisierte System verbreitet. Spezifische Angaben über Projekte werden in enger Zusammenarbeit mit CORDIS (dem gemeinschaftliche FuE-Informationsdienst) verbreitet.

Im zweiten Jahr der Durchführung erfolgt eine Prüfung des Programms durch die Kommission mit Berichterstattung an das Europäische Parlament und den Rat. Bei Programmende erfolgt eine Auswertung der erzielten Ergebnisse durch eine Gruppe von unabhängigen Experten, die den gleichen Gremien unterbreitet wird.
Datensatznummer: 197 / Zuletzt geändert am: 2000-06-05