Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Rahmenprogramm

FP3-FRAMEWORK 3C

Vorheriges Programm

FP2-BRITE/EURAM 1

Nachfolgeprogramm

FP4-BRITE/EURAM 3

Programmfinanzierung

EUR 770 million

Referenz zum Amtsblatt

L 269 von 1991-09-25

Rechtsrahmen

91/506/CEE von 1991-09-09
Beitrag zur Belebung der Fertigungsindustrie Europas durch Stärkung ihrer wissenschaftlichen und technologischen Basis mittels Forschung und Entwicklungsarbeit, wobei in allen Mitgliedstaaten grundlegende technische Forschung, die Integration neuer Technologien durch Benutzerindustriezweige und die Aneignung von Kenntnissen gefördert werden, die zur Einrichtung von Normen und eines Kodex guter Verfahrensweisen erforderlich sind, welche den Transfer dieser Technologien erleichtern sollen.

Kurzbeschreibung

Bestandteil des dritten Rahmenprogramms für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Forschungs- und technologischen Entwicklung (1990 bis 1994) unter Teilaktivität I.2.: 'Industrie- und Werkstofftechnologien', das Programm basiert auf bzw. erweitert die Arbeiten, die im Rahmen des BRITE/EURAM Programms 1989-1992 BRITE/EURAM und des Programms Rohstoffe und Recycling, 1990-1992, ausgeführt wurden.

Die in Verbindung mit diesem Programm durchgeführte Forschungsarbeit soll die innerhalb der Gemeinschaft erzielten technologischen Entwicklungen konsolidieren und weiterführen und effizienteren Gebrauch von Ressourcen machen. Besondere Anstrengungen sollen unternommen werden, kleinen und mittleren Unternehmen dabei zu helfen, sich stärker an transnationaler Forschung zu beteiligen, Beziehungen mit anderen Unternehmen und Universitäten anzuknüpfen und ihre technischen Ressourcen besser zu managen.

Die Umweltaspekte von Produkten und Verfahren und das Arbeitsumfeld sind als strategische Elemente in allen Teilen des Programms enthalten. Zu diesem Zweck sind Kontakte mit anderen Programmen erforderlich, die sich auf die Umwelt, das Gesundheitswesen sowie auf Meß- und Prüfverfahren beziehen, um die in der Risikobewertung und Toxikologie gemachten Fortschritte zu berücksichtigen.

Die Maßnahmen werden u.a. mit den Bereichen der rechnergestützten Produktion und Mikroelektronikwerkstoffe im spezifischen Programm auf dem Gebiet der Informationstechnologie (ESPRIT) sowie mit dem Bereich Recycling im spezifischen Programm über die Umwelt und mit den Programmen über nichtnukleare Energiequellen (JOULE) sowie Meß- und Prüfverfahren koordiniert.

Die durch das Programm BRITE/EURAM 1989-1992 eingeleitete Forschung über Luftfahrttechnik wird fortgesetzt, wobei Aspekte der Harmonisierung, Normung, Sicherheit und Umwelt berücksichtigt werden. Die spezifische Forschung und Anwendungen sind von Bereich 3 (Luftfahrtforschung) erfaßt, während Forschungsarbeiten allgemeinerer Art unter die beiden anderen Programmbereiche fallen.

Die Gemeinsame Forschungsstelle trägt durch ihr eigenes Programm zur Umsetzung der Maßnahmen auf dem Gebiet der Industrie- und Werktstofftechnologie bei.

Unterteilung

Drei Bereiche:

- Werkstoffe - Rohstoffe:
als Beiträge zur Verbesserung der Leistung von Werkstoffen bei einem Kostenaufwand, der die wettbewerbsfähige industrielle Nutzung hinsichtlich einer Vielzahl verschiedener Anwendungen ermöglicht, die sich nicht nur auf ein paar Hochleistungsprodukte beschränken. Dabei wird dem innovativen Einsatz von Industriemineralstoffen und Naturstein, Metallen und Industriewerkstoffen, einschl. Prospektieren, Abbau, Rückgewinnung, Transformation und Recycling besondere Beachtung gewidmet:
. Rohstoffe:
zur Verbesserung bestehender Prozesse und zur Bewältigung neuer und im Vorwettbewerbsstadium stehender Technologien;
. Recycling:
zur Untermauerung des Geltungsbereichs und der Wirksamkeit von Recycling-Technologien;
. Neue und verbesserte Werkstoffe und deren Verarbeitung:
Entwicklungen hinsichtlich Werkstoffen und ihrer Verarbeitung, einschließlich herkömmlicher Massengüterwerkstoffe mit verbesserten Eigenschaften und Leistung bei vertretbaren Kosten, fortgeschrittenen strukturellen Baustoffen für Hochleistungssysteme (d.h. Metalle, Keramik, Polymere und die zugehörigen Verbundstoffe), fortgeschrittenen funktionellen Werkstoffen (wie u.a. leitfähige Polymere, Hochleistungsmagnete und neuartige elektronische Werkstoffe), Oberflächentechnik und Verbindungstechnik;

- Design und Fertigung:
zur besseren Befähigung der Industrie zur Konstruktion und Fertigung von Produkten, die gleichzeitig hochwertig, wartungsfreundlich, äußerst wettbewerbsfähig und sowohl umwelttechnisch als auch sozial akzeptabel sind. Die Forschung befaßt sich mit der Anwendung fortgeschrittener befähigender Disziplinen wie Physik und Chemie, Mechanik, Optik, Akustik, Strömungslehre, mathematische Modellierung und Verfahrenstechnik sowie deren Einbindung in neue technologische Entwicklungen wie z. B. Optomatronik (Optik, Werkstoffe und Elektronik), Mechatronik (Maschinenbau, Computing und Elektronik), Mikrotechnologie sowie mikrostrukturelle und nanostrukturelle Technik, einschl. Molekulartechnik:
. Design:
zur Untersuchung der Auswirkungen auf Produktleistung, Verkürzung des Designzeitraums sowie der Fertigungs- und Standzeitkosten;
. Fertigung:
zur Untersuchung des Einsatzes von effizienten und kostenwirksamen Fertigungsprozessen sowie zur Einbindung anderer Aspekte einschl. der Designschnittstelle, Qualitätskontrolle, Wartung von Einrichtungen und des Arbeitsumfelds;

- Luft- und Raumfahrtforschung:
als Beitrag zur Festigung der technologischen Basis der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie; zur Bereicherung der Wissensbasis, die Aktionen zur Minimierung der Auswirkungen auf die Umwelt zugrunde liegen sowie zur Verbesserung der Sicherheit und Effizienz des Flugzeugbetriebs; ferner zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen großen Hi-Tech-Unternehmen und kleineren Unternehmen, KMU und Forschungseinrichtungen und Universitäten in der ganzen Gemeinschaft;
. Umwelt- und verwandte Technologien:
mit Schwerpunkt auf einer Herabsetzung der externen und internen Geräusche und die Senkung der Abgasemission von Flugzeugen;
. Technologien des Flugzeugbetriebs:
mit Schwerpunkt auf Wartungstechnologien, Gesundheits- und Gebrauchsüberwachung, Aufprallenergieaufnahmevermögen, Feuerrisikokontrolle und Cockpit-Schnittstellen zum Flugsicherungssystem;
. Aerodynamik und Aerothermodynamik:
mit Schwerpunkt auf rechnergestützte Strömungslehre (CFD), Methoden der Widerstandsverringerung durch Laminarströmung für den Unterschall- und Überschalltransport, Antriebsintegration und die interne Aerothermodynamik von Turbomaschinen;
. Luft- und Raumfahrtstrukturen und Fertigungstechnologien:
mit Schwerpunkt auf strukturelle und Werkstoffanwendungsmethoden, die sich auf primäre Flugzeugstrukturen und stark belastete Hochtemperaturbauteile sowie auf Fertigungsprozesse beziehen, die für Anwendungen im Luft- und Raumfahrtbereich typisch sind.
. Technologien für Luftfahrelektroniksysteme:
mit Schwerpunkt auf Methoden für Design, Integration und Auswertung hochgradig verläßlicher Luftfahrelektroniksysteme, spezifische Methoden zum Abtasten, Überwachen und zur Steuerung von Lufttransportmittelsystemen, Problemen der Wechselwirkung zwischen Mann und Maschine sowie Optimierung der Flugdeckleistung;
. mechanische, Betriebsund Steuerungstechnologien:
mit Schwerpunkt auf spezifischen Methoden zur Optimierung und Nutzung neuer Technologie bei Bordmechaniksystemen, Flugzeugdienstsystemen und Flugzeugsteuerungsteilsystemen.

Ausführung

Die Kommission ist für die Umsetzung des Programms zuständig, mit Hilfe eines Ausschusses, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt, wobei ein Vertreter der Kommission den Vorsitz führt.

Das Programm umfaßt Projekte der Forschung und technologischen Entwicklung (FTE), kooperative Forschungsprojekte, flankierende Maßnahmen (einschl. Projektstudienzuschüsse) und konzertierte Aktionen.

Die Projekte unterliegen Verträgen auf Kostenteilungsbasis, wobei der finanzielle Beitrag der Gemeinschaft gewöhnlich 50% nicht überschreitet. Universitäten und andere Forschungsstellen haben die Wahl, für jedes Projekt entweder 50%ige Finanzierung für die Gesamtausgaben oder 100%ige Finanzierung der zusätzlichen Grenzkosten zu beantragen. Verträge, die sich auf Projekte auf Kostenteilungsbasis beziehen, müssen gewöhnlich gemäß einem Auswahlvorgang abgeschlossen werden, der sich auf Aufrufe zur Einreichung von Projektvorschlägen bezieht, die im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaft erscheinen. Die Projekte müssen gewöhnlich die Teilnahme von mindestens zwei Partnern vorsehen, die voneinander unabhängig und in den verschiedenen Mitgliedstaaten ansässig sind. Bei diesen beiden Partnern handelt es sich gewöhnlich um Industrieunternehmen, außer bei Projekten im Bereich der Grundlagenforschung. Wird Grundlagenforschung von einer Gruppe durchgeführt, die sich ausschließlich aus Forschungsstellen und Universitäten zusammensetzt, wird Unterstützung von der Industrie angestrebt.

Kooperative Forschungsprojekte sind für eine Gruppe von Unternehmen bestimmt, insbesondere für KMU, die nicht über eigene Forschungseinrichtungen verfügen, um die üblichen technischen Problemen zu lösen. Die Forschungsarbeiten werden einer oder mehreren externen Organisationen (Forschungsverbände, Universitäten oder Unternehmen) übertragen. 50% der Forschungskosten dieser Projekte werden während eines Zeitraums getragen, der normalerweise zwei Jahre nicht überschreitet. Diese Projekte müssen von Unternehmen beantragt werden, die beabsichtigen, an der Planung und Steuerung der Forschung und Umsetzung der Ergebnisse teilzunehmen.

Die flankierenden Maßnahmen sind:
- die Organisation von Seminaren, Workshops und wissenschaftlichen Konferenzen;
- interne Koordination durch die Einrichtung von Integrationsgruppen;
- spezialisierte Schulungsprogramme mit Schwerpunkt auf Multidisziplinarität;
- ein Informationsaustauschsystem;
- Förderung der Nutzung von Ergebnissen;
unabhängige wissenschaftliche und strategische Auswertung der Durchführung der Projekte und des Programms.

Bei Projektstudienzuschüssen handelt es sich um Subventionen von bis zu ECU 30.000, die bis zu 75% der Forschungskosten decken, wobei die Forschung maximal neun Monate dauert und die Durchführbarkeit eines innovativen Geräts, Konzepts oder Verfahrens ermitteln soll. Derartige Zuschüsse sind unabhängigen, technologisch orientierten KMU vorbehalten, die innerhalb der Gemeinschaft ansässig sind. Ihr Zweck besteht darin, KMU dabei zu helfen, ihre Fähigkeit potentiellen Partnern bei künftigen Zusammenarbeitsprojekten unter Beweis zu stellen. Die Ergebnisse derartiger Forschungsarbeiten müßten die Grundlage für die Teilnahme eines KMU an einem Zusammenschluß bilden, das im Rahmen des Programms Förderungsmittel für einen Vorschlag zur angewandten Industrieforschung beantragt.

Konzertierte Aktionen bestehen in Maßnahmen seitens der Gemeinschaft zur Koordination der in den Mitgliedstaaten durchgeführten, individuellen Forschungsmaßnahmen. Dabei können bis zu 100% der Koordinationskosten durch Fördermittel finanziert werden.

Die Kommission ist dazu befugt, gemäß Artikel 130n des Abkommens internationale Verträge mit Drittländern abzuschließen, die Mitglieder von COST sind, insbesondere mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Freihandelszone (EFTA) und den MOEL, um sie an dem Programm entweder insgesamt oder teilweise teilnehmen zu lassen. Wenn zwischen der Gemeinschaft und europäischen Nichtmitgliedstaaten Rahmenverträge für wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit abgeschlossen worden sind, können sich die in den betreffenden Ländern ansässigen Körperschaften und Unternehmen auf der Basis des Kriteriums beiderseitigen Nutzens an einem im Rahmen des Programms durchgeführten Projekt beteiligen.

Kein Vertragspartner von außerhalb der Gemeinschaft, der an einem im Rahmen des Programms durchgeführten Projekt teilnimmt, darf für das betreffende Programm Fördermittel von der Gemeinschaft beziehen. Derartige Körperschaften müssen sich an den allgemeinen Administrationskosten beteiligen.

Die für die Durchführung des Programms als erforderlich geschätzten Gemeinschaftsmittel belaufen sich auf ECU 770 Mio., wobei 1% des Budgets als Beitrag des Programms für das zentralisierte System zur Verbreitung und Nutzung von Ergebnissen zweckgebunden ist. 10% der Gesamtsumme wird der Grundlagenforschung und 2% der Schulung zugeordnet. Ein zusätzlicher Betrag von ECU 78 Mio. wird der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) für Forschung im Bereich Werkstoffe und Rohstoffe zugewiesen, einschl. eines Betrags von ECU 0,78 Mio., der den GFS-Beitrag zu dem zentralisierten System darstellt.

Die im Verlauf der Projekte erworbenen Kenntnisse werden sowohl innerhalb des Programms als auch durch das zentralisierte System verbreitet. Spezifische Projektinformationen werden in enger Zusammenarbeit mit CORDIS (Community R&D Information Service) vermittelt.

Während des zweiten Jahres der Umsetzung wird das Programm von der Kommission revidiert, die dann dem Europäischen Parlament und dem Rat einen Bericht vorlegen wird. Nach Durchführung des Programms wird von einer Gruppe unabhängiger Experten eine Auswertung der Ergebnisse durchgeführt und den obengenannten Gremien unterbreitet.
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