Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Rahmenprogramm

FP3-FRAMEWORK 3C

Vorheriges Programm

FP2-RACE 1

Nachfolgeprogramm

FP4-ACTS

Programmfinanzierung

EUR 554 million

Referenz zum Amtsblatt

L 192 von 1991-07-16

Rechtsrahmen

91/352/CEE von 1991-06-07
Als wesentlicher Beitrag zur Einführung integrierter Breitbandkommunikation (IBC), durch die Entwicklung von Integrated Services Digital Network (ISDN) und von einzelstaatlichen Einführungsstrategien, die bis 1995 zur Einrichtung von Dienstleistungen auf Gemeinschaftsebene führen sollen; damit das integrierte Breitbandnetzwerk die aufkommenden neuen Dienstleistungen auf der Basis von Normen für offene Systeme aufnehmen kann; und um den Gebrauch von integrierten Dienstleistungen sowohl flexibler als auch billiger zu gestalten.

Kurzbeschreibung

Bestandteil des dritten Rahmenprogramms für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Forschungs- und technologischen Entwicklung (1990 bis 1994) unter Teilaktivität I.1.: 'Informations- und Kommunikationstechnologien', das Programm stützt sich auf die Ergebnisse des ersten RACE Programms (1987-1992).

Parallel zur fortgesetzten Entwicklung des integrierten Breitbandnetzwerks und zur Intensivierung der Forschungsarbeiten über optische Kommunikation und die Methoden der synchronen/asynchronen Schaltung, finden neue Aktivitäten statt, die sich auf die Entwicklung intelligenter, zuverlässiger und geschützter Netzwerke und auf neue wertschöpfende Dienstleistungen ausrichten, die einerseits rentabel sind und sich andererseits den fortschreitenden Bedürfnissen von Benutzern anpassen. Zu diesen Aktionen gehört die F&E-Arbeit der Gemeinschaft pränormativer Art, um die Kompatibilität der Systeme auf der Basis gewöhnlicher Normen und Protokolle zu gewährleisten. Besondere Aufmerksamkeit wird dem zunehmenden Bedarf an Mobilfunkdiensten und der Integration dieser Dienstleistungen in Netzwerke gewidmet.

Unterteilung

Acht vorrangige Bereiche:

- IBC (Integrated Broadband Communications) R&D:
Untersuchung, mittels systematischer Methoden, von Schlüsseltechnologien, Systemen, Dienstleistungen und Anwendungen, mit Schwerpunkt auf folgenden Themen:
. IBC Systemdesign, Architektur und Betrieb;
. IBC Übergangsstrategien;
. Übliches Betriebsumfeld;
. Methoden für grundlegende IBC Systemfunktionen;
. Integration von IBC Vorführanlagen;
. Verifikationswerkzeuge;

- Intelligente Netzwerke/Management von flexiblen Kommunikationsressourcen:
In Verbindung mit dem Einsatz neuer Methoden des Informationstransfers, der optischen Kommunikation und möglicherweise Künstlicher Intelligenz, zur Verbesserung der Flexibilität, sowohl hinsichtlich Bereitstellung neuer Netzdienste als auch hinsichtlich Netzwerkmanagement.

-Mobilfunk und persönliche Kommunikationsdienste:
als Beitrag zur Entwicklung integrierter Mobilfunksysteme zur Kommunikation, wobei das Ziel ist, universelle persönliche Kommunikation zu bieten einschl. Audio-, Daten- und Bildkommunikation. Zwecks kostenwirksamer Umsetzung ist bei Systemen der dritten Generation eine Funkschnittstelle erforderlich;

- Bild- und Datenkommunikation:
zur Entwicklung von Technologien, die zur Einführung und Nutzung fortgeschrittener, preiswerter und flexibler Bild- und Datenkommunikationsdienste für den kommerziellen Einsatz sowie den Hausgebrauch erforderlich sind;

- Technologien für integrierte Dienstleistungen:
als Beitrag zur Definition gemeinsamer Funktionsspezifikationen für neue Kommunikationsdienste und Multimediasysteme:
. IBC/Modularnormung:
Harmonisierung von Architekturen und Spezifikationen für die flexible Integration von Telematikdiensten unter der Kontrolle des Benutzers;
. Technologien für integrierte Dienstleistungen:
Methoden zur Verwirklichung von Architekturen, Benutzer-Bauteile-Technologien, Metaphern und Benutzeroberflächentechnologien sowie Dienstmanagementsysteme;
. Verifikation der Diensttechnologie:
Entwicklung von Prototypeinrichtungen für die flexible Integration von Dienstleistungen als Reaktion auf die Erfordernisse von Bedienungspersonal, Betreibern und Benutzern;

- Datenschutztechnologien:
dienen dazu sicherzustellen, daß Aspekte von Qualität, Datenschutz und zuverlässiger Dienst in den Entwicklungs- und Umsetzungsstrategien für fortgeschrittene Kommunikation berücksichtigt werden. Die Arbeit in diesem Bereich umfaßt validierte Spezifikationen, Richtlinien und Technologie für praktischen und wirksamen Datenschutz auf paneuropäischer Ebene, die mit den in anderen Programmen der Gemeinschaft durchgeführten Maßnahmen übereinstimmen. Thematik:
. Dienstqualität, -schutz und -zuverlässigkeit;
. Datenschutztechnologien;
. Datenschutzverifikation;

- Fortgeschrittene Kommunikationsexperimente:
sollen die Wege für fortgeschrittene Kommunikation ebnen und die damit verbundenen Risiken der Investition in fortgeschrittene Kommunikation auf ein Minimum reduzieren. Die Arbeit in diesem Bereich soll allgemeine, wiederverwendbare Dienstfunktionen identifizieren und die Abstimmung verschiedener Benutzererfordernisse ermöglichen, wobei universeller Zugriff und Kompatibilität beizubehalten sind. Thematik:
. Studium allgemeiner Funktionen;
. Technologie und Methoden für fortgeschrittene Kommunikationsexperimente;
. Anwendungsexperimente;

- Testinfrastruktur und Interworking:
Testinfrastruktur wird dazu benötigt, Normen und Funktionsspezifikationen zu validieren. Unter Bedingungen, die von den Partnern untereinander vereinbart werden müssen, müssen die Bereitstellung und der Betrieb der Testinfrastruktur von den Betreibern sichergestellt werden; dasselbe gilt für einzelstaatliche Prüfstände, wenn diese für Interconnection und Interworking in gegenseitiger Zusammenarbeit benötigt werden.

Ausführung

Die Kommission ist für die Umsetzung des Programms zuständig, mit Hilfe eines Ausschusses, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt, wobei ein Vertreter der Kommission den Vorsitz führt.

Das Programm umfaßt Projekte der Forschung und technologischen Entwicklung (FTE), flankierende Maßnahmen und konzertierte Aktionen.

Die FTE Projekte unterliegen Verträgen auf Kostenteilungsbasis, wobei der finanzielle Beitrag der Gemeinschaft gewöhnlich 50% nicht überschreitet. Universitäten und andere Forschungsstellen haben die Wahl, für jedes Projekt entweder 50%ige Finanzierung für die Gesamtausgaben oder 100%ige Finanzierung der zusätzlichen Grenzkosten zu beantragen. Verträge, die sich auf Projekte auf Kostenteilungsbasis beziehen, müssen gewöhnlich gemäß einem Auswahlvorgang abgeschlossen werden, der sich auf Aufrufe zur Einreichung von Projektvorschlägen bezieht, die im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaft erscheinen. Die Projekte müssen gewöhnlich die Teilnahme von mindestens zwei Partnern vorsehen, die voneinander unabhängig und in den verschiedenen Mitgliedstaaten ansässig sind.

Die flankierenden Maßnahmen sind:
- die Organisation von Seminaren, Workshops und wissenschaftlichen Konferenzen;
- interne Koordination durch die Einrichtung von Integrationsgruppen;
- Technologieschulungsprogramme auf fortgeschrittenem Niveau, mit Schwerpunkt auf Multidisziplinarität;
- Förderung der Nutzung von Ergebnissen;
unabhängige wissenschaftliche und strategische Auswertung der Durchführung der Projekte und des Programms.

Konzertierte Aktionen bestehen in Maßnahmen seitens der Gemeinschaft zur Koordination der in den Mitgliedstaaten durchgeführten, individuellen Forschungsmaßnahmen. Dabei können bis zu 100% der Koordinationskosten durch Fördermittel finanziert werden.

Die Kommission ist dazu befugt, gemäß Artikel 130n des Abkommens internationale Verträge mit Drittländern abzuschließen, die Mitglieder von COST sind, insbesondere den Mitgliedstaaten der Europäischen Freihandelszone (EFTA) und den MOEL, um sie an dem Programm entweder insgesamt oder teilweise teilnehmen zu lassen. Wenn zwischen der Gemeinschaft und europäischen Nichtmitgliedstaaten Rahmenverträge für wissenschftliche und technische Zusammenarbeit abgeschlossen worden sind, können sich die in den betreffenden Ländern ansässigen Körperschaften und Unternehmen auf der Basis des Kriteriums beiderseitigen Nutzens an einem im Rahmen des Programms durchgeführten Projekt beteiligen.

Kein Vertragspartner von außerhalb der Gemeinschaft, der an einem im Rahmen des Programms durchgeführten Projekt teilnimmt, darf für das betreffende Programm Fördermittel von der Gemeinschaft beziehen. Derartige Partner müssen sich an den allgemeinen Administrationskosten beteiligen.

Die für die Durchführung des Programms als erforderlich geschätzten Gemeinschaftsmittel belaufen sich auf ECU 554 Mio., wobei 1% des Budgets als Beitrag des Programms für das zentralisierte System zur Verbreitung und Nutzung von Ergebnissen zweckgebunden ist.

Die im Verlauf der Projekte erworbenen Kenntnisse werden sowohl innerhalb des Programms als auch durch das zentralisierte System verbreitet.

Während des zweiten Jahres der Umsetzung wird das Programm von der Kommission revidiert, die dann dem Europäischen Parlament und dem Rat einen Bericht vorlegen wird. Nach Durchführung des Programms wird von einer Gruppe unabhängiger Experten eine Auswertung der Ergebnisse durchgeführt und den obengenannten Gremien unterbreitet.
Datensatznummer: 199 / Zuletzt geändert am: 2000-06-05