Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Vorheriges Programm

ENG-LIGASF C

Nachfolgeprogramm

ENG-THERMIE 1

Programmfinanzierung

EUR 360 million

Referenz zum Amtsblatt

L 350 von 1985-12-27

Rechtsrahmen

3640/85/(CEE) von 1985-12-20
Unter Beachtung einzelstaatlicher Programme, Unterstützung der gemeinschaftlichen Energiestrategie durch Förderung von Verfahren zur rationellen Energienutzung (wirtschaftliche Energienutzung und Ersatz für Kohlenwasserstoffe) sowie Entwicklung anderer Energieformen (erneuerbare Energiequellen und Verflüssigung sowie Vergasung von festen Brennstoffen).

Kurzbeschreibung

Als Ergänzung zum nichtnuklearen Energie-FuE-Programm (ENNONUC 3C) war dieses Programm kein Bestandteil des gemeinschaftlichen Rahmenprogramms für Forschung und technische Entwicklung (1987-1991). Seine Einrichtung erfolgte im Jahre 1978. Die Durchführung erfolgte in drei Phasen (1978-1982, 1983-1985 und 1985-1989).

Die industrielle Pilotphase und/oder Demonstrationsphase des Projekts läßt sich als das Verbindungsglied zwischen dem vorangegangenen FuE-Stadium und dem darauffolgenden Investitionsstadium definieren. Dieses Stadium unterscheidet sich von dem FuE-Stadium, indem das Ziel der Nachweis der wirtschaftlichen Durchführbarkeit im industriellen Maßstab ist. Es unterscheidet sich dadurch von der Kapitalinvestitionsphase, daß die dem Projekt anhaftenden Risiken immer noch zu hoch für die Unternehmer sind.

Unterteilung

Vier Gebiete:

- Nutzung alternativer Energiequellen:
Biomasse und Energie aus Abfällen, Windenergie, geothermische Energie, Wasserkraft, Sonnenenergie;

Energieeinsparungen:
Gebäude, Industrie, Energieindustrie, Verkehr;

- Ersatz von Kohlenwasserstoffen:
Feste Brennstoffe; Elektroenergie; Wärmeübertragung, -verteilung und -speicherung;

- Verflüssigung und Vergasung von festen Brennstoffen:
Vergasung, unterirdische Vergasung, Verflüssigung.

Ausführung

Der Beschluß der Kommission über eine Unterstützung für Projekte folgt nach einer Beratung mit dem Beratungsausschuß für das Management von Demonstrationsprojekten und industriellen Pilotprojekten.

Die Unterbreitung von Projektvorschlägen erfolgt einmal im Jahr durch Personen oder Unternehmen oder Unternehmensgruppen in der Gemeinschaft nach einer Aufforderung zur Unterbreitung von Vorschlägen. Sie können auch im Namen von kleinen und mittleren Unternehmen durch Organisationen in den Mitgliedstaaten unterbreitet werden, die sich mit der Förderung technischer Innovation befassen.

Demonstrationsprojekte betreffen die Nutzung potentieller alternativer Energiequellen, jedoch mit der Ausnahme der Kernenergie. Es handelt sich um Projekte, die im Vergleich zu bereits verfügbaren, kommerziellen Technologien wesentliche Energieeinsparungen versprechen, Projekte, bei denen Energieprozesse genutzt werden, die Prozesse auf Kohlenwasserstoffbasis ersetzen, sowie Projekte zur Umwandlung von festen Brennstoffen in Gase und Flüssigkeit, mit der die Abhängigkeit der Gemeinschaft von importierten Kohlenwasserstoffen reduziert werden kann.

Industrielle Pilotprojekte für die Verflüssigung und Vergasung von festen Brennstoffen sind Anlagen mit einer Kapazität und Bauteilen, die groß genug sind, um die zuverlässige Bestimmung wirtschaftlicher und technischer Daten zu ermöglichen, die eine Weiterentwicklung aus dem FuE-Stadium zum Demonstrationsstadium und in gewissen Fällen direkt zum industriellen und kommerziellen Stadium rechtfertigen.

Alle Projekte müssen innovative Verfahren nutzen, auf abgeschlossenen FuE-Arbeiten beruhen, erfolgversprechend sein, Schwierigkeiten hinsichtlich der Finanzierung darlegen und grundsätzlich in der Gemeinschaft durchführbar sein. Es wird auch berücksichtigt, ob es sich dabei um eine Kooperation zwischen Personen oder Unternehmen aus wenigstens zwei Mitgliedstaaten handelt oder ob besonders geeignete Lösungen hinsichtlich des Umweltschutzes angeboten werden. Der für die Durchführung des Projekts verantwortliche Vertragnehmer muß sich verpflichten, die erfolgreich nachgewiesene Methode bzw. den Prozeß oder das Produkt zu nutzen oder seine Nutzung zu erleichtern und die Verbreitung der Ergebnisse zu gestatten.

Eine finanzielle Unterstützung kann für komplette Projekte oder unterschiedliche Projektstufen gewählt werden. In außergewöhnlichen Fällen, wenn keine Durchführbarkeitsstudie für ähnliche Projekte vorliegt, kann auch eine solche Studie finanziell unterstützt werden. Die Höhe der Zuwendungen wird individuell für jedes einzelne Projekt ermittelt. Die gemeinschaftliche Unterstützung überschreitet 40 % der förderungsfähigen Kosten nicht. Die gesamte gemeinschaftliche und einzelstaatliche Unterstützung darf im allgemeinen 49 % nicht überschreiten.

Die Person bzw. die Personen mit Verantwortung für die Durchführung eines Projekts unter Unterstützung durch die Gemeinschaft muß/müssen der Kommission wenigstens einmal im Jahr oder auf Anforderung einen Bericht über die Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen erstatten, insbesondere über den Fortgang der Arbeiten und die Ausgaben für das Projekt. Aufgrund der für diese Projekte geltenden Regeln erstattet die Kommission regelmäßig einen Bericht an den Rat und das Europäische Parlament.
Datensatznummer: 19 / Zuletzt geändert am: 2000-06-05