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  • Spezifisches Programm zur Forschung und technologischen Entwicklung (EWG) im Bereich Biowissenschaften und Technologien für Entwicklungsländer, 1990-1994

Rahmenprogramm

FP3-FRAMEWORK 3C

Vorheriges Programm

FP2-STD 2

Nachfolgeprogramm

FP4-INCO - FP4-INCO-DC

Programmfinanzierung

EUR 126 million

Referenz zum Amtsblatt

L 196 von 1991-07-19

Rechtsrahmen

91/366/CEE von 1991-06-07
Zur verstärkten Zusammenarbeit in den Bereichen der Tropenlandwirtschaft (einschl. Fischerei), Medizin, Gesundheit, Ernährung und Umweltschutz zwischen den Mitgliedstaaten der Gemeinschaft und den Entwicklungsländern, um letzteren den Nutzen der wissenschaftlichen Kenntnisse und technologischen Entwicklungen zukommen zu lassen, die der Gemeinschaft zur Verfügung stehen, und um sowohl deren eigene Forschungskapazität als auch die der Gemeinschaft zu stärken.

Kurzbeschreibung

Bestandteil des dritten Rahmenprogramms für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Forschung und technologischen Entwicklung (1990 bis 1994) unter Teilaktivität II.4.: 'Biowissenschaften und Technologien', das Programm stützt sich auf Arbeiten und setzt diese fort, die unter dem zweiten Programm Wissenschaft und Technologie für Entwicklung (1987-1991) durchgeführt wurden.

Die Aktionen konzentrieren sich auf zwei Forschungsbereiche, die für die Entwicklung der Dritten Welt von grundlegender Bedeutung sind, d.h. Landwirtschaft und Medizin. Der Zusammenschluß dieser beiden Bereiche bietet Gelegenheit zur Finanzierung von Schnittstellenaktivitäten. Das Programm gestattet daher die Berücksichtigung der entsprechenden interdisziplinären Projekte wie beispielsweise hinsichtlich Ernährung, Tierkrankheiten und Bewässerung. Dieser multidisziplinäre Ansatz wird auch innerhalb der einzelnen Bereiche gefördert, beispielsweise in Bezug auf die optimale Nutzung natürlicher Ressourcen oder optimalen Umweltschutzes.

Unterteilung

Zwei Bereiche:

- Verbesserung der Lebensbedingungen:
. Verringerung von Nahrungsmittelknappheiten:
Zur Erhöhung der landwirtschaftlichen, Pflanzen- und Tierproduktion durch nachhaltige Methoden, um die Bereitstellung von Nahrungsmitteln in Regionen zu verbessern, wo dieses Problem aus klimatischen, physikalischen oder menschlichen Gründen vorrangig ist. Die Arbeit erstreckt sich auf Produktionssysteme (vor allem Nahrungsmittelproduktion), Pflanzenproduktion, Tierproduktion, Fischerei und Aquakultur, Umweltsanierung und Naturschutz;
. Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion von hohem wirtschaftlichem Wert:
zur Schaffung einer wissenschaftlichen und technischen Basis zur Beurteilung landwirtschaftlicher Aktivitäten, die von hohem wirtschaftlichem Wert sind (einschl. Nutzung von Wäldern und der aquatischen Umwelt) auf lokaler Ebene sowie für den Export in Regionen, wo keine wesentliche Nahrungsmittelknappheit besteht. Die folgenden Formen der Produktion fallen unter dieses strategische Thema: die herkömmlich im Export eine Hauptrolle spielenden Pflanzenprodukte (Erdnüsse, Baumwolle, Kaffee, Gummi, Palmöl usw.), Sekundäragrarpflanzen, die ein Produkt mit hohem Wertzuwachs bieten, Nahrungsmittelprodukte (Produkte tierischer Herkunft sowie Gemüse), die auf Stadtmärkten einen hohen Preis erzielen bzw. für regionalen Export, Forsten und Forstwirtschaft sowie die Erzeugung von Bioenergie. Die Arbeit erstreckt sich auf Produktionssysteme und den Vertrieb von Cash-Crops, quantitative Verbesserungen, qualitative Verbesserungen, Durchführbarkeitsstudien in Bezug auf lokale Verarbeitung und Umweltschutz;

- Verbesserungen der Gesundheit:
. Verhütung und Behandlung der vorherrschenden Krankheiten in Entwicklungsländern:
zur Verringerung der Auswirkungen dieser Krankheiten, die in den meisten Entwicklungsländern weiterhin das wichtigste Problem der Volksgesundheit darstellen;
. Systeme der Gesundheitspflege, die der ländlichen oder städtischen Umgebung der Entwicklungsländer angemessen sind:
zur Untersuchung von Möglichkeiten der Organisation von Gesundheitspflege unter Berücksichtigung der spezifischen Einschränkungen und der sozio-ökonomischen Bedingungen in den Entwicklungsländern (finanzielle, menschliche und materielle Ressourcen) sowie der neuen Chancen, die sich aus den Ergebnissen der biomedizinischen Forschung ableiten;
. Ernährung:
zur Entwicklung der wissenschaftlichen Basis, die zur Verbesserung der Ernährungsbedingungen unterprivilegierter Bevölkerungen erforderlich sind, durch einen multidisziplinären Ansatz, welcher Medizin, Agrarwissenschaft, Wirtschaftswissenschaft und Sozialwissenschaften umgreift.

Ausführung

Die Kommission ist für die Umsetzung des Programms zuständig, mit Hilfe eines Ausschusses mit beratender Funktion, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt, wobei ein Vertreter der Kommission den Vorsitz führt.

Das Programm umfaßt Projekte der Forschung und technologischen Entwicklung (FTE), flankierende Maßnahmen und konzertierte Aktionen.

Die FTE Projekte unterliegen Verträgen auf Kostenteilungsbasis, wobei der finanzielle Beitrag der Gemeinschaft gewöhnlich 50% nicht überschreitet. Universitäten und andere Forschungsstellen haben die Wahl, für jedes Projekt entweder 50%ige Finanzierung für die Gesamtausgaben oder 100%ige Finanzierung der zusätzlichen Grenzkosten zu beantragen. Ein Satz von mehr als 50% kann bei Teilnehmern in Frage kommen, die Staatsbürger eines Entwicklungslandes sind. Verträge, die sich auf Projekte auf Kostenteilungsbasis beziehen, müssen gewöhnlich gemäß einem Auswahlvorgang abgeschlossen werden, der sich auf Aufrufe zur Einreichung von Projektvorschlägen bezieht, die im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaft erscheinen. Die Projekte müssen gewöhnlich von mind. zwei voneinander unabhängigen Partnern, die in Staaten der Gemeinschaft ansässig sind, und einem Partner durchgeführt werden, der in einem Entwicklungsland ansässig ist.

Die flankierenden Maßnahmen sind:
- die Organisation von Seminaren, Workshops und wissenschaftlichen Konferenzen;
- interne Koordination durch die Einrichtung von Integrationsgruppen;
- Technologieschulungsprogramme auf fortgeschrittenem Niveau, mit Schwerpunkt auf Multidisziplinarität;
- Förderung der Nutzung von Ergebnissen;
unabhängige wissenschaftliche und strategische Auswertung der Durchführung der Projekte und des Programms.

Konzertierte Aktionen bestehen in Maßnahmen seitens der Gemeinschaft zur Koordination der in den Mitgliedstaaten durchgeführten, individuellen Forschungsmaßnahmen. Dabei können bis zu 100% der Koordinationskosten durch Fördermittel finanziert werden.

Die Kommission ist dazu befugt, gemäß Artikel 130n des Abkommens internationale Verträge mit Drittländern abzuschließen, die Mitglieder von COST sind, insbesondere den Mitgliedstaaten der Europäischen Freihandelszone (EFTA) und den MOEL, um sie an dem Programm entweder insgesamt oder teilweise teilnehmen zu lassen. Kein Vertragspartner, der in diesen Ländern ansässig ist und an einem im Rahmen des Programms durchgeführten Projekt teilnimmt, darf jedoch für das betreffende Programm Fördermittel von der Gemeinschaft beziehen. Derartige Körperschaften müssen sich an den allgemeinen Administrationskosten beteiligen.

Wenn zwischen der Gemeinschaft und europäischen Nichtmitgliedstaaten Rahmenverträge für wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit abgeschlossen worden sind, können sich die in den betreffenden Ländern ansässigen Körperschaften und Unternehmen auf der Basis des Kriteriums beiderseitigen Nutzens an einem im Rahmen des Programms durchgeführten Projekt beteiligen.

Die für die Durchführung des Programms als erforderlich betrachteten Gemeinschaftsmittel werden auf ECU 126 Mio. geschätzt, wobei 1% des Budgets als Beitrag des Programms für das zentralisierte Systeme zur Verbreitung und Nutzung von Ergebnissen zweckgebunden ist.

Die im Verlauf der Projekte erworbenen Kenntnisse werden sowohl innerhalb des Programms als auch durch das zentralisierte System verbreitet.

Während des zweiten Jahres der Umsetzung wird das Programm von der Kommission revidiert, die dann dem Europäischen Parlament und dem Rat einen Bericht vorlegen wird. Nach Durchführung des Programms wird von einer Gruppe unabhängiger Experten eine Auswertung der Ergebnisse durchgeführt und den obengenannten Gremien unterbreitet.
Datensatznummer: 202 / Zuletzt geändert am: 2000-06-05
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