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  • Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten vom 7. Juli 1986 über ein Aktionsprogramm der Europäischen Gemeinschaften gegen Krebs, 1987-1989

Nachfolgeprogramm

HS-EURCAN 2C

Programmfinanzierung

EUR 22 million
Beitrag zu einer Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität der Bürger innerhalb der Gemeinschaft durch Verminderung der Zahl der Krebserkrankungen und der damit verbundenen Todesfälle sowie der krebsbedingten Verkürzung der Lebenserwartung.

Kurzbeschreibung

Mit ihrem Bericht vom 10. März 1986 übermittelte die Kommission dem Rat die Schlußfolgerungen des Ad-hoc-Sachverständigenausschusses über Krebs (der am 19. und 20. Februar in Paris zusammentraf). Es wurde ein fünfjähriger Aktionsplan gegen Krebs vorgeschlagen. Die folgenden vorrangigen Maßnahmen wurden für notwendig erachtet:

- Tabak: Ausarbeitung von Maßnahmen, um den Tabakkonsum zu begrenzen und zu verringern;

- Chemische Stoffe: Ausarbeitung harmonisierter Kriterien und Verfahren für die Beurteilung karzinogener chemischer Stoffe;

- Ernährung und Alkohol: Auswertung der Forschungsergebnisse unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Gegebenheiten und Gewohnheiten in den Mitgliedstaaten. (Darüber hinaus ist es notwendig, sich mit der Frage des Alkoholmißbrauchs zu befassen);

-Prävention/Früherkennung: Informations- und Erfahrungsaustausch, insbesondere über Präventions- und Früherkennungsprogramme der Mitgliedstaaten und auf dieser Grundlage gegebenenfalls Ausarbeitung geeigneter Maßnahmen;

- Epidemiologische Daten: Informationsaustausch über die Strukturen und Verfahren der Mitgliedstaaten auf dem Gebiet der Krebsepidemiologie und Bewertung dieser Strukturen und Verfahren im Hinblick auf Verbesserungsmöglichkeiten;

- Gesundheitserziehung: Informations- und Erfahrungsaustausch insbesondere über Gesundheitserziehungs- und Gesundheitsberatungsprogramme der Mitgliedstaaten;

- Internationale Zusammenarbeit: Zusammenarbeit mit internationalen und einzelstaatlichen Organisationen im Bereich dieser Aktionen zur Erzielung einer größtmöglichen Effizienz.

Unterteilung

Im Rahmen der vorrangigen Aktionen wurden folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

Die Kampagne gegen Tabak :
- Angleichung der Besteuerung des innerhalb der Europäischen Gemeinschaft erzeugten Tabaks auf erhöhtem Niveau;
-Finanzierung von Präventivmaßnahmen auf einzelstaatlicher Ebene durch verstärkte Besteuerungsmaßnahmen für Tabak;
- Veröffentlichung von Indexen durch das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften ohne Berücksichtigung von Tabak;
-Harmonisierung der Zigaretten-Etikettierung in der Europäischen Gemeinschaft;
- Verbot von Zigaretten mit hohem Teergehalt;
- Harmonisierung der Normen für die Zusammensetzung von Tabakrauch;
- Verbot des zollfreien Tabakverkaufs innerhalb der Europäischen Gemeinschaft;
- Schutz von Kindern gegen den Verkauf von Tabak;
-Reorientierung der Tabakherstellung in Richtung auf weniger toxische Sorten und Untersuchung der Möglichkeiten für eine Wiederumstellung;
- Informations- und Sensibilisierungskampagnen zur Bekämpfung des Rauchens;
- Studie einzelstaatlicher Vorkehrungen und Ausarbeitung von Vorschlägen für gemeinschaftliche Rechtsvorschriften über das Rauchen an öffentlichen Orten;
- Studie einzelstaatlicher Vorkehrungen und Ausarbeitung von Vorschlägen für gemeinschaftliche Rechtsvorschriften zur Einschränkung der Zigarettenwerbung;
- Vergleichende Analyse von Kampagnen gegen das Rauchen sowie
- Informationsaustausch zur Einschränkung des Rauchens.

Verbesserung im Bereich der Ernährung:
- Auswertung vorliegender Informationen über "Ernährung und Krebs";
Ausarbeitung ernährungsphysiologischer Empfehlungen gegen Krebs, die den jeweiligen Kategorien der betreffenden Teilnehmern entsprechen;
- Harmonisierung ernährungsphysiologischer Etikettierung von Lebensmitteln in den Europäischen Gemeinschaften;
- Verbraucherschutz gegen bestimmte Substanzen in Lebensmitteln;
-Verbesserung laufender Informationskampagnen über Ernährung;
- Einführung von Informationskampagnen für empfohlene Nahrungsmittel;
-Förderung entsprechender Lebensmittel und Verfahren;
- Auswertung von Pilotversuchen im Bereich der Ernährung sowie
- Informationsaustausch über "Ernährung und Krebs".

Schutz gegen karzinogene Substanzen:
- Schutz gegen ionisierende Strahlungen sowie aus Tschernobyl zu ziehende Schlußfolgerungen;
- Errichtung einer Beobachtungsantenne und Erstellung einer Liste chemischer Substanzen, von denen vermutet wird, daß sie krebserregend sind;
-Beschleunigung der Arbeiten auf Gemeinschaftsebene und Schaffung einer speziellen Klassifizierungs- und Etikettierungsgruppe für karzinogene Substanzen;
- Verabschiedung von Richtlinien zum Arbeitnehmerschutz;
- Verhütung berufsbedingter Krebserkrankungen durch Verbesserung der praktischen Organisation in Unternehmen, einschließlich der Information von Arbeitgebern und Arbeitnehmern;
- Neue Maßnahmen zum Schutz der Allgemeinheit gegen karzinogene Substanzen

Systematisches Screening und Früherkennung:
- Förderung einer Politik für systematisches Screening und Früherkennung von Gebärmutter- und Brustkrebs sowie
- Bewertung und Verbesserung der Politik für systematisches Screening und Früherkennung anderer verbreiteter Krebserkrankungen.

Der Europäische Kodex gegen Krebs: Übertragung des Europäischen Kodex gegen Krebs in die Laiensprache;

Gesundheitserziehung;

Ausbildung des im Gesundheitswesen beschäftigten Personals sowie

Krebsforschung.

Ausführung

Die Kommission verfolgte einen "partnerschaftlichen" Ansatz bei der Durchführung der Maßnahmen, der zum Ziel hatte, auf einzelstaatlicher Ebene alle an der Krebsbekämpfung Beteiligten einzubeziehen:

- Den Sachverständigenausschuß über Krebs;
-Krebsvereinigungen und -ligen sowie Nichtraucherorganisationen in der Europäischen Gemeinschaft;
- Produzenten medizinischer Fernsehprogramme;
- Vertreter der praktischen Ärzteschaft, die eine zentrale Rolle bei der Früherkennung und systematischem Screening spielen, sowie
- Höhere Beamte in den Gesundheits-, Erziehungs- und Forschungsministerien. Mit den 75 zu Beginn des Jahres 1987 angekündigten Aktionen hat die Europäische Gemeinschaft ihre Fähigkeit, einen bedeutenden Beitrag zur Krebsbekämpfung zu leisten, unter Beweis gestellt. Rechtsvorschriften zur Begrenzung des Tabakgenusses, Verbesserung der Ernährung sowie für Maßnahmen zur Bekämpfung karzinogener chemischer Stoffe und ionisierender Strahlen wurden angekündigt, diskutiert und verabschiedet. Von 1987 bis 1989 standen durchschnittlich 9 Mio. ECU als Finanzierungsbeitrag für Forschungs-, Präventions-, Ausbildungs- und Erziehungsmaßnahmen auf dem Gebiet der Gesundheit zur Verfügung.
Datensatznummer: 203 / Zuletzt geändert am: 1996-07-15