Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Nachfolgeprogramm

ECSC-MINEHYG 5C

Programmfinanzierung

EUR 7 million
Verbesserung der technischen Methoden zur Steuerung und Überwachung von Umweltfaktoren in Bergwerken und Untersuchung der Beziehungen zwischen diesen Faktoren und der Gesundheit mit dem Ziel der Gewährleistung, daß Tätigkeit im Bergbau so sicher und gesund wie möglich ist.

Kurzbeschreibung

Nach den Bestimmungen von Artikel 55 des Vertrags über die Einrichtung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) hat die Kommission die Pflicht zur Förderung technischer und wirtschaftlicher Forschung auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit in der Kohleund Stahlindustrie. Die Finanzierung dieser Unterstützung erfolgt aus Abgaben auf die Kohle und Stahlerzeugung gemäß den Bestimmungen von Artikel 49 des EGKS-Vertrags.

Einzelheiten der Einrichtung des Programms von 1977-1981 für die "Arbeitshygiene in Bergwerken" wurden im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht (Nr. C 159 vom 5.7.1978). Bei diesem Programm handelte es sich um eine Fortsetzung von drei vorhergegangenen Forschungsprogrammen über die Eindämmung von Staub und die Verbesserung der Gesundheit in Bergwerken aus der Zeit von 1957, zur Untersuchung von Aspekten der Vorbeuge gegen Staublunge sowie der Probleme von anderen Schadstoffen als Staub in der Luft, insbesondere Schadstoffe aufgrund der Nutzung von durch Dieselmotor angetriebenen Maschinen und Sprengstoffen unter Tage. Die Forschungsarbeiten konzentrierten sich auf Staub und giftige Gase, jedoch wurden auch Fragen der Lärmentwicklung, der Sichtverhältnisse und des Bergwerkklimas untersucht.

Auf dem Gebiet der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz finanzierte die Gemeinschaft außerdem Programme über "Ergonomie", "Chronische Erkrankungen der Atemwege" und "Eindämmung der Verschmutzung in der Eisen- und Stahlindustrie". Zu den gemeinschaftlichen Forschungsprogrammen über Kohle und auf dem Gebiet der Umwelt gehörten auch eng mit Arbeitshygiene verbundene Themenbereiche. Ein neues gemeinschaftliches Programm mit dem Thema "Sicherheit in Bergwerken" wurden schließlich im Jahre 1976 eingerichtet.

Unterteilung

- Technische Methoden zur Umweltkontrolle:
. Die Auswirkung neuer Maschinen und Arbeitsmethoden auf das Entstehen von Staub und anderen Schadstoffen sowie ihre Reduzierung durch Verbesserung der Maschinenkonstruktion und der Arbeitsverfahren;
. Verbesserung von Verfahren für die Entstaubung;
. Die Technologie des Luftvorhangs mit dem Schwerpunkt auf der Entwicklung und der Perfektionierung von Methoden zur Schaffung einer Frischluftumgebung für Arbeitskräfte und einem geschlossenen Raum mit praktischer Entstaubung;
. Konstruktionsparameter für angetriebene Streben zur Minimierung der Staubbildung im Zusammenhang mit ihrer Funktion unter Tage;
. Die Beziehungen zwischen Staub und Wetter im Bergbau, insbesondere hinsichtlich der Abscheidung und der Korngrößenverteilung von in der Luft mitgeführtem Staub;
. Verbesserung von Naßabscheidersystemen;
. Die im wesentlichen durch die Notwendigkeit der Automatisierung bedingte Wasserinfusion und die Fernbeobachtung des Verfahrens sowie die Beobachtung des Wassers im Flöz;
. Auslegung und Entwicklung individueller Schutzmaßnahmen zur Gewährleistung einer Arbeitsatmosphäre ohne Verschmutzung;

Überwachung der Arbeitsumgebung:
. Entwicklung und Verbesserung von Staub-Probenahmegeräten und analytischen Methoden zur Bestimmung der chemischen, physikalischen und mineralischen Eigenschaften der Bergwerksatmosphäre;
. Konstruktion und Entwicklung von Geräten für die kontinuierliche Aufzeichnung und Anzeige des Staubgehalts;
. Entwicklung optimaler Staubprobenahmestrategien zur Bereitstellung von Informationen über die Staubverhältnisse am Arbeitsplatz in allen Teilen des Bergwerks;
. Entwicklung von Geräten zur Messung anderer Schadstoffe der Luft, einschließlich von mitgeführten radioaktiven Substanzen, insbesondere von Stickoxiddämpfen;

Umweltfaktoren und Gesundheit:
. Weiterführende Studien zur Bestimmung sicherer Staubgrenzen für die Beschäftigung von Arbeitskräften bei den ersten Anzeichen von Staublunge;
. Spezifische Schädlichkeit von Stäuben - epidemiologische und Laboruntersuchungen, mit denen der Luftstaubgehalt nach der tatsächlichen Gesundheitsgefahr bestimmt werden kann;
. Die Wirkung gesundheitsschädlicher Dämpfe und giftiger Gase, die durch Verwendung von Dieselmotoren und Sprengstoffen entstehen können;
. Individuelle Empfindlichkeit gegen Staub und andere Schadstoffe;
. Vergleichbarkeit qualitativer und quantitativer Messungen der Staubkonzentrationen und der einheitlichen radiologischen Bestimmung der Staublunge in der Gemeinschaft;
. Bestimmung der potentiellen Gesundheitsgefahr durch die Verwendung neuer Werkstoffe in Bergwerken;
. Belastung durch Lärm, schlechte Sicht und schlechtes Klima unter Umständen, die eine Gesundheitsgefahr darstellen.

Ausführung

Die Kommission war für die Durchführung der Programme verantwortlich. Dabei wurde sie von drei beratenden Ausschüssen unterstützt: dem Forschungsausschuß, dem Ausschuß von Produzenten und Arbeitskräften auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin sowie dem Ausschuß von Regierungsexperten. Die Forschung wurde von den Bergbauforschungseinrichtungen der Gemeinschaft durchgeführt. Projekte hatten eine Laufzeit von zwei bis drei Jahren und bis zu 75 % der Kosten wurden durch die Gemeinschaft finanziert. Einzelheiten der Projekte und der erzielten Ergebnisse sowie Angaben über dabei angemeldete Patente wurde von der Kommission in Euro-Abstracts veröffentlicht.
Datensatznummer: 207 / Zuletzt geändert am: 1996-07-18