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Vorheriges Programm

ECSC-MINESAFE 1C

Nachfolgeprogramm

ECSC-WORKSAFE C

Programmfinanzierung

EUR 12,5 million
Schaffung einer sichereren Arbeitsumgebung für im Kohle- und Eisenerzbergbau tätige Arbeitskräfte.

Kurzbeschreibung

Nach den Bestimmungen von Artikel 55 des Vertrags über die Einrichtung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) hat die Kommission die Pflicht zur Förderung technischer und wirtschaftlicher Forschung auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit in der Kohleund Stahlindustrie. Die Finanzierung dieser Unterstützung erfolgt aus Abgaben auf die Kohle-und Stahlerzeugung gemäß den Bestimmungen von Artikel 49 des EGKS-Vertrags.

Bis 1976 erfolgte die Auswahl und Durchführung von Projekten auf dem Gebiet der Sicherheitsforschung im Kohle- und Eisenerzbergbau auf individueller Basis ohne Bezugnahme auf ein Gesamtprogramm. Ein erstes Forschungsprogramm mit dem Titel "Sicherheit im Bergbau" mit einer Laufzeit von fünf Jahren wurde am 21. Dezember 1976 von der Kommission eingerichtet. Dieses Programm konzentrierte sich ausschließlich auf den Untertagebau. Der Anwendungsbereich des Programms für 1982-1987 wurde erweitert, um die Sicherheit im Bereich der Einrichtungen über Tage und im Tagebergbau einbeziehen zu können sowie zwei weitere Forschungsgebiete, nämlich "Transport und Umschlag" und "Gebirgsschlag und verbundene Phänomene", die im ersten Programm als Unterthemen anderer Gebiete einbezogen worden waren. Angaben über die Einrichtung dieses zweiten Programms wurden im Amtsblatt (Nr. C 195 vom 29.7.1982) veröffentlicht

Parallel zu dem "Sicherheit im Bergbau"-Programm stellte die Kommission Mittel zur finanziellen Unterstützung für bergbaubezogene Forschung im Rahmen des "Mittelfristigen Kohleforschungs-Unterstützungsprogramms" (GD XVII) und des "Ergonomie-Programms für die Stahl- und Kohleindustrie" (GD V) zur Verfügung.

Unterteilung

- Unfälle und Daten über Unfälle - menschliches Versagen und Sicherheit:
Auswertung der Sicherheitsaspekte aller Bergbau-Betriebssysteme und Entwicklung von Methoden zur Einschätzung dieser Aspekte vom Konstruktions- bis zum Anwendungsstadium;

-Brände und unterirdische Verbrennung:
Minimierung des möglichen Auftretens von Bränden und Erwärmung, Maßnahmen zur Frühmeldung und Warnung bei ihrem Auftreten, Entwicklung manueller und automatischer Methoden zur ihrer Bekämpfung und das Verhalten unter Bedingungen, unter denen sich ein solches Ereignis nicht mehr beherrschen läßt;

Explosionen:
Verbesserung der Explosionssicherheit, insbesondere bei neuen Arten;

- Rettungswesen:
Konstruktion und Entwicklung von in sich abgeschlossenen Hochleistungs-Rettungsgeräten als Alternative für Selbstrettungshilfen vom Filtertyp sowie Verbesserung von Ausrüstungen und Kommunikationssystemen zum Einsatz bei der Rettung von verschütteten Bergarbeitern;

- Beobachtung, Telemetrie, Datenwiedergabe, Fernbedienung, Automatisierung und Kommunikation:
Festlegung sicherer Arbeitsverfahren für die ferngesteuerten und automatisierten Arbeitsgänge;

- Transport und Fördertechnik:
Förderung der Sicherheit von Ausrüstungen für den Transport von Bergarbeitern und schweren Lasten in Schächten sowie auch in fallenden und horizontalen Förderstrecken;

- Elektrizität:
Untersuchung der Material- und Ausrüstungssicherheit aus der Sicherheit der Explosions- und Brandgefahren sowie der allgemeinen Sicherheit von Hochspannungsstromkreisen;

Werkstofftechnologie:
Nutzung der geeignetsten verfügbaren Werkstoffe und Entwicklung von Methoden, mit denen Risiken und ein mögliches Maschinen- und Ausrüstungsversagen bei der Benutzung vorausgesagt werden kann;

- Arbeitsmethoden:
Untersuchung spezifischer Probleme der Sicherheit bei modernen Bergbaumethoden;

- Gebirgsschlag und verbundene Ereignisse sowie plötzlicher Wetterschlag:
Betrachtung der Verhältnisse bei spontaner Flözverschiebung beim Bergbau sowie die Vorhersage und Verhinderung;

- Übertageeinrichtungen:
Betrachtung der Arbeitsverfahren in den Übertageeinrichtungen von Untertagebergwerken und in Tagebauanlagen.

Ausführung

Die Kommission war für die Durchführung der Programme verantwortlich. Dabei wurde sie von drei beratenden Ausschüssen unterstützt: dem Forschungsausschuß, dem Ausschuß von Produzenten und Arbeitskräften auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin sowie dem Ausschuß von Regierungsexperten. Die Forschung wurde von den Bergbauforschungseinrichtungen der Gemeinschaft durchgeführt. Projekte hatten eine Laufzeit von zwei bis drei Jahren und bis zu 75 % der Kosten wurden durch die Gemeinschaft finanziert. Zusätzlich zu den direkten Finanzierungskosten wurden auch Mittel für die Programm-Abwicklungskosten bereitgestellt: Kosten für die Veranstaltung von projektbezogenen und erforderlichen Gesprächen, Reise- und Unterhaltskosten für Experten und Forschungsarbeiten, Veranstaltung und Durchführung von Studien- oder Informationsseminaren sowie die Veröffentlichung und Verbreitung der Ergebnisse der durchgeführten Forschung.

Einzelheiten der Projekte und der erzielten Ergebnisse sowie Angaben über dabei angemeldete Patente wurde von der Kommission in Euro-Abstracts veröffentlicht.

Fachgebiete

Sicherheit
Datensatznummer: 208 / Zuletzt geändert am: 1997-08-13