Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Vorheriges Programm

ECSC-MINESAFE 2C

Programmfinanzierung

EUR 26 million

Referenz zum Amtsblatt

C 325 von 1989-12-29

Rechtsrahmen

89/C325/02
Gewährleistung, daß Sicherheitsaspekte bei der Konstruktion, Entwicklung, beim Betrieb und bei der Instandhaltung neuer technologischer Prozesse zur Anwendung gelangen. Gewährleistung, daß Technologiekonzepte und Methoden zur Identifikation, Messung und Einschätzung von Sicherheits- und Gesundheitsgefahren harmonisiert werden und durch Verbesserung der Sicherheit am Arbeitsplatz den Anforderungen der arbeitenden Bevölkerung gerecht werden.

Kurzbeschreibung

Nach den Bestimmungen von Artikel 55 des Vertrags über die Einrichtung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) hat die Kommission die Pflicht, technische und wirtschaftliche Forschung betreffend der Arbeitssicherheit in der Kohle- und Stahlindustrie zu unterstützen. Die Finanzierungsmittel für diese Unterstützung stammen aus Abgaben, die gemäß den Bestimmungen von Artikeln 49 des EGKS-Vertrags auf die Produktion von Kohle und Stahl erhoben werden.

Bis 1976 erfolgte die Auswahl von Projekten auf dem Gebiet der Sicherheit im Kohle- und Eisenerzbergbau auf individueller Basis ohne Bezugnahme auf ein Gesamtprogramm. Ein erstes Forschungsprogramm auf dem Gebiet der "Sicherheit im Bergbau" mit einem Durchführungszeitraum von fünf Jahren wurde am 21. Dezember 1976 von der Kommission verabschiedet. 1982 folgte ein zweites Fünfjahresprogramm. Vor diesen beiden Programmen wurde die Arbeitssicherheit in der Stahlindustrie nur durch ein mehrjähriges Programm Anfang der achtziger Jahre erfaßt (Amtsblatt Nr. C40 vom 11.2.1983), das sich mit den Auswirkungen der technologischen Änderungen und insbesondere der Einführung des Stranggußes befaßte.

Forschung auf dem Gebiet der Sicherheit in den EGKS-Industrien wird auch in mehrjährigen Programmen auf den Gebieten Ergonomie, medizinische Forschung, Arbeitshygiene in Bergwerken und Eindämmung von Lärm- und Schadstoffbelastung am Arbeitsplatz sowie in der Umgebung von Hüttenbetrieben vorgesehen. Sicherheitsaspekte werden des weiteren in technischen Forschungsprogrammen auf dem Gebiet von Kohle und Stahl behandelt.

Unterteilung

- Stahlindustrie:
. Hochöfen und Upstream-Anlagen (Koksöfen, Erzaufbereitung und Hilfsanlagen):
Zuverlässigkeit von technischen Anlagen (Instrumente, Lenkung und Steuerung), die Entwicklung technischer und wirtschaftlicher Hilfsmittel sowie die Ausbildung von Arbeitskräften im Bereich des Produktionsprozesses und seiner Risiken;
. Schmelzbetriebe:
Die Art der Gefahr und die möglichen Auswirkungen von Gefahren für Arbeitskräfte in allen Teilen des Schmelzbetriebs;
. Walzwerke:
Sicherheitsbezogene Auswirkungen von Automatisierung und Computerisierung auf Arbeitskräfte, umfassende Harmonisierung von anlagenbezogenen Erfordernissen hinsichtlich der Leistung der Arbeitskräfte unter spezifischer Berücksichtigung von Faktoren, die den Arbeitsplatz nachteilig beeinflussen, wie z.B. Wärme, Lärm, Staub und Rauch;
. Nachbearbeitungswerkstätten:
Trennung der Bediener einerseits und der Maschinen und Produkte andererseits oder Optimierung der Schnittstellen zwischen diesen beiden Sphären sowie Motivierung von Arbeitskräften zur Erreichung eines sicherheitsbewußteren Verhaltens durch Vermittlung besserer Informationen über die technischen und organisatorischen Aspekte der Arbeiten in der Nachbehandlung;
. Instandhaltung:
Die Leistungsfähigkeit hinsichtlich des Schutzes der Arbeitskräfte von computerunterstützten Instandhaltungsplanungs- und Leitsystemen;

- Bergwerke:
. Brände im Bergbau und spontane Verbrennungsprozesse:
Verbesserung der Sensierung unterirdischer spontaner Verbrennungsprozesse zur Reduzierung der Brandgefahr und der Erwärmung. Beschränkung der Auswirkungen auf Ausrüstungen, Lüftung und insbesondere Arbeitskräfte;
. Explosionen:
Fortsetzung von Studien über die Zündung von Schlagwetter durch Maschinenhämmer während der Kohlegewinnung;
. Rettungsmaßnahmen:
Verbesserung der Sicherung kurzfristig gesehen und beschleunigtes Ansprechen von Warnanlagen sowie einfachere und sichere Gestaltung von Evakuierungsverfahren;
. Beobachtung, Telemetrie, Datenpräsentation, Fernbedienung, Automatisierung und Kommunikation:
Zuverlässigkeit von Sensoren, Übertragungs- und Kommunikationssystemen, Verbesserung automatischer Bergarbeiter-Identifikation oder Auffindungssysteme, Einrichtung von Hochleistungs-Kommunikationsmitteln;
. Transport und Fördertechnik:
Optimierung von Verkehrsmitteln und -methoden;
. Strom und Energie:
Studie der Sicherheit von Sicherheit von Ausrüstungen für die Versorgung mit Strom vor Ort, wenn Hochspannung benötigt wird, und Bedingungen für ihren Einsatz, Durchführung von Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Entwicklung von ultraschnellen Abschaltvorrichtungen zur Minimierung des mechanischer Beschädigung von Kabeln auftretenden Lichtbogens, Perfektion des Schutzes von Elektroausrüstungen sowie Studie der Probleme statischer Elektrizität, insbesondere im Hinblick auf die verstärkte Anwendung von statischen Werkstoffen unter Tage;
. Werkstofftechnologie:
Entwicklung von Werkstoffen zur Verwendung im Bergbau unter Berücksichtigung der mechanischen Eigenschaften, des Brandrisikos, der Explosionsgefahr, der Toxizität und ihrer Einsatzmöglichkeiten für besondere Anwendungen;
. Gewinnungsmethoden:
Auf diesem Gebiet zu untersuchende Probleme betreffen den Gebirgedruck und die Abstützungen, Schlagwetter, Wassereindringung und Lüftung sowie die Nahtstelle Verhieb-Vortrieb;
. Felsverwerfungen, hiermit verbundene Ereignisse und Gasausbrüche:
Entwicklung von vorbeugenden Methoden, Studie und Auswertung der Warnzeichen, Entwicklung von Vorsichtsmaßnahmen;
. Aktivitäten über Tage:
Studie von Vorgängen, die den Untertagevorgängen entsprechen (Abbau, Transport und Materialförderung, Transport von Arbeitskräften, Sprengstoffe in Steinbrüchen und Tagebbaubetrieben) sowie spezifische Prozesse über Tage (Wäschereien, Halden, Steinbrüche, Tagebergbaubetriebe, nicht mehr benutzte Schächte).

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Programms verantwortlich. Dabei wird sie vom EGKS-Beratungsausschuß unterstützt. Die beratenden Organisationen, d.h. der Forschungsausschuß für Sicherheit, der Ausschuß der Produzenten und Arbeitskräfte auf dem Gebiet der Sicherheit und Arbeitsmedizin sowie der Ausschuß der Regierungsexperten werden bei der Auswahl der Projekte beratend tätig.

Projekte, die aufgrund dieses Programms eine finanzielle Unterstützung durch die Gemeinschaft erhalten, werden von den Stahl- und Bergbauunternehmen in den Mitgliedstaaten und von einschlägigen Forschungseinrichtungen durchgeführt. Ein wachsender Teil der Projekte stellt auf die Entwicklung, Anpassung und Verbesserung von Verfahren oder Material ab. Projekte werden auf verschiedene Institute aufgeteilt sowie auf Anwender und möglicherweise Lieferanten.

Anträge auf Bezuschussung von Forschungsarbeiten müssen müssen zum 1. Oktober in einem Jahr bei der Kommission der Europäischen Gemeinschaften eingehen, wenn sie geprüft und für die Finanzierung im Folgejahr in Betracht gezogen werden sollen. Die gemeinschaftliche finanzielle Unterstützung darf 60 % der gesamten direkten Kosten eines Projekts nicht übersteigen.

Einzelheiten und Ergebnisse der Forschung werden in Euro-Abstracts veröffentlicht. Weitere Informationen werden in der wissenschaftlichen und technischen Literatur veröffentlicht, die auch der Öffentlichkeit zugänglich ist. Vollständige Berichte von Projekten, die finanziert worden sind, werden auf Wunsch der Kommission zur Verfügung gestellt.

Fachgebiete

Sicherheit
Datensatznummer: 209 / Zuletzt geändert am: 1996-07-18