Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Nachfolgeprogramm

ECSC-WORKENV 4C

Programmfinanzierung

EUR 10 million
Förderung von Wegen zur Bekämpfung der Umweltverschmutzung in der Eisen- und Stahlindustrie mit Schwerpunkt auf den wichtigsten Verhütungsmaßnahmen und der Entwicklung von Methoden, die eine praktische und wirksame Reduzierung der Emission von Schadstoffen gewährleisten. Berücksichtigung von Problemen durch Abgabe von schadstoffhaltigem Abwasser und Vermeidung oder Entsorgung von Industrieabfällen, insbsondere von schadstoffhaltigen Rückständen.

Kurzbeschreibung

Nach den Bestimmungen von Artikel 55 des Vertrags über die Einrichtung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) hat die Kommission die Aufgabe der Förderung technischer und wirtschaftlicher Forschung auf dem Gebiet der Produktion und verstärkten Nutzung von Kohle und Stahl und zur Steigerung der Arbeitssicherheit in der Kohle- und Stahlindustrie. Die Mittel für diese Förderungsmaßnahmen stammen aus Abgaben, die gemäß Artikel 49 des EGKS-Vertrags auf die Produktion von Kohle und Stahl erhoben werden.

Während das erste und zweite Forschungsprogramm über die technische Kontrolle der Verschmutzung in der Eisen- und Stahlindustrie (1958-1973) fast ausschließlich auf Probleme der Luftverschmutzung abstellten, wurde der Umfang des dritten Programms auf die kontrollierte Entsorgung von Rückständen aus Gas-, Wasser- und Abluft-Reinigungsprozessen und die Abwasser-Reinigung und Abfallbehandlung ausgedehnt.

Einzelheiten dieses Programms wurden im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht (Nr. C92 vom 6.8.1974).

Unterteilung

- Koksöfen:
Betrachtung der Probleme der Chargierung der Kohle und des Abschreckens des Kokses, insbesondere in älteren Anlagen. Sammlung des beim Austrag des Kokses anfallenden Rauchs und seine Reinigung, sowie Behandlung von Abwässern aus Koksöfen;

- Produktion von Roheisen;
. Sintern von Erzen:
Probleme der Emission von Staub und gasförmigen Schadstoffen durch Sinteranlagen;
. Hochöfen:
Reduzierung der SO2-Emission im Gichtgas und Reduzierung der Umweltverschmutzung beim Abstechen von Hochöfen und Behandlung der Hochofenschlacke;

- Stahlwerke:
Reduzierung von braunem Rauch und der Luftverschmutzung durch Stahlherstellungsprozesse wie LD, LDAC, OLP, Kaldo u.ä. und Probleme der Arbeitshygiene und der Umweltverschmutzung durch verstärkten Einsatz von Elektroöfen bei der Stahlproduktion;

- Walzwerke:
Untersuchung von Maßnahmen zur Verhinderung der Emission von Staub und Dunst durch Warmhalte- und Wärmeöfen;

- Allgemeine Probleme:
. Reduzierung der Verschmutzung durch Lagerung und Umschlag von pulverförmigen und schlammartigen Abfallstoffen und Rückständen;
. Behandlung, Aufbereitung und Verwertung von Rückständen der Eisenund Stahlproduktion und aus Luft- und Abwasser-Reinigungsanlagen.;
. Maßnahmen zur Reduzierung der Abwassermengen und der in diesen enthaltenen Schadstoffe;
. Verhinderung von Schäden durch das Einatmen giftiger Gas und Stäube;
Reduzierung der Lärmemission bestimmter Anlagen der Eisen- und Stahlindustrie;

- Messung der Umweltverschmutzung:
Ermittlung der chemischen und physikalischen Eigenschaften der Schadstoffe sowie ihrer Mengen und Konzentrationen am Arbeitsplatz, in der Luft, im Wasser und im Boden; Identifikation der Eigenschaften von Schadstoffen, die alleine und in Kombination mit anderen eine potentielle Gefahr für die Umwelt darstellen; Einrichtung und Erprobung von Eichmethoden.

Ausführung

Die Kommission war für die Durchführung dieses Programms zuständig. Wie bei den vorhergegangenen beiden Programmen war ein Forschungsausschuß für die Verfolgung der Entwicklung der Forschung aus wissenschaftlicher und technischer Sicht verantwortlich, sowie für die erforderliche Koordinierung der Arbeiten auf diesem Gebiet. Für die eingehendere Untersuchung von spezifischen Sektoren wurden Expertengruppen gebildet.

Die Einrichtung des Programms erfolgte auf solche Art und Weise, daß sich die drei neuen Mitgliedstaaten der Gemeinschaft (Großbritannien, Irland und Dänemark) mit Wirkung vom 1. Januar 1973 ebenfalls beteiligen konnten.

In der Regel wurden Projekte mit einer Laufzeit von zwei oder drei Jahren durch Forschungsinstitute der Kohle und Stahlindustrien durchgeführt. Die finanzielle Unterstützung durch die Gemeinschaft war dabei auf 75% der direkten Kosten der Projekte beschränkt.
Datensatznummer: 212 / Zuletzt geändert am: 1996-07-18
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