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  • Viertes medizinisches Forschungsprogramm (EGKS) "Der Einfluß physikalischer und anderer beruflicher Faktoren am Arbeitsplatz auf die Gesundheit der Arbeitskräfte", 1982-1986

Nachfolgeprogramm

ECSC-MEDRES 5C

Programmfinanzierung

EUR 9 million
Erweiterung des Umfangs der experimentellen und epidemiologischen Forschung auf dem Gebiet von Schadstoffen in der Arbeitsumgebung und individuellen Sensibilisierungsfaktoren durch epidemiologische Studien unter Berücksichtigung nicht nur von identifizierten und quantifizierten Wirkstoffen, sondern auch unter Einbeziehung komplizierter physikalischer, chemischer und klimatischer Faktoren, die kombinierte Wirkungen verursachen können, die sich mit der individuellen Empfindlichkeit und Reaktion unterschiedlich auswirken können; besondere Berücksichtigung von Krebserkrankungen, insbesondere ihrer Früherkennung durch Erforschung der Karzinogenität atmosphärischer Schadstoffe in den Industrien der EGKS unter Berücksichtigung aller verbundenen Schadstoffe und klimatischen Faktoren.

Kurzbeschreibung

Nach den Bestimmungen von Artikel 55 des Vertrags über die Einrichtung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) hat die Kommission die Pflicht zur Förderung technischer und wirtschaftlicher Forschung auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit in der Kohleund Stahlindustrie. Die Finanzierung dieser Unterstützung erfolgt aus Abgaben auf die Kohle und Stahlerzeugung gemäß den Bestimmungen von Artikel 49 des EGKS-Vertrags.

Dieses vierte medizinische Forschungsprogramm stellt die natürliche Fortsetzung vorhergegangener Programme dar, die sich bis zum Jahre 1956 zurückverfolgen lassen. Das erste Programm auf dem Gebiet der Silikose und Staublunge bei Bergbauarbeitern im Kohlebau führte zu einem besseren Verständnis im Bereich der Pathogenese, der radiologischen Gesichtspunkte, der Komplikationen und der Auswirkungen dieser Erkrankungen. Das zweite Programm konzentrierte sich auf chronische Bronchitis und Emphyseme, die eine Staublunge begleiten oder sich getrennt entwickeln können. Das dritte Programm konzentrierte sich sowohl auf die Staublunge als auch auf chronische Bronchitis und Emphyseme. Als Folge der Programme auf diesem Gebiet wurde das vierte Programm erheblich erweitert und bezog jetzt physikalische und andere berufliche Faktoren am Arbeitsplatz in Unternehmen der EKGS sowie Probleme im Zusammenhang mit technologischen Entwicklungen bei der Produktion, Verarbeitung und Anwendung der Produkte mit ein. Eine der wichtigsten Leistungen dieses Programms war die Aktualisierung des EGKS-Fragebogens über chronische Bronchitis und Lungenemphyseme von 1967.

Unterteilung

- Studien über den Gesundheitszustand und die Arbeitsbedingungen von Arbeitskräften im Kohle- und im Eisenerzbergbau, in Koksöfen sowie auf dem Eisen- und Stahlsektor:
. Für das Auftreten und die Entwicklung von Emphysemen und chronischer Bronchitis verantwortliche biologische Prozesse, einschließlich von Einzelfaktoren;
. Standardisierung und Durchführung von Tests am Arbeitsplatz zur Frühdiagnose von Bronchitis und Emphysemen;
. Untersuchung der Funktionsweise und der Ergebnisse unterschiedlicher Vorbeuge- und therapeutischer Maßnahmen bei Patienten mit Erkrankungen der Atemwege im Frühstadium;
. Auswertung der Ergebnisse von Funktionskontrollen im Ruhezustand und bei der Bewegung zur Bestimmung der Arbeitskapazität;
. Vorbereitende Forschung auf dem Gebiet der Herz- und Gefäßerkankungen und ihre Wirkung auf die Arbeitsleistung, Hauterkrankungen und Erkrankungen der Wirbelsäule;

- Spezifisch auf Arbeitskräfte auf dem Eisen- und Stahlsektor und in Koksöfen tätige Arbeitskräfte:
. Epidemiologische Studien der Hauptursache von Erkrankungen und Todesfällen in der Eisen- und Stahlindustrie sowie an Koksöfen;
. Studien von und Vorbeugemaßnahmen gegen spezifische Gesundheitsrisiken, einschließlich des Risikos einer Erkrankung an Lungenkrebs bei der Ausübung bestimmter Berufe in der Eisen- und Stahlindustrie sowie in Koksöfen;
. Identifikation der Gefährdung durch potentiell schädliche Substanzen wie z.B. Nickel, Chrom und andere als Legierungskomponenten verwendete Substanzen;

- Spezifisch für im Kohle- und Eisenerzbergbau tätige Arbeitskräfte:
. Studie der Ursachen von Insuffizienz der Atemwege, die für Arbeitsunfähigkeit verantwortlich sind;
. Epidemiologische Studien der Hauptursachen von Erkrankungen und Todesfällen von Arbeitskräften im Kohle- und Eisenerzbergbau und ihre Verbindung mit Arbeitsbedingungen (Gase, Rauch, Temperatur, Feuchte, Zugluft usw.);
. Studie des Beitrags von Siliziumdioxid- und anderen Stäuben sowie exogenen und endogenen Ko-Faktoren zum vorzeitigen Auftreten bzw. zur Entwicklung der normalen Staublunge und der massiven chronischen Staublunge;
. Validierung auf gemeinschaftlicher Ebene der internationalen Klassifikation von Radiographien der Pneumokoniose (Staublunge) durch die ILO.

Ausführung

Die Kommission war für die Durchführung der Programme verantwortlich. Dabei wurde sie von drei beratenden Ausschüssen unterstützt: einem Ausschuß von wissenschaftlichen Experten, einem Ausschuß von Regierungsexperten sowie dem Ausschuß von Produzenten und Arbeitskräften auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin. Im Rahmen der Forschung fanden regelmäßige Treffen zwischen Arbeitsgruppen unter dem Vorsitz von Vertretern der Kommission und mit Unterstützung der wisssenschaftlichen Ausschüsse statt. Die Ergebnisse wurden an wissenschaftliche Organisationen und Berufsverbände weitergeleitet. Die im Rahmen des Programms von der Gemeinschaft finanziell unterstützten Forschungsinstitute waren verpflichtet, die Ergebnisse ihrer Forschung an die Kommission und den wissenschaftlichen Ausschuß weiterzuleiten, damit sie verbreitet und zur praktischen Anwendung gebracht werden konnte. Die Gemeinschaft unterstützte jeweils die Kosten eines Teils eines Projekts, während die verbleibenden Kosten von dem geförderten Empfänger zu tragen waren.
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