Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Vorheriges Programm

EMP-HELIOS 0

Nachfolgeprogramm

EMP-HELIOS 2

Programmfinanzierung

EUR 19 million

Referenz zum Amtsblatt

L 104 von 1988-04-23

Rechtsrahmen

88/231/CEE von 1988-04-18
Förderung der beruflichen Ausbildung, Rehabilitation, wirtschaftlichen Integration, sozialen Integration und einer unabhängigen Lebensführung der Behinderten.

Kurzbeschreibung

Der Ratsbeschluß 63/266/EWG vom 2. April 1963 enthält die allgemeinen Prinzipien für die Durchführung einer gemeinsamen Berufsausbildungspolitik und besagt, daß besondere Maßnahmen eingeleitet werden können, um Sonderprobleme bestimmter Tätigkeitsbereiche oder Personengruppen zu berücksichtigen. Behinderte haben besondere Bedürfnisse im Bereich der Berufsausbildung und Rehabilitation sowie der wirtschaftlichen Eingliederung und gelten daher im Sinne des genannten Grundsatzes als eine bestimmte Personengruppe.

In der Entschließung des Rates vom 27. Juni 1974 über das erste gemeinschaftliche Aktionsprogramm zur beruflichen Rehabilitation von Behinderten (Amtsblatt Nr. C 80 vom 9.7.1974) wird die berufliche Rehabilitation definiert als "alle Maßnahmen, die darauf abzielen, nach Auftreten einer Behinderung oder einer Schädigung oder Krankheit, die zu einer Behinderung führen können, möglichst zufriedenstellende Beziehungen zwischen einer Person und ihrer Umwelt herzustellen und aufrechtzuerhalten". Das Europäische Parlament unterstrich in seiner Entschließung vom 11. März 1981 (Amtsblatt Nr. C 77 vom 6.4.1981), daß die wirtschaftliche, soziale und berufliche Integration der Behinderten auf Gemeinschaftsebene gefördert werden muß. In der Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten vom 21. Dezember 1981 über die soziale Integration der Behinderten (Amtsblatt Nr. C 347 vom 31.12.1981) ist ein erstes Aktionsprogramm zur Förderung dieser Integration aufgestellt worden. Dieses zweite Aktionsprogramm der Gemeinschaft bildet die Fortsetzung des ersten Programms in diesem Bereich.

Zu den Zielen der Gemeinschaft gehören die beschleunigte Hebung des Lebensstandards, und dieses zweite Programm soll durch eine Reihe von spezifischen Maßnahmen zur Förderung der sozialen Integration und unabhängigen Lebensweise von Behinderten zur Verwirklichung dieses Ziels beitragen. Es soll die auf nationaler Ebene ergriffenen Maßnahmen ergänzen, und zwar insbesondere durch die Koordination dieser Maßnahmen und durch den Austausch der aus ihnen gewonnenen Erfahrungen. Mit dem Programm soll:
- in den Bereichen berufliche Bildung und Rehabilitation, wirtschaftliche und soziale Eingliederung sowie hinsichtlich der eigenständigen Lebensführung der Behinderten ein auf erfolgversprechenden wegbereitenden Neuerungen in den Mitgliedstaaten beruhendes Gemeinschaftskonzept entwickelt werden;
- die Austausch- und Informationstätigkeit ausgebaut werden, die nicht in den Anwendungsbereich des Europäischen Sozialfonds fällt, aber dennoch einen nützlichen Beitrag in den Bereichen berufliche Ausbildung und Rehabilitation, wirtschaftliche und soziale Eingliederung und unabhängige Lebensführung der Behinderten leisten kann;
- ein Beitrag zur Durchführung der Empfehlung 86/379/EWG sowie der Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten vom 21. Dezember 1981 geleistet werden;
- die gemeinschaftliche Unterstützung für die europäische Zusammenarbeit nichtstaatlicher Organisationen in den Bereichen der beruflichen Ausbildung und Rehabilitation, wirtschaftlichen und sozialen Eingliederung und unabhängigen Lebensführung der Behinderten fortgesetzt und gegebenenfalls erweitert werden;
- den beruflichen Erfordernissen sowie der Förderung der sozialen Eingliederung und der eigenständigen Lebensführung behinderter Frauen sowie Personen mit besonderer Verantwortung für die häusliche Betreuung behinderter Kinder oder Erwachsener besondere Beachtung geschenkt werden.

In dem Programm umfaßt der Begriff "Behinderte" alle Personen mit wesentlichen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderungen.

Unterteilung

Spezifische Maßnahmen:

- Gemeinschaftsweiter Verbund von Berufsbildungs- bzw. Rehabilitationszentren und -maßnahmen:
. Umstrukturierung des gegenwärtigen gemeinschaftsweiten Verbunds von Berufsbildungs- bzw. Rehabilitationszentren, um den Austausch fachlicher Erfahrungen zu erleichtern und Impulse für die Fortentwicklung von Maßnahmen zur beruflichen Bildung bzw. zur beruflichen Wiedereingliederung zu geben;

- Spezifische Maßnahmen betreffend die eigenständige Lebensführung:
. Aufstellung eines Sonderprogramms zur Förderung einer eigenständigen Lebensführung in bezug auf Mobilität und Beförderung, Zugang zu öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen und Wohnraum;

- Netze lokaler Maßnahmen mit Modellcharakter:
. Förderung der beruflichen Bildung und Rehabilitation sowie der wirtschaftlichen Eingliederung einschließlich der Unterstützung von europäischen Tagungen, Information, Dokumentation und Beratung, Studienbesuchen und Seminaren für Projektleiter;

- Handynet-System:
. Koordinierung und Weiterentwicklung des in den offiziellen Amtssprachen arbeitenden computergestützten Informationssystems der Gemeinschaft über Behindertenfragen;

- Zuschüsse zu externen Tätigkeiten der europäischen Zusammenarbeit:
. Jährliches Programm zur Unterstützung von Tätigkeiten und Vorhaben der europäischen Zusammenarbeit, die von unabhängigen Organisationen, namentlich Behindertenverbänden oder für Behinderte tätigen Vereinigungen im Bereich der beruflichen Ausbildung und Rehabilitation, der wirtschaftlichen und sozialen Eingliederung und der unabhängigen Lebensführung der Behinderten durchgeführt werden;

- Ergänzende spezifische Maßnahmen im Rahmen der obengenannten spezifischen Maßnahmen:
- Zusammenarbeit mit externen Sachverständigen, die die Aufgabe haben, die Kommission bei der Koordination, Förderung und Bewertung der Austauschaktivitäten und bei einem Dokumentationsdienst für die an diesen Tätigkeiten Beteiligten zu unterstützen;

- Vorbereitung von richtungsweisenden Vorschlägen:
. Studien und Seminare als notwendige Grundlage für die Ausarbeitung von Vorschlägen oder wesentliche technische Unterstützung von Maßnahmen im Bereich der beruflichen Ausbildung und Rehabilitation, der wirtschaftlichen und sozialen Eingliederung und der unabhängigen Lebensführung der Behinderten.

Ausführung

Die Kommission war für die Durchführung des Programms verantwortlich und wurde dabei von einem beratenden Ausschuß unterstützt, der aus je zwei Vertretern der Mitgliedstaaten bestand und in dem ein Vertreter der Kommission den Vorsitz führte. Der Kommissionsvertreter legte dem Ausschuß einen Entwurf der durchzuführenden Maßnahmen vor. Vor Anhörung des Ausschusses holte die Kommission die Stellungnahme einer Verbindungsgruppe ein, in der der Kommissionsvertreter den Vorsitz führte und die aus den Regierungsvertretern, neun Vertretern von Behinderten oder deren Familien und je einem Vertreter von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden bestand.

Die Kommission unterbreitete dem Europäischen Parlament und dem Rat einen Zwischenbericht über die Durchführung und die Ergebnisse des Programms.
Datensatznummer: 217 / Zuletzt geändert am: 1990-08-23