Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Vorheriges Programm

EMP-HELIOS 1

Programmfinanzierung

EUR 37 million

Referenz zum Amtsblatt

L 56 von 1993-03-09

Rechtsrahmen

93/136/CEE von 1993-02-25
Förderung der Chancengleichheit und Eingliederung der Behinderten.

Kurzbeschreibung

Das Europäische Parlament unterstrich in seiner Entschließung vom 11. März 1981 (Amtsblatt Nr. C 77 vom 6.4.1981), daß die wirtschaftliche, soziale und berufliche Integration der Behinderten auf Gemeinschaftsebene gefördert werden muß. In der Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten vom 21. Dezember 1981 über die soziale Integration der Behinderten (Amtsblatt Nr. C 347 vom 31.12.1981) ist ein erstes Aktionsprogramm zur Förderung dieser Integration aufgestellt worden.

Ein zweites Aktionsprogramm der Gemeinschaft, HELIOS 1 (1988-1991), bildete die Fortsetzung des ersten Aktionsprogramms mit dem Ziel, die Verbesserung des Lebensstandards durch eine Reihe spezifischer Maßnahmen zur Förderung der sozialen Eingliederung und der unabhängigen Lebensweise der Behinderten zu beschleunigen. Das Programm sollte die einzelstaatlichen Maßnahmen insbesondere durch die Koordination dieser Maßnahmen und den Austausch der aus ihnen gewonnenen Erfahrungen ergänzen.

Dieses dritte Aktionsprogramm ist die Fortsetzung des zweiten Programms in diesem Bereich. Seine Ziele in bezug auf die funktionelle Rehabilitation, die Eingliederung im Bereich der Bildung, die berufliche Bildung und Rehabilitation, die wirtschaftliche und soziale Eingliederung und die eigenständige Lebensführung der Behinderten sind wie folgt:

- Ausweitung und Verbesserung der Austausch- und Informationstätigkeiten mit den Mitgliedstaaten und den Nichtregierungsorganisationen, wodurch ein nützlicher Beitrag geleistet werden kann und um eine möglichst weitreichende Informationsverbreitung zu erzielen;
- Förderung der wirkungsvollen Ansätze und Maßnahmen im Hinblick auf mehr Effizienz und eine bessere Koordination der Aktionen;
- Förderung der Entwicklung einer auf Gemeinschaftsebene zu verwirklichenden Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten und den mit Eingliederungsfragen befaßten Organisationen und Verbänden, basierend auf den besten und erfolgreichsten innovativen Versuchen und Verfahren in den Mitgliedstaaten, wobei gemäß den einzelstaatlichen Rechtsvorschriften und/oder Gepflogenheiten gegebenenfalls auch Wohltätigkeitsverbände einzubeziehen sind;
- Fortsetzung der Kooperation mit europaweit tätigen NRO und - über die nationalen Behindertenräte, sofern solche bestehen - mit den NRO, die in den jeweiligen Mitgliedstaaten für repräsentativ erachtet werden und den Willen zur Zusammenarbeit auf Gemeinschaftsebene bekundet haben. Das computergestützte Informations- und Dokumentationssystem HANDYNET wird weiterentwickelt. Um den Informationsbedarf der Behinderten zu decken, umfaßt das HANDYNET-System eine mehrsprachige Datenbank, eine mehrsprachige elektronische Zeitung und ein computergestütztes Nachrichtensystem. Die Datensammlung auf nationaler Ebene erfolgt durch die von den Mitgliedstaaten ernannten einzelstaatlichen Datensammlungs- und Koordinationszentren. Die an die Kommission weitergeleiteten Daten werden für das HANDYNET-System aufbereitet, regelmäßig aktualisiert und den von den Mitgliedstaaten benannten nationalen Zentren in Form von CD-ROM zur Verfügung gestellt. Die Weitergabe der im Rahmen des HANDYNET-Systems verarbeiteten Daten an die Benutzer ist Aufgabe der Mitgliedstaaten.

Die Kommission setzt die Entwicklung und Aktualisierung des ersten HANDYNET-Moduls "Technische Hilfsmittel" fort. Dieses Modul besteht aus einer europäischen Datenbank und umfaßt:

- ein Verzeichnis sämtlicher auf dem Gemeinschaftsmarkt vorhandenen technischen Hilfsmittel für Behinderte;
- ein Verzeichnis der Hersteller und der für den Vertrieb dieser Hilfsmittel zuständigen Stellen in den Mitgliedstaaten;
- die von den Behinderten zu beachtenden einzelstaatlichen Verfahren und Regeln, um diese technischen Hilfen zu erhalten.

Darüber hinaus verstärkt die Kommission die Förderung:

- positiver und zukunftsweisender Aktionen, um Anreize zur Anpassung der Technik an die Erfordernisse der Behinderten zu schaffen;
- der Erforschung und der Herstellung technischer Hilfsmittel, insbesondere durch Erstellung eines Verzeichnisses der Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet. Die Kommission prüft ferner, ob es möglich ist, in die Datenbank Informationen über die Qualität der technischen Hilfsmittel aufzunehmen.

Die Kommission plant, die Zusammenarbeit mit den NRO - über die nationalen Behindertenräte, sofern solche bestehen - und mit Vereinigungen der NRO oder mehrerer oder aller Mitgliedstaaten zu stärken. Die Kommission erstellt jedes Jahr ein Programm förderfähiger Aktivitäten und gibt eine ausgewogene Stellungnahme zur Priorität dieser Aktivitäten ab. Zu diesen Aktivitäten gehören:

- Konferenzen, Seminare, Studienbesuche, Ausbildungslehrgänge und andere gemeinsame Kooperationsmaßnahmen mit europäischer Dimension;
- Bereitstellung von Informationen für NRO über die auf Gemeinschaftsebene unternommenen Aktionen:
- Beratung der Kommission über technische Aspekte im Zusammenhang mit der jeweiligen Art der Behinderung oder dem jeweiligen speziellen Eingliederungsproblem;
- Vorlage eines Jahresberichts über die im Rahmen von HELIOS 2 durchgeführten Aktivitäten.

Unterteilung

Fünf Aktivitäten:

- Koordinierung, Durchführung und Anregung von Maßnahmen zur Förderung der Innovation, zur Erleichterung des Erfahrungsaustausches und zur Unterstützung der Verbreitung der Ergebnisse erfolgreicher Versuche sowie des Transfers effizienter Verfahren anhand jährlich genau festgelegter Themen. Diese Aktivitäten beinhalten eine enge Beteiligung der Behinderten, ihrer Familien, der repräsentativen Organisationen, von Sachverständigen und Forschern, von in der Behindertenarbeit tätigen anerkannten Fachkräften, ehrenamtlichen Mitarbeitern sowie Sozialpartnern;

- Deckung des Informationsbedarfs der Behinderten: im Rahmen des computergestützten Informations- und Dokumentationssystems HANDYNET und auf Basis einzelstaatlicher Daten die Fortsetzung der Sammlung, der Aufbereitung auf europäischer Ebene, der Aktualisierung, des Austausches und der Verbreitung der in den Mitgliedstaaten von den nationalen Zentren für Datensammlung und Information erstellten Angaben;

- Stimulierung der Beteiligung der Behinderten an Programmen der Gemeinschaft, insbesondere in den Bereichen Ausbildung und Vorbereitung auf das Erwerbsleben, neue Technologien, berufliche Bildung und Beschäftigung, Gleichberechtigung von Männern und Frauen, Erlernen von Fremdsprachen, Mobilität und Austausch von Jugendlichen in der Gemeinschaft;

- Einleitung eines Informations- und Erfahrungsaustausches über gemeinsame Fragen der Bildungssysteme der Mitgliedstaaten durch eine Zusammenarbeit bei den durch die Mitgliedstaaten hierfür bezeichneten Tätigkeiten;

- Gewährleistung einer engen Abstimmung mit den Maßnahmen der international tätigen Organisationen.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Programms verantwortlich und wird dabei von einem beratenden Ausschuß unterstützt, der sich aus je zwei Regierungsvertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem ein Vertreter der Kommission den Vorsitz führt. Der Kommissionsvertreter legt dem Ausschuß einen Entwurf der durchzuführenden Maßnahmen vor. Vor Anhörung des Ausschusses holt die Kommission die Stellungnahme eines europäischen Behindertenforums ein. Das Forum setzt sich zusammen aus Vertretern, die von der Kommission auf Vorschlag der NRO ernannt werden, sowie aus je einem Vertreter der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen. Die Kommission beruft auch eine Verbindungsgruppe ein, in der der Vertreter der Kommission den Vorsitz führt und die sich aus je einem Regierungsvertreter der Mitgliedstaaten und zwölf Mitgliedern des Forums, die von diesem benannt werden, zusammensetzt.

Die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft beläuft sich auf bis zu 50% für Konferenzen (in Zusammenarbeit mit den nationalen Behörden) und bis zu 100% für Seminare, Aktivitäten der Arbeitsgruppen, Studienbesuche und Ausbildungslehrgänge.

Die Kommission unterbreitet dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß vor dem 1. Juli 1994 einen Bericht über die Durchführung des HANDYNET-Systems, vor dem 31. Dezember 1995 einen Zwischenbericht über die Durchführung von HELIOS 2 und vor dem 1. Juli 1997 einen kompletten Bericht über die Durchführung und die Ergebnisse von HELIOS 2.
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