Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Vorheriges Programm

HS-WOHESAFE 1C

Nachfolgeprogramm

HS-WOHESAFE 3C

Referenz zum Amtsblatt

C 67 von 1984-03-08

Rechtsrahmen

84/C67/02 von 1984-02-27
Verbesserung des Schutzes gegen Berufsrisiken aller Art durch effizientere Maßnahmen zur Verhütung, Kontrolle und Beherrschung dieser Gefahren.

Kurzbeschreibung

In seiner Entschließung vom 17. Februar 1984 (Amtsblatt Nr. C 67 vom 8.3.1984) über ein zweites Aktionsprogramm der Gemeinschaft für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz bekundete der Rat den politischen Willen zur Ergreifung der erforderlichen Maßnahmen zur Durchführung einer Reihe vorrangiger Aktionen bis Ende 1988. Er forderte die Kommission auf, jährlich nach Absprache mit den Mitgliedstaaten einen Rahmen für die in Zukunft auszuführenden Arbeiten festzulegen und eine möglichst enge Koordination mit bereits in anderen Bereichen durchgeführten Arbeiten sicherzustellen, insbesondere im Rahmen der Entschließung des Rates vom 17. Dezember 1973 über Industriepolitik (Amtsblatt Nr. C 117 vom 31.12.1973) und der Umweltaktionsprogramme der Gemeinschaft.

Dieses zweite Programm wurde ebenso wie das erste unter Bezugnahme auf die Entschließung des Rates vom 21. Januar 1974 über ein soziales Aktionsprogramm (Amtsblatt Nr. C 13 vom 12.2.1974) ausgearbeitet und stützte sich auf Artikel 117 und Artikel 118 des EWG-Vertrages.

Unterteilung

Sieben vorrangige Aktionen:

- Schutz gegen gefährliche Stoffe;
. Fortgesetzte Übernahme von Gemeinschaftsregelungen auf der Grundlage der Richtlinie des Rates 80/1107/EWG vom 27. November 1980 zum Schutz der Arbeitnehmer vor Risiken in Verbindung mit Belastung durch chemische, physikalische und biologische Substanzen am Arbeitsplatz;
. Erarbeitung einer gemeinsamen Methodologie zur Bewertung der mit physikalischen, chemischen und biologischen Substanzen am Arbeitsplatz verbundenen Gesundheitsgefahren;
. Entwicklung eines standardisierten Ansatzes zur Feststellung der Expositionshöchstwerte für toxische Stoffe;
. Erarbeitung standardisierter Verfahren für die Messung und Bewertung von Luftkonzentrationen am Arbeitsplatz und biologischer Indikatoren der betroffenen Arbeitnehmer sowie von Qualitätskontrollprogrammen, die von diesen angewendet werden können;
. Entwicklung von Präventiv- und Schutzmaßnahmen für als krebserregend bekannte Substanzen sowie andere gefährliche Stoffe und Verfahren;
. Festlegung von Gemeinschaftsregelungen für eine Begrenzung der Lärmbelastung und eine Weiterführung der Arbeiten zur Festlegung einer Grundlage für gemeinschaftliche Maßnahmen auf dem Gebiet von Vibrationen und nichtionisierender Strahlung;

- Ergonomische Maßnahmen, Verhütung von Unfällen und gefährlichen Situationen;
. Ausarbeitung von Sicherheitsvorschlägen, insbesondere für besonders gefahrenträchtige Tätigkeiten;
. Untersuchung schwerer Unfallgefahren bei bestimmten, in Richtlinie 82/501/EWG genannten industriellen Tätigkeiten;
. Erarbeitung ergonomischer Maßnahmen und Grundsätze der Unfallverhütung unter Berücksichtigung der den Arbeitnehmern durch die Bauart von Geräten, die gestellten Aufgaben und die Arbeitsumwelt auferlegten Beschränkungen;
. Entwicklung von Vorschlägen für Beleuchtung am Arbeitsplatz;
. Erfahrungsaustausch zur Verbesserung der Organisation und Ausbildung von Abteilungen, die für die Kontrolle auf dem Gebiet von Sicherheit, Gesundheitsschutz und Hygiene am Arbeitsplatz zuständig sind;

- Organisation:
. Empfehlungen zu der organisatorischen und beratenden Rolle von Abteilungen, die in kleinen und mittleren Unternehmen für Fragen der Gesundheit und der Sicherheit zuständig sind, insbesondere durch Definition der Rolle von Spezialisten auf dem Gebiet der Arbeitsmedizin, -hygiene und -sicherheit;
. Erarbeitung von Grundsätzen und Kriterien für die Beobachtung von Arbeitnehmern, die in bezug auf ihre Gesundheit und Sicherheit als ernsthaft gefährdet angesehen werden;
. Erarbeitung von Grundsätzen für die Einbeziehung von Arbeitnehmern und ihrer Vertreter bei der Verbesserung von Gesundheitsschutz- und Sicherungsmaßnahmen am Arbeitsplatz;

- Ausbildung und Information:
. Ausreichende Information von Arbeitgebern und Arbeitnehmern über Chemikalien und Stoffe, denen sie wahrscheinlich ausgesetzt sein werden;
. Erarbeitung von Programmen für eine bessere Ausbildung im Hinblick auf berufliche Gefahren und Sicherheitsmaßnahmen für Werktätige und ergänzend hierzu Ausbildungsprogramme, die auf spezifische Gruppen wie junge Arbeitnehmer, Gruppen, die besonders auf aktuelle Informationen angewiesen sind, und Arbeitnehmer in Schlüsselpositionen ausgerichtet sind;

- Statistiken:
. Erarbeitung vergleichbarer Daten in bezug auf Sterblichkeit und Berufskrankheiten sowie Sammlung von Daten über Unfälle am Arbeitsplatz und Berufskrankheiten;
. Erstellung eines Verzeichnisses bestehender Krebsregister auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene, um die Vergleichbarkeit der in ihnen enthaltenen Daten zu beurteilen und um eine bessere Koordinierung auf Gemeinschaftsebene sicherzustellen;

- Forschung
Festlegung und Koordinierung von Themen für angewandte Forschung auf dem Gebiet von Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, die Gegenstand zukünftiger Gemeinschaftsaktionen werden könnten;

- Zusammenarbeit
Fortgesetzte Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen wie der Weltgesundheitsorganisation und dem Internationalen Arbeitsamt sowie mit einzelstaatlichen Organisationen und Instituten außerhalb der Gemeinschaft.

Ausführung

Die Kommission war für die Durchführung des Programms auf der Grundlage der in Abstimmung mit den Mitgliedstaaten erstellten Jahresarbeitspläne verantwortlich. Sie wurde dabei von dem Beratenden Ausschuß für Sicherheit, Arbeitshygiene und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz unterstützt, der durch den Beschluß des Rates 74/325/EWG vom 27. Juni 1974 ins Leben gerufen worden war.
Datensatznummer: 224 / Zuletzt geändert am: 1996-04-16