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Nachfolgeprogramm

HS-WOHESAFE 2C
Verbesserung des Schutzes gegen Berufsrisiken aller Art durch effizientere Maßnahmen zur Verhütung, Kontrolle und Beherrschung dieser Gefahren.

Kurzbeschreibung

Dieses erste Aktionsprogramm für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz wurde entsprechend der Entschließung des Rates vom 21. Januar 19974 über ein soziales Aktionsprogramm (Amtsblatt Nr. C 13 vom 12.2.1974) konzipiert und stützte sich auf Artikel 117 und Artikel 118 des EWG-Vertrages.

In seiner Entschließung vom 29. Juni 1978 (Amtsblatt Nr. C 165 vom 11.7.1978) nahm der Rat das im Anhang zu der Entschließung aufgeführte Aktionsprogramm der Kommission zur Kenntnis, stimmte dessen allgemeinen Zielen zu und verlieh dem politischen Willen Ausdruck, die erforderlichen Maßnahmen durchzuführen, um bis Ende 1982 Aktionen in den folgenden Bereichen durchzuführen:
-Ätiologie der Arbeitsunfälle und arbeitsbedingten Krankheiten;
- Schutz gegen gefährliche Stoffe:
- Schutz gegen Gefahren und schädliche Auswirkungen von Maschinen;
-Überwachung und Inspektion - Verbesserung des menschlichen Verhaltens.

Der Rat ersuchte die Kommission, die für die Umsetzung der Entschließung notwendigen Initiativen zu ergreifen und eine möglichst enge Koordinierung mit in anderen Bereichen durchgeführten Arbeiten sicherzustellen, insbesondere im Rahmen der Entschließung des Rates vom 17. Dezember 1973 über Industriepolitik (Amtsblatt Nr. C 117 vom 31.12.1973) und den Umweltaktionsprogrammen der Gemeinschaft.

Die Kommission legte drei allgemeine Ziele fest:
- Verbesserung der Arbeitsmittel im Sinne einer größeren Sicherheit unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Erfordernisse bei der Organisation der Arbeit;
-Verbesserung der Kenntnisse im Hinblick auf die Erkennung und Einschätzung der Risiken und die Vervollkommnung der Präventiv- und Kontrollmethoden;
- Verbesserung des menschlichen Verhaltens mit dem Ziel, das Sicherheits- und Gesundheitsbewußtsein zu fördern und zu entwickeln.

Bei der Ausgestaltung der durchzuführenden Initiativen berücksichtigte die Kommission mehrere Studien und Konsultationen, die in den vorausgegangenen zwei Jahren durchgeführt worden waren. Außerdem brachte die Kommission die Erfahrungen ein, die sie in der Kohle- und Stahlindustrie sowie in der nuklearen Brennstoffindustrie gesammelt hatte, in Wirtschaftszweigen also, in denen im Rahmen des EGKS- und des Euratom-Vertrags bereits seit vielen Jahre Forschungsprogramme sowie Harmonisierungs- und Normierungsarbeiten auf dem Gebiet der Unfall- und Kranheitsverhütung durchgeführt wurden.

Unterteilung

Sechs Initiativen:

- Einbeziehung der Sicherheit in die verschiedenen Planungs-, Produktions- und Betriebsstufen:
. Errichtung und Einrichtung von Betrieben;
. Organisation der Arbeit innerhalb der Betriebe oder zwischen mehreren Betrieben;
. Herstellung und Verwendung von Maschinen, Apparaten und Geräten;
. Umgang mit gefährlichen Stoffen und Zubereitungen;

- Festlegung der Höchstgrenzen für die Exposition der Arbeitnehmer gegenüber Verschmutzungen und Belastungen, die am Arbeitsplatz auftreten oder auftreten können:
. Nichtionisierende Strahlungen und andere physikalische Einwirkungen;
. Harmonisierung der Expositionshöchstgrenzen;
. Richtlinien über bestimmte Schadstoffe;
. Krebserzeugende Stoffe;
. Toxikologische Bewertung;

- Ausbau der Überwachung der Sicherheit und der Gesundheit der Arbeitnehmer:
. Überwachung der Wirksamkeit von Sicherheits- und Schutzmaßnahmen;
. Überwachung der Arbeitshygiene und der Arbeitsbedingungen;
. Überwachung des Gesundheitszustandes des Arbeitnehmers;
. Sonderüberwachung;
. Giftstoffüberwachung in der Industrie;
. Arbeitsaufsicht;

- Unfall- und Krankheitsätiologie sowie Bewertung der mit der Arbeit verbundenen Risiken:
. Im Hinblick auf Arbeitsunfälle Erstellung von gemeinschaftlichen Statistiken in bezug auf andre Sparten, Durchführung weitreichender spartenbezogener Studien und Harmonisierung der Unfalldefinitionen sowie der Unfallmeldeverfahren, um zu einer präziseren Unfallätiologie zu gelangen;
. Im Hinblick auf arbeitsbedingte Krankheiten Sammlung und Auswertung einzelstaatlicher statistischer Informationen sowie Erarbeitung von Vorschlägen für Methodologien, um einen gemeinsamen Ansatz zu erhalten, der eine Berechnung der Sterbe-, Krankheits- und Abwesenheitsraten ermöglicht;

- Koordinierung und Förderung der Forschung in bezug auf Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz:
. Erstellung zweier ständiger Verzeichnisse über laufende Forschungsarbeiten (Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin) auf einzelstaatlicher Ebene;
. Forschungsarbeiten, um die Lücken in den Kenntnissen über die toxischen Agenzien und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit zu schließen;

- Entwicklung des Sicherheits- und Gesundheitsbewußtseins durch Erziehung und Ausbildung:
. Theoretische und praktische Aktionen, um Kinder und Jugendliche auf die Unfallgefahren aufmerksam zu machen;
. Eine Ausbildung, die ein moralisches und staatsbürgerliches Bewußtsein für Gesundheitsschutz und Sicherheit vermittelt;
. Gemeinschaftliche Ausbildungsmodelle für Sicherheitserziehung und Kurse zur Weiterbildung bestimmter Personalkategorien;
. Gemeinschaftsmodelle für die Einführung neu angestellter Arbeitnehmer, Wanderarbeiter und Arbeitnehmer, die ihre Beschäftigung gewechselt haben, in die verschieden Aspekte der Arbeitssicherheit;
. Handbücher und praktische Regeln für sektorielle Tätigkeiten oder gefährliche Verrichtungen;
. Zielgerichtete Sicherheitskampagnen;
. Ausdehnung bereits stattfindender Gruppenpraktika auf andere Personengruppen, die mit Unfallprävention und Sicherheitsmaßnahmen zu tun haben;
. Koordinierung von Aktionen zur Aufnahme von Unfall- und Krankheitsprävention in die Erziehung und die generelle Information bestimmter Bevölkerungsgruppen.

Ausführung

Die Kommission war für die Durchführung des Programms verantwortlich und wurde dabei von einem Beratenden Ausschuß für Sicherheit, Arbeitshygiene und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz unterstützt, der durch den Beschluß des Rates 74/325/EWG vom 27. Juni 1974 eingesetzt worden war.

Als eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Durchführung des Programms rief die Kommission zu einer uneingeschränkten Teilnahme beider Sozialpartner innerhalb der Industrie an Präventiv und Schutzmaßnahmen auf. Darüber hinaus betonte sie die Notwendigkeit, die Abstimmung zwischen den Mitgliedstaaten zu verbessern, um Doppelarbeit zu vermeiden und um mit internationalen Organisationen wie etwa der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie dem Europäischen Zentrum für die Förderung der Berufsbildung gemeinsame Aktionen zu veranstalten.

Die Kommission wurde dazu aufgefordert, dem Rat jährlich einen Bericht über den Fortschritt bei der Durchführung des Programms vorzulegen.
Datensatznummer: 225 / Zuletzt geändert am: 1996-04-16