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Vorheriges Programm

ECSC-MINEHYG 5C

Programmfinanzierung

EUR 9 million

Referenz zum Amtsblatt

C 14 von 1991-01-22

Rechtsrahmen

91/C14/02
Verbesserung technischer Methoden zur Kontrolle und zur Beobachtung von Umweltfaktoren in Bergwerken und Untersuchung der Beziehung zwischen diesen Faktoren und der Gesundheit, um den Bergbau so sicher und gesund wie möglich zu machen.

Kurzbeschreibung

Gemäß Artikel 55 des Vertrags über die Einrichtung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) hat die Kommission die Pflicht zur Durchführung technischer und wirtschaftlicher Forschung auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit in der Kohle- und Stahlindustrie. Die Förderungsmittel stammen aus Abgaben, die gemäß Artikel 49 des EGKS-Vertrags auf die Produktion von Kohle und Stahl erhoben werden.

Einzelheiten der Einrichtung des Programms "Arbeitshygiene in Bergwerken" für 1990-1993 wurden im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht (Nr. C 14 vom 22.1.91). Das Programm ist die Fortsetzung von fünf vorhergegangenen Forschungsprogrammen auf dem Gebiet der Staubkontrolle und der Gesundheit im Bergbau seit 1957, mit denen Vorbeugungsmaßnahmen gegen Staublunge sowie andere, durch Bergbauschadstoffe verursachte Krankheiten untersucht werden sollten. Hierbei ging es insbesondere um die Folgen des Einsatzes von Dieselmaschinen und Sprengstoffen unter Tage. Die Forschungsarbeiten konzentrierten sich auf Staub und gasförmige Schadstoffe, jedoch wurden auch Probleme wie Lärm, Sehvermögen und Klima mit in Betracht gezogen. Auf dem Gebiet der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz finanziert die Gemeinschaft auch Programme im Bereich der "Ergonomie", "Chronischen Erkrankungen der Atemwege" und "Kontrolle von Emissionen in die Umwelt in der Eisen- und Stahlindustrie." Die gemeinschaftlichen Forschungsprogramme für Kohle und auf dem Gebiet der Umwelt enthalten auch Themenbereiche, die sich spezifisch auf Arbeitshygiene beziehen. Ein gemeinschaftliches Programm mit dem Titel "Sicherheit im Bergbau" wurde 1976 eingerichtet.

Unterteilung

Vier Unterprogramme:

- Kontrolle von Schadstoffen:
Optimierung von Maßnahmen zur Kontrolle von Staub, insbesondere im Hochleistungsvortrieb sowie Einsatz von integrierten Systemen, die effektive Lüftung, Minimierung von Reibzündung, geringe Lärmentwicklung usw. gewährleisten;

- Messung von Staub und Bestimmung der Staubeigenschaften:
. Optimierung und Harmonisierung von Probenahmemethoden und -strategien;
. Harmonisierte Methoden zur Messung der individuellen Beanspruchung von Arbeitskräften und Kontrolle auf Einhaltung der Staubgrenzwerte (im Zusammenhang mit dem fünften EGKS medizinischen Forschungsprogramm);
. Verbesserung des Wissens über die Staubzusammensetzung, die Oberflächenbeschaffenheit und die biologischen Auswirkungen;
. quantitative Bestimmung und Festlegung von Standards zur Minimierung des Risikos einer Staublungenerkrankung;
. Entwicklung von Geräten zur Messung anderer Bergbauschadstoffe und Methoden zur Analyse von nicht aus dem Bergbau stammenden Stäuben;
. Forschung zur Untersuchung des Einflusses gewisser physikalischer Staubeigenschaften und die Wirksamkeit von Staubkontrollmaßnahmen;

-Umweltfaktoren und berufsbezogene Erkrankungen:
. Die Verteilung und die Wirkung "nicht herkömmlicher", potentieller Schadstoffe auf den Organismus;
. Verfolgte und erweiterte epidemiologische Untersuchungen;
. Ermittlung wissenschaftlicher Grundwerte (durch biophysische und biochemische Studien) zur Definition von Grenzwerten für Staubgemische und ihre Bestandteile;
. Bestätigung von Studien über traditionelle Methoden durch Forschung auf dem Gebiet der Anwendung der Biometrologie;
. Fortsetzung von Studien über die langfristige schädliche Wirkung von Staub und ihre Eigenschaften bestimmende Faktoren zur Verbesserung des Wissensstandes hinsichtlich der Beziehung zwischen dem Staubniveau und dem Auftreten von Erkrankungen der Atemwege;
Im allgemeinen werden Forschungsthemen mit Umweltfaktoren eng mit dem fünften medizinischen Forschungsprogramm koordiniert, indem beide Vorgehensweise kombiniert eingesetzt werden: Physik, Chemie und Gesundheit am Arbeitsplatz einerseits und Medizin andererseits;

- Lärm und Schwingungen:%Reduzierung von Lärm und Schwingungen am Entstehungsort und am Arbeitsplatz.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Programms verantwortlich. Dabei wird sie von drei Ausschüssen unterstützt: dem Forschungsausschuß für Arbeitshygiene, dem Ausschuß der Produzenten und Arbeitskräften über Arbeitssicherheit und Medizin und der Ausschuß der Regierungsexperten.

Die Durchführung der Forschungsarbeiten erfolgt durch Bergbauunternehmen und Bergbau-Forschungsinstituten in den Mitgliedstaaten der Gemeinschaft. Unter Berücksichtigung der besonderen Vorteile für Forscher und Benutzer einerseits und der Politik der europäischen Kooperation der Kommission andererseits werden gemeinsame Forschungsprojekte unter Beteiligung mehrerer Länder besonders gefördert.

Anträge auf Förderung von Forschungsprojekten müssen der Kommission bis zum 1. Oktober eines Jahres vorliegen, um eine Auswertung und ggf. die Finanzierung im Folgejahr zu ermöglichen. Die Laufzeit von Projekten reicht von zwei bis drei Jahren. Die gemeinschaftlichen Förderungsmittel decken bis zu 75 % der Kosten.

Forschungsergebnisse und angemeldete Patente werden im Euro-Abstracts-Journal veröffentlicht. Personen oder Organisationen, die ausführlichere Informationen benötigen, können vollständige Berichte über unterstützte Projekte bestellen. Während der Laufzeit des Programms werden ein Bericht über die verschiedenen Projekte, die Ergebnisse und andere relevanten Informationen veröffentlicht und verteilt.
Datensatznummer: 234 / Zuletzt geändert am: 1996-07-18
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