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Vorheriges Programm

ECSC-ERGONOM 5C

Programmfinanzierung

EUR 15 million

Referenz zum Amtsblatt

C 66 von 1991-03-14

Rechtsrahmen

91/C66/03
Reaktion auf die besonderen Erfordernisse der EGKS-Industrien durch Aufrechterhaltung und Verbesserung der Einflußfaktoren, die die Gesundheit und das Wohlergehen der Arbeitskräfte in diesen Industrien beeinflussen; Unterstützung der EGKS bei der Durchführung der notwendigen Arbeiten unter den einzigartigen Umweltbedingungen in ihrer Industrie zur Gewährleistung der Einhaltung der vorgesehenen gemeinschaftlichen Richtlinien über die Einhaltung der gemeinschaftlichen Normen; Gewährleistung der Einbeziehung der Ergebnisse vorhergegangener Programme in die langfristige industrielle Aktivität der EGKS.

Kurzbeschreibung

Gemäß Artikel 55 des Vertrags über die Einrichtung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) hat die Kommission die Pflicht zur Förderung technischer und wirtschaftlicher Forschung auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit in der Kohle- und Stahlindustrie. Die Mittel für diese Förderung stammen aus Abgaben, die gemäß Artikel 49 des EGKS-Vertrags auf die Produktion von Kohle und Stahl erhoben werden.

Dieses sechste EGKS-Programm auf dem Gebiet der Ergonomie für die Kohle- und Stahlindustrie baut auf den vorhergegangenen Programmen auf diesem Gebiet auf, die auf den Schutz der EGKS-Arbeitskräfte in der feindlichen physikalischen Umgebung in diesen beiden Industrien und die Reduzierung der Gesundheits- und Sicherheitsrisiken abstellen, denen sie ausgesetzt sind. Dazu werden Vorgaben für die Einbeziehung bestimmter Humanfaktoren in technologische Systeme definiert.

Die Ergebnisse der vorhergegangenen Programme wurden sowohl in der Gemeinschaft als auch international verbreitet. Innerhalb der EGKS erfolgte dies durch ein gemeinschaftliches Netz für Aktion auf dem Gebiet der Ergonomie mit den einzelstaatlichen ergonomischen Teams und einer zentralen Koordinierungs- und Informationsstelle, die die schnelle Verbreitung in geeigneter Form bewirkt haben. Dazu zählen Anleitungen, Richtlinien, Berichte, gemeinschaftliche Konferenzen und nationale Informationstage. In der internationalen wissenschaftlichen Literatur gibt es inzwischen 215 Veröffentlichungen, in denen von Ergebnissen auf der Basis einzelner Projekte dieses Programms berichtet wird.

Unterteilung

Aktionsgebiete:

- Weiterentwicklung früherer Ergebnisse:
Praktische Umsetzung der Forschungsergebnisse vorhergegangener Programme im Bereich der Ergonomie in Werkzeugen für die technische Konstruktion, bei der Beschaffung von Maschinen und der Betriebsleitung;

- Fördertechnik und Transport:
Entwicklung von, u.a., ergonomische gestalteten Hilfsgeräten für das Heben und den Umschlag; Definition der ergonomischen Parameter zur Einbeziehung in geeignete, semi-automatische Systeme;

Stahlproduktion und Bergbaubetrieb:
Studien zur Gewährleistung der Beachtung ergonomischer Belange für die Sicherheit in Produktions- und Logistik-Unterstützungsystemen in den EGKS-Industrien;

- Instandhaltungsarbeiten:
Studien mit dem Ziel der Entwicklung von Richtlinien zur Neudefinition von Instandhaltungsaufgaben, bei denen davon ausgegangen werden kann, daß sie eine physikalische und/oder eine psychologische Belastung mit sich bringen.

Ausführung

Die Kommission ist für Programmdurchführung verantwortlich. Dabei wird sie von dem ständigen Ausschuß der Produzenten und Arbeitskräfte für Sicherheit und Gesundheit in den EGKS-Industrien unterstützt, sowie von einem Ausschuß von wissenschaftlichen Experten, der für die Dauer des Programms eingerichtet wurde.

Aufforderungen zur Unterbreitung von Vorschlägen werden von den Ergonomie-Teams bekanntgemacht, die auf einzelstaatlicher Ebene in den EGKS-Industrien eingerichtet wurden. Vorschläge können der Kommission von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und anderen Organisationen oder Personen in den Mitgliedstaaten der Gemeinschaft unterbreitet werden. Das jeweils zuständige nationale Team für Ergonomie informiert die Kommission über den Prioritätsgrad, den es einem für diesen Sektor relevanten Projekt aus seinem Mitgliedsland aufgrund seines Werts für die Förderung der Gesundheits- und Sicherheitsziele zumißt. Während der Durchführung des Programms werden Gruppen von verwandten Projekten von geeigneten, aus Mitgliedern des Expertenausschusses gebildeten, Arbeitsgruppen koordiniert und überwacht. Auch die gezielte Zusammenarbeit auf gemeinschaftliche Ebene wird gefördert, wenn dies dem Erreichen einer kritischen Masse dient, oder wenn auf diese Weise verstreutes Fachwissen konzentriert werden kann.

Im Rahmen der vorhergegangenen Projekte wurde sehr umfangreiche Arbeiten an Maschinenkonstruktion und im Bereich der physiologischen Beanspruchung durch die Arbeitsumgebung in den EGKS-Industrien durchgeführt. Weitere spezifische Arbeiten sind hier nicht vorgesehen, jedoch wird unter besonderen Umständen auch hier eine begrenzte Unterstützung in Erwägung gezogen.

Zur Verbreitung der Ergebnisse und der gewonnenen Informationen werden sowohl konventionelle Wege (z.B. Veröffentlichungen und Konferenzen), als auch verfügbare neuere Kommunikationsmethoden auf elektronischer Basis herangezogen. Unabhängig von den eingesetzten Medien wird jedoch besonderer Wert darauf gelegt, daß die Ergebnisse von nichtforschenden Spezialisten auf dem Gebiet der Gesundheit und Sicherheit wirksam in die Praxis umgesetzt werden.
Datensatznummer: 235 / Zuletzt geändert am: 1996-07-18