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Nachfolgeprogramm

ENV-ENVAP 2C
Verhütung, Reduzierung und soweit als möglich Eliminierung von Verschmutzung und Belastungen; Aufrechterhaltung eines vertretbaren ökologischen Gleichgewichts sowie Sicherstellung des Schutzes der Biosphäre; Gewährleistung ordentlicher Bewirtschaftung sowie Vermeidung einer Ausbeutung von Ressourcen oder der Natur, die das ökologische Gleichgewicht wesentlich beeinträchtigt; Entwicklungslenkung anhand von Qualitätsmaßstäben; Sicherstellung einer stärkeren Berücksichtigung von Umweltaspekten bei Stadtplanung und Flächennutzung; Suche nach Lösungen von Umweltproblemen gemeinsam mit Staaten außerhalb der Gemeinschaft, insbesondere im Rahmen internationaler Organisationen.

Kurzbeschreibung

Bei ihrem Treffen auf der Gipfelkonferenz in Paris (19. und 20. Oktober 1972), hoben die Staats- oder Regierungschefs der Mitgliedstaaten die Bedeutung der gemeinschaftlichen Umweltpolitik im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen und der Lebensqualität hervor. Das erste Umweltaktionsprogramm, heute als Aktionsprogramm 1973" bekannt, wurde daraufhin in der Erklärung des Rates der Europäischen Gemeinschaften und der Regierungsvertreter der Mitgliedstaaten anläßlich des Ratstreffens vom 22. November 1973 (Amtsblatt Nr. C 112 vom 20.12.1973) festgeschrieben.

Ziel der gemeinschaftlichen Umweltpolitik war es Lebensumstände und -qualität sowie die Umgebung und Lebensbedingungen der Völker der Gemeinschaft zu verbessern. Ihre Aufgabe ist es, dazu beizutragen, die Expansion in den Dienst der Menschen zu stellen, indem sie ihnen zu einer Umwelt verhilft, die beste Lebensbedingungen bietet, und diese Expansion mit dem zunehmend dringenden Bedürfnis nach Erhaltung der natürlichen Umwelt in Einklang zu bringen." Im Rahmen des Aktionsprogramms wird anerkannt, daß der Schutz der natürlichen Umwelt und die Verbesserung der Lebensbedingungen Aktionen verschiedenster Art erfordert, zu denen sowohl Maßnahmen zur Verringerung der Verschmutzung und Belastungen gehören als auch zur Sicherstellung, daß die Verbesserung der Lebensbedingungen sowie ökologische Faktoren in die Entwurfs- und Umsetzungsverfahren allgemeiner Politiken integriert werden. Dementsprechend wurden die im Rahmen des Programms unternommenen Aktionen in Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen und Drittstaaten durchgeführt mit dem Ziel, unnötige Duplizierung zu vermeiden und gleichzeitig sicherzustellen, daß diese Organisationen den spezifischen Interessen der Gemeinschaft Rechnung trugen.

Es wurde davon ausgegangen, daß sich das für die Programmdurchführung zur Verfügung stehende Wissen in vielen Fällen als unzureichend herausstellen würde und daß Anstrengungen unternommen werden müßten, dieses Wissen zu erweitern und es durch Forschung und Entwicklung zu ergänzen. Einige dieser Projekte konnten auf Gemeinschaftsebene durchgeführt werden, so daß eine effektive Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen betroffenen Laboratorien und Instituten in den Mitgliedstaaten und der Gemeinsamen Forschungsstelle gewährleistet war. Eine erste Serie von gemeinschaftlichen Forschungsvorhaben wurde vom Rat am 5. Februar, 14. Mai und 18. Juni 1973 im Rahmen des mehrjährigen Forschungs- und Ausbildungsprogramms der Gemeinschaft beschlossen. Diese Projektreihe war aufgeteilt in direkte Aktionen (ausgeführt in der Gemeinsamen Forschungsstelle) und indirekte Aktionen. Die Gemeinschaft beteiligte sich außerdem an drei gemeinsamen COST-Projekten zum Schutz der Umwelt.

Unterteilung

Prioritätsbereiche:

- Maßnahmen zur Verringerung von Verschmutzung und Belastungen:
. Objektive Bewertung der durch Verschmutzung verursachten Gefahren für die menschliche Gesundheit und für die Umwelt;
. Normung;
. Spezifische Aktionen im Bereich der Umweltverschmutzung (Informationsaustausch zwischen den Beobachtungs- und Überwachungsnetzwerken; Qualitätsziele);
. Maßnahmen in bezug auf bestimmte Produkte;
. Speziell auf bestimmte Industriebereiche und auf Energieerzeugung ausgerichtete Maßnahmen;
. Speziell auf bestimmte Bereiche von gemeinsamem Interesse ausgerichtete Maßnahmen (Meeresverschmutzung; Schutz der Gewässer im Rheineinzugsgebiet vor Verschmutzung; Aktionen zum Schutz der Umwelt in Grenzgebieten);
. Tätigwerden betreffend Abfälle und Rückstände (Industrie- und Haushaltsabfälle; bestimmte Fälle der Handhabung und Lagerung radioaktiver Abfälle);
. Tätigwerden zur Sicherstellung der Einhaltung der für den Umweltschutz festgelegten Grenzwerte;
. Tätigwerden im Hinblick auf die ökonomischen Aspekte von Maßnahmen gegen Umweltverschmutzung;
. Forschungsprojekte auf dem Gebiet des Umweltschutzes;
. Verbreitung von Wissen über Umweltschutz;

- Tätigwerden zur Verbesserung der Umwelt:
. Schutz der natürlichen Umwelt;
. Umweltprobleme aufgrund von Verknappung bestimmter natürlicher Ressourcen;
. Stadtentwicklung und Verbesserung von Einrichtungen;
. Verbesserung der Arbeitsumwelt;
. Einrichtung einer Europäischen Stiftung für die Verbesserung von Arbeits- und Lebensbedingungen;
. Förderung der Sensibilisierung für Probleme des Umweltschutzes sowie Erziehung;

Tätigwerden der Gemeinschaft oder gemeinsames Tätigwerden der Mitgliedstaaten in internationalen Organisationen.

Ausführung

Die Kommission war für die Durchführung des Aktionsprogramms verantwortlich und arbeitete dabei eng mit Industrie, Gewerkschaften und internationalen Organisationen (OECD, Europarat, UNO, WHO) sowie interessierten Nichtregierungsorganisationen zusammen. Zeitpläne und Anforderungen für die jeweiligen Aktionen wurden im Rahmen des Programms dargelegt.
Datensatznummer: 239 / Zuletzt geändert am: 2000-06-05
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