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Vorheriges Programm

ECSC-STEELRES 7C

Nachfolgeprogramm

ECSC-STEEL C

Referenz zum Amtsblatt

C 252 von 1990-10-06

Rechtsrahmen

90/C252/03
Gewährleistung der Nachhaltigkeit und der Entwicklung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Stahlindustrie in einem industriellen und kommerziellen Kontext durch Fortsetzung von Forschungs- und Entwicklungsaufgaben mit dem Ziel der Verbesserung der Qualität und der Senkung der Produktionskosten; Erhaltung der Liefermöglichkeiten für Stähle auf den traditionellen Märkten und Erschließung neuer Märkte, sowie Anpassung der Produktionsbedingungen an die immer strenger werdenden Umweltauflagen.

Kurzbeschreibung

Die technischen EGKS-Forschungsmaßnahmen bestehen aus zwei gemeinschaftlichen Programmen zur Unterstützung gemeinschaftlicher Forschung und technologischer Entwicklung gemäß den Vorgaben von Artikel 55 des Vertrags, in dem festgelegt wird, daß die Kommission die Aufgabe hat, "technische und wirtschaftliche Forschung mit dem Ziel der Produktion und der verstärkten Nutzung von Kohle und Stahl auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit in der Kohle- und Stahlindustrie zu fördern". Dieses spezifische Programm bezieht sich auf Stahlforschung, Förderung der Zusammenarbeit zwischen der Stahlindustrie und deren Forschungseinrichtungen, während sich das andere spezifische Programm mit Stahl-Pilot- und -Demonstrationsprojekten, sowie der Förderung sich ergänzender Experten-Gremien der Industrie, an den Hochschulen und in Forschungseinrichtungen befaßt. In regelmäßigen Zeitabständen werden in Anpassung an die sich ändernden wissenschaftlichen und technischen Prioritäten neue Leitlinien festgelegt. Jetzt wurde beschlossen, gemeinsame Leitlinien für diese Maßnahmen für den Zeitraum bis 1995 festzulegen. Die jetzigen Leitlinien sind als eine Erweiterung der Leitlinien für Stahlforschung für den Zeitraum von 1986 bis 1990 (Abl. Nr. C 294 vom 16.11.1985).

Ziele und technische Orientierung der Leitlinien entsprechen der Politik der Kommission für den Stahlsektor, und insbesondere dem Beitrag, den die EGKS-Forschung leisten muß, um die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu gewährleisten, die in der Mitteilung "Allgemeine Ziele für Stahl 1995" (COM(90)201, letzte Fassung vom 7.5.1990) beschrieben werden. Bei Fragen der Umwelt und der rationellen Energienutzung wird in enger Koordinierung mit den anderen EGKS-Programmen gearbeitet.

Unterteilung

- Mit Produktionsprozessen verbundene Maßnahmen:
. Verkürzung der Prozeßzeiten, Verbesserung der technischen Zuverlässigkeit der Verarbeitungsanlagen, Steigerung der Qualität der Leistung der verschiedenen Verarbeitungsstufen, und Verbesserung der Flexibilität der Verarbeitungslinie;
. Schaffung eines eingehenderen Verständnisses der physikalischen und chemischen Abläufe in mehrphasigen Systemen, sowie die Entwicklung von Prozessen, die neue und verbesserte Eigenschaften aufweisen.
. Fortsetzung der Bemühungen um Einsparungen beim Rohmaterialverbrauch, beim Arbeitskräfteeinsatz und beim Energieverbrauch bei der Produktion von Stahl, sowie Wahl des geeignetsten Vormaterials und der Energieform;

Auf Stahlprodukte bezogene Maßnahmen:
. Reduzierung der Zeit für die Produktion der vom Kunden benötigten Stahlprodukte, bessere Information des Kunden und ausreichende Förderung des neuen Produkts;
. Belieferung des Kunden mit Produkten von einheitlicher Qualität und Zuverlässigkeit, so daß sie sofort benutzt werden können, Weiterentwicklung von Qualitätssicherung, und Partnerschaft mit dem Stahlbenutzer bei der Nutzung von Stahl;
. Entwicklung neuer Nutzungsmöglichkeiten für Stahl und den Einsatz neuer Stahlgüten;

- Auf den Umweltschutz bezogene Maßnahmen:
. Verbesserung der Umweltschutzmaßnahmen bei vorhandenen Prozessen;
. Entwicklung neuer, sauberer Technologien für die Produktion und die Verarbeitung von Stahl;
. Wertsteigerung von Nebenprodukten zur Reduzierung des Ausschusses in Stahlwerken;

- Prozesse:
. Senkung der Energieverbrauchskosten und die Wirkung auf die Umwelt; Entwicklung von Behandlungsmöglichkeiten zur Sekundärraffination von Metallschmelzen;
. Verbesserung von Meß- und Analysenmetoden;
. Modellierung von Produktionsprozessen;
. Entwicklung von Steuerung, Automatisierung und Robotik;
. Verbesserung der Zuverlässigkeit von Anlagen;
. Neue Prozesse für die Erzeugung und das Umformen von Stahl;
. Verbesserung der Umweltqualität und Steigerung des Werts von Nebenprodukten;

Produkte:
, Verkehr;
. Energiesektor;
; Hoch- und Tiefbau und Stahlkonstruktionen;
. Anlagentechnik;
Maschinenbau
. Haushalt und Verpackung;
. Umwelt.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Programms verantwortlich. Bei der Gesamtleitung wird sie durch den sog. "Stahlforschungs- und Entwicklungsausschuß" (SERDEC) unterstützt. Dieser setzt sich aus maximal zwei Mitgliedern eines jeden Mitgliedstaates zusammen, die von der Kommission benannt werden und in eigener Kapazität handeln. Die Mitglieder sind leitende wissenschaftliche und technische Angestellte und verfügen über umfangreiches Fachwissen auf dem Gebiet des Forschungs- und Entwicklungsbedarfs des Stahlsektors. Der Vorsitzende und das Sekretariat des Ausschusses werden von der Kommission gestellt. Falls erforderlich, kann der Ausschuß Ad-hoc-Arbeitsgruppen für spezifische Zeiträume einberufen und diesen klar spezifizierte Aufgaben stellen.

Anträge auf finanzielle Unterstützung müssen der Kommission vor dem 1. September eines Jahres vorliegen und werden im folgende Jahr wirksam. Die Gesamt-Projektkosten für Projekte, an denen nur eine Organisation beteiligt ist, dürfen 1 Mio. bei einer Laufzeit von drei Jahren nicht übersteigen. Groß angelegte, transnationale Projekte von großer industrieller Bedeutung, deren Haushalt einen Betrag von 1 Mio ECU übersteigt, werden bevorzugt gefördert.

Die Verfolgung des Fortschritts von abgeschlossenen Verträgen erfolgt durch eine Anzahl von Exekutivausschüssen, die alle sechs Monate tagen, um den erzielten Fortschritt zu ermitteln und Abschlußberichte zu prüfen. Sie äußern sich ggf. zu einschlägigen finanziellen Aspekten und bieten technische Unterstützung bei der Weiterentwicklung der Projekte.
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