Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Nachfolgeprogramm

HS-EURAIDS 2C

Referenz zum Amtsblatt

L 175 von 1991-07-04

Rechtsrahmen

91/317/CEE von 1991-06-04
Entwicklung geeigneter Maßnahmen zur Verhütung und zur Kontrolle von Aids.

Kurzbeschreibung

Die Zunahme der Fälle von Aids ist für die Mitgliedstaaten und die Gemeinschaft Anlaß zur erheblichen Besorgnis, wie dies in den verschieden Instrumenten und Texten zum Ausdruck kommt, die auf Gemeinschaftsebene zur Aids-Bekämpfung angenommen wurden. Insbesondere haben der Rat und die im Rat vereinigten Minister für das Gesundheitswesen in ihrer Entschließung vom 22. Dezember 1989 über die Aids-Bekämpfung (Amtsblatt Nr. C 10 vom 16.01.1991) die Kommission ersucht, den Informations- und Erfahrungsaustausch auszubauen und die Einzelheiten und den Inhalt eines Aktionsplans, der die geeigneten Maßnahmen zur Verhütung und zur Kontrolle von Aids umfaßt, vorrangig festzulegen. Der vorliegende Aktionsplan für das Programm "Europa gegen Aids" übernimmt die bereits festgelegten Leitlinien. Darüber hinaus führt er weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Aids-Epidemie auf.

Unterteilung

Zehn Aktionen:

- Bewertung des Informationsstandes, der Einstellung, des Verhaltens der breiten Öffentlichkeit und von Zielgruppen;

- Information und Sensibilisierung der Öffentlichkeit sowie bestimmter Zielgruppen;

- Gesundheitserziehung von Jugendlichen;

- Prävention von HIV-Übertragungen;

- Soziale, psychologische und medizinische Betreuung;

- Evaluierung der bei einer HIV-Infektion anfallenden Kosten;

- Sammlung von Daten über HIV/Aids;

- Verbesserung der Humanressourcen;

- Maßnahmen zur Nichtdiskriminierung HIV-infizierter Personen und ihrer Umgebung;

- Forschung und internationale Zusammenarbeit.

Ausführung

Die Kommission ist in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten für die Durchführung des Aktionsplans verantwortlich. Sie wird zu diesem Zweck von einem Ausschuß mit beratender Funktion unterstützt, der sich aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem der Vertreter der Kommission den Vorsitz führt. Aufgabe des Ausschusses ist es, Aktionen und Maßnahmen, die zum Teil mit öffentlichen Mitteln finanziert werden, zu prüfen und auf einzelstaatlicher Ebene die zum Teil von nichtstaatlichen Organisationen finanzierten Vorhaben zu koordinieren. Der Vertreter der Kommission unterbreitet dem Ausschuß einen Entwurf der zu treffenden Maßnahmen, und die Kommission berücksichtigt so weit wie möglich die Stellungnahme des Ausschusses.

Die Kommission berücksichtigt bei der Durchführung des Aktionsplans die im Rahmen ihrer Forschungsprogramme für Biomedizin und Gesundheit finanzierten Vorhaben sowie deren Ergebnisse und bringt diese in die entsprechenden Aktionen des Aktionsplans unter Sicherstellung von Komplementarität und Synergie ein.

Die Kommission arbeitet mit internationalen Organisationen zusammen, die auf diesem Gebiet tätig sind, beispielsweise mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Europarat.

Die Kommission veröffentlicht in regelmäßigen Zeitabständen technische Informationen über den Stand der Durchführung des Aktionsplans und unterzieht die durchgeführten Aktionen sowie die gesetzten Prioritäten einer ständigen Bewertung. Der Rat und die im Rat vereinigten Gesundheitsminister der Mitgliedstaaten nehmen eine Beurteilung der Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahmen vor. Zu diesem Zweck legte die Kommission dem Rat im zweiten Halbjahr 1992 einen entsprechenden Bericht vor, der auch dem Europäischen Parlament übermittelt wurde.
Datensatznummer: 242 / Zuletzt geändert am: 1996-07-15