Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Vorheriges Programm

FP1-FRAMEWORK 1C

Nachfolgeprogramm

FP3-FRAMEWORK 3C

Programmfinanzierung

EUR 5 396 million

Referenz zum Amtsblatt

L 302 von 1987-10-24

Rechtsrahmen

87/516/Euratom, CEE von 1987-09-28
Zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Hi-Tec-Wertschöpfungssektoren der Industrie in der Gemeinschaft sowie zur Beschleunigung der Einrichtung - im Rahmen der Europäischen Akte - einer Europäischen Forschungs- und Technologiegemeinschaft, um dadurch die Marktziele der Gemeinschaft für 1992 zu verwirklichen.

Kurzbeschreibung

Die gemeinschaftliche Politik zur Forschung und technischen Entwicklung (FTE) fußt auf einer Reihe gesetzlicher Grundlagen in den drei Gemeinschaftsverträgen: dem Vertrag zur Gründung der Europäischen Kohle- und Stahlgemeinschaft (EGKS), dem Vertrag zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom) und dem Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Die Kohle- und Stahlforschung der Gemeinschaft stützt sich auf Artikel 55 des EGKS-Vertrags, durch den die technische und wissenschaftliche Forschung gefördert wird, die zur Erhöhung der Effizienz und Verbesserung der Sicherheit in den Industriezweigen Kohle und Stahl dienen. Der Euratom-Vertrag bietet eine explizite gesetzliche Grundlage für die gemeinschaftliche Forschung über Kernenergie. Die Maßnahme der Gemeinschaft in anderen wissenschaftlichen und technologischen Bereichen stützte sich bis 1987 auf den sehr allgemeinen Artikel 235 des EWG-Vertrags (mit Ausnahme der Forschung im Bereich Landwirtschaft und Fischerei, die sich auf Artikel 41 stützte). Durch die Europäische Akte, die 1987 in Kraft trat, erhielt die Gemeinschaft offizielle Vollmachten auf dem Gebiet der Forschung und Technologie.

Das zweite Rahmenprogramm diente als Werkzeug zur Programmierung der mittelfristigen Aktivität der Gemeinschaft auf dem Gebiet der Forschung und technologischen Entwicklung (FTE) während des Zeitraums 1987-1991, wobei die wissenschaftlichen und technischen Ziele der vorgesehenen spezifischen Aktivitäten festgelegt, die jeweiligen Prioritäten definiert, die Leitlinien festgelegt und genaue Vorschriften für die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft bestimmt wurden.

Autonome Aktivtitäten in den Sektoren Kohle und Stahl, deren Finanzierung nicht aus dem allgemeinen Budget der Europäischen Gemeinschaften stammte, wurden außerhalb des Rahmenprogramms in Verbindung mit dem EGKS-Vertrag durchgeführt.

Unterteilung

- Lebensqualität (ECU 375 Mio.):
. Gesundheit (ECU 80 Mio.);
. Strahlenschutz (ECU 34 Mio.);
. Umwelt ECU 261 Mio.);

- Zur Erzielung eines großen Markts sowie einer Informations- und Kommunikationsgesellschaft (ECU 2275 Mio.):
. Informationstechnologien (ECU 1600 Mio.);
. Telekommunikation (ECU 550 Mio.);
. Neue Dienstleistungen von gemeinsamem Interesse, einschließlich Verkehr (ECU 125 Mio.);

- Modernisierung von Industriezweigen (ECU 845 Mio.):
. Wissenschaft und Technologie für die Fertigungsindustrie (ECU 400 Mio.);
. Wissenschaft und Technologie in Bezug auf fortgeschrittene Werkstoffe (ECU 220 Mio.);
. Rohstoffe und Recycling (ECU 45 Mio.);
. Technische Normen, Messungsmethoden und Referenzmaterial (ECU 180 Mio.);

- Nutzung und optimale Anwendung biologischer Ressourcen (ECU 280 Mio.):
. Biotechnologie (ECU 120 Mio.);
. Agrarindustrie-Technologien (ECU 105 Mio.);
. Wettbewerbsfähigkeit von Landwirtschaft und Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Ressourcen (ECU 55 Mio.);

- Energie (ECU 1173 Mio.):
. Kernspaltung: nukleare Sicherheit (ECU 440 Mio.);
. Gesteuerte thermonukleare Kernfusion (ECU 611 Mio.);
. Nichtnukleare Energiequellen und rationelle Energieverwendung (ECU 112 Mio.);

- Wissenschaft und Technologie für Entwicklungsarbeiten (ECU 80 Mio.);

- Nutzung des Meeresbodens und Einsatz von Ressourcen im Meer (ECU 80 Mio.):
. Meereswissenschaft und -technologie (ECU 50 Mio.);
. Fischerei (ECU 30 Mio.);

- Verbesserung der europäischen wissenschaftlich/technischen Zusammenarbeit (ECU 288 Mio.):
. Anregung, Verbesserung und Nutzung menschlicher Ressourcen (ECU 180 Mio.);
. Einsatz bedeutender Installationen (ECU 30 Mio.);
. Prognose und Beurteilung sowie andere Unterstützungsmaßnahmen, einschließlich Statistik (ECU 23 Mio.);
. Verbreitung und Nutzung wissenschaftlich/technischer Forschungsergebnisse (ECU 55 Mio.).

Ausführung

Die Kommission war für die Umsetzung des Programms durch spezifische Programme zuständig, die vom Rat auf der Basis von Vorschlägen verabschiedet wurden, die von der Kommission eingereicht wurden und ein oder mehrere spezifische wissenschaftliche und technische Ziele verwirklichen sollten.

Die Forschung erfolgte in Form von internen" Forschungsarbeiten, die von der Gemeinsamen Forschungsstelle durchgeführt wurden (bis dato unter der Bezeichnung 'direkte Aktion'), Forschungsarbeiten auf Kostenteilungsbasis, die durch andere Organisationen durchgeführt wurden (bis dato unter der Bezeichnung 'indirekte Aktion'), koordinierte Forschung (bis dato unter der Bezeichnung 'konzertierte Aktion') und 'Joint Undertaking' Forschungsarbeiten wie das Joint European Torus (JET) Joint Undertaking innerhalb des Kernfusionsprogramms. Letztere ermöglichten die Umsetzung ergänzender Programme, an denen nur interessierte Mitgliedstaaten teilnahmen. In einigen Programmen standen Stipendien zur Förderung der Ausbildung und Mobilität wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Verfügung. Im allgemeinen wurden FTE Aktionen der Gemeinschaft auf der Basis wissenschaftlicher und technischer Ziele, ihrer wissenschaftlichen und technischen Qualität sowie ihres Beitrags zur Definition oder Umsetzung von Gemeinschaftspolitiken ausgewählt. Gemeinschaftsaktion galt in folgenden Fällen als vertretbar:
- Forschungsarbeiten, die zur Stärkung der wirtschaftlichen und sozialen Kohäsion in der Gemeinschaft und zur Förderung ihrer allgemeinen harmonischen Entwicklung beitrugen und dabei dem Bestreben nach wissenschaftlicher und technischer Qualität entsprachen;
- Forschungsarbeiten in sehr großem Maßstab, für die die einzelnen Mitgliedstaaten nicht - oder nur mit Schwierigkeiten die erforderlichen Mittel und Mitarbeiter aufbringen konnten;
- Forschungsarbeiten, deren gemeinsame Durchführung eindeutig finanzielle Vorteile bieten würde, selbst unter Berücksichtigung der bei internationaler Zusammenarbeit anfallenden Extrakosten;
Forschung, die bestimmte, auf einzelstaatlicher Ebene durchgeführte Arbeit ergänzt und sich auf Probleme bezieht, deren Lösung insbesondere in geographischer Hinsicht Forschung auf breiter Basis erfordern;
- Forschungsarbeiten, die zur Verwirklichung des Gemeinsamen Markts sowie zur Schaffung eines vereinigten wissenschaftlichen und technischen Gebiets in Europa beitrugen sowie Forschungsarbeiten, die gegebenenfalls zur Schaffung einheitlicher Normen und Prinzipien führten.

Geeignete Elemente der Forschungsaktivitäten wurden in das Rahmenwerk COST eingebunden. Ferner wurde für Zusammenarbeit mit relevanten EUREKA Projekten gesorgt.

Während des dritten Jahres der Durchführung führte die Kommission eine Revision des Programms durch, insbesondere, ob die vorgesehenen Ziele, Prioritäten, Aktivitäten und finanziellen Ressourcen noch angemessen waren. In Anbetracht dieser Revision hat die Kommission dem Rat und dem Europäischen Parlament einen Vorschlag für ein drittes Programm vorgelegt. Die Kommission unterbreitete 1992 dem Rat eine Auswertung der spezifischen Programme im zweiten Rahmenprogramm, gemäß Artikel 5 der Beschließung zur Verabschiedung des dritten Rahmenprogramms.
Datensatznummer: 24 / Zuletzt geändert am: 1995-04-10
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