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  • Spezifisches Programm der Forschung und technologischen Entwicklung auf dem Gebiet der Industrie- und Werkstofftechnologien - Luftfahrtforschung -, 1990-1994

Rahmenprogramm

FP3-FRAMEWORK 3C

Vorheriges Programm

FP2-AERO 0C

Programmfinanzierung

EUR 53 million

Referenz zum Amtsblatt

L 269 von 1991-09-25

Rechtsrahmen

91/506/CEE von 1991-09-09
Soll zur Stärkung der Technologiebasis der europäischen Luftfahrtindustrie sowie der Wissensgrundlage beitragen, die Aktionen zur Minimierung der Umweltauswirkungen und Verbesserung der Sicherheit und Wirksamkeit von Luftfahrtoperationen unterstützt, und zur Förderung der weiteren Zusammenarbeit zwischen großen Hochtechnologieunternehmen und kleineren Unternehmen, KMU und Forschungsinstituten/Universitäten in der gesamten Gemeinschaft beitragen.

Kurzbeschreibung

Als Teil des dritten Rahmenprogramms für Gemeinschaftsaktivitäten auf dem Gebiet der Forschung und technologischen Entwicklung (1990 bis 1994) unter Unteraktivität I.2.: "Industrie- und Werkstofftechnologien", stellt das Programm einen Teil des Programms BRITE/EURAM II dar und ist ein Follow-Up zur vorbereitenden Arbeit über Aeronautik innerhalb von BRITE/EURAM I (1989-1992).

Unterteilung

- Mit Umwelt verwandte Technologien:
Zur Bereitstellung besserer Werkzeuge und Techniken für die Analyse, Vorhersage und Kontrolle von Flugzeugaussengeräuschen, Innengeräuschen und Abgasemissionen;

- Technologien des Luftfahrtbetriebes:
Zur Bereitstellung verbesserter neuer Werkzeuge und Techniken für die Überwachung des Zustands von Flugzeugsystemen, ermüdungs- aufprall- und feuerresistente Designstrukturen und für Integration des Luftfahrzeugs in künftige fortgeschrittene ATC-Systeme;

Aerodynamik und Aerothermodynamik:
Zur Förderung von CFD-Techniken, Laminarströmungstechniken, Werkzeugen für die Analyse von Antriebsintegrationstechniken für die Untersuchung der Aerothermodynamik von Turbomaschinerie;

- Aeronautische Strukturen und Herstellungstechnologien:
Zur Förderung von Techniken für die Realisierung großer zusammengesetzter Flugzeugrumpfstrukturen;

- Avionik-Systemtechnologien;
Zur Bereitstellung neuer oder verbesserter Techniken für die Konstruktion modularer, hochintegrierter Bordinformationsverarbeitung- und Prüfsysteme und für die Untersuchung und das Design der Mensch-Maschine-Wechselwirkung im Besatzungsraum;

- Konstruktions-, Nützlichkeit- und Bedienungstechnologien:
Zur Bereitstellung neuer oder verbesserter Techniken für das Design wichtiger Bauteile für die Ausrüstung des Flugfahrzeugs.

Ausführung

Die Kommission trägt die Verantwortung für die Durchführung des Programms durch gemeinsame Forschungsprojekte, konzertierte Aktionen und spezifische Ausbildungsmaßnahmen.

Gemeinsame Forschungsprojekte können zwei Formen haben: angewandte industrielle Forschung und fokussierte Grundlagenforschung.

Angewandte industrielle Forschung wird durch Verträge mit Kostenbeteiligung unter Beteiligung von mindestens zwei Industrieunternehmen aus verschiedenen Mitgliedstaaten und unabhängig voneinander durchgeführt. Die Teilnahme mindestens eines Luftfahrtunternehmens wird als ein Aktivposten angesehen. Die Projekte haben im allgemeinen eine erhebliche Größe, im Normalfall 3-5 Millionen ECU. In jedem Projekt muß ein Industrieunternehmen mit der Projektkoordination beauftragt sein. Die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft beträgt im Normalfall maximal 50%. Universitäten und andere Forschungseinrichtungen haben die Option, für jedes Projekt entweder 50%der Finanzierung der Gesamtkosten oder 100% der Finanzierung der zusätzlichen Grenzkosten zu beantragen. Die Verträge sind in der Regel im Anschluß an ein Auswahlverfahren auf Grundlage von Aufrufen zur Einreichung von Vorschlägen abzuschließen, die im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht werden. Bis zu 10% des Programmhaushalts kann Verträgen mit Kostenbeteiligung für fokussierte Grundlagenforschung in Bereichen zugeteilt werden, in denen der industrielle Fortschritt durch Schwächen in der Grundlagenforschung eingeschränkt wird. Diese Projekte sind nicht unbedingt von industriellen Partnern auszuführen und müssen mindestens zwei in unterschiedlichen Mitgliedstaaten gegründete Partner umfassen. Ihre Größe ist typischerweise viel kleiner als die eines industriellen Forschungsprojekts, sie müssen allerdings Aktivitäten in mindestens fünf Mann-Jahren umfassen.

Konzertierte Aktionen bestehen aus Maßnahmen seitens der Gemeinschaft zur Koordinierung der einzelnen in den Mitgliedstaaten ausgeführten Forschungsaktivitäten. Sie können von Finanzierung bis maximal 100% der Koordinierungsausgaben profitieren.

Etwa 2% des Programmhaushalts wird für spezifische Ausbildungsmaßnahmen reserviert, die auf Ausbildung europäischer Forscher für die europäische Industrie abzielen. Es ist vorgesehen, daß dazu spezialisierte, multidisziplinäre Ausbildung gehört, einschließlich einer Schulungsrolle innerhalb der Projekte. Forschungsstipendien sollen den Forschern das Erlangen praktischer Erfahrung über internationale gemeinsame Forschung in den technischen Bereichen ermöglichen, die durch ausgewählte Projekten bearbeitet werden.

Die Kommission ist in Übereinstimmung mit Artikel 130n des Abkommens bevollmächtigt, internationale Vereinbarungen mit Drittländern auszuhandeln, die COST-Mitglieder sind, insbesondere mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Freihandelszone (EFTA) und den Ländern Mittel- und Osteuropas, mit der Absicht, diese mit dem gesamten oder Teilen des Programms zu assoziieren. Wo Rahmenvereinbarungen über wissenschaftliche und technische Kooperation zwischen der Gemeinschaft und europäischen Drittländern abgeschlossen wurden, können die in diesen Ländern gegründeten Gremien und Unternehmen auf der Grundlage des Kriteriums des gegenseitigen Vorteils die Erlaubnis erhalten, Partner in einem innerhalb des Programms durchgeführten Projekts zu werden.

Kein vertragsschließendes Gremium mit Sitz außerhalb der Gemeinschaft, das an einerAktion innerhalb des Programms teilnimmt, darf von Gemeinschaftsfinanzierung für dieses Programm profitieren. Solche Gremien müssen einen Beitrag zu den allgemeinen Verwaltungskosten leisten.

Die gesamten für die Durchführung des Programms BRITE/EURAM II geschätzten erforderlichen Finanzmittel betragen 670 Millionen ECU einschließlich Luftfahrtforschung, wovon ein Betrag in Höhe von 6,7 Millionen ECU (1%) als der Beitrag des Programms zum zentralisierten Plan für die Verbreitung und Nutzung der Forschungsergebnisse vorgesehen ist. Das im Verlauf der Projekte gewonnene Wissen wird sowohl innerhalb des Programms als auch durch den zentralisierten Plan verbreitet. Spezifische Information über Projekte wird in enger Zusammenarbeit CORDIS zur Verfügung gestellt.

Die Kommission wird das Programm während des zweiten Jahres prüfen und dem Europäischen Parlament und dem Rat einen Bericht übermitteln. Am Ende des Programms wird eine Evaluation der erzielten Ergebnisse von einer Gruppe unabhängiger Experten durchgeführt und denselben Gremien unterbreitet.
Datensatznummer: 260 / Zuletzt geändert am: 1997-01-10