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  • Spezifisches Programm der Forschung und technologischen Entwicklung (EWG) auf dem Gebiet der Telematiksysteme in Bereichen von allgemeinem Interesse - Gesundheitswesen (AIM) -, 1990-1994

Rahmenprogramm

FP3-FRAMEWORK 3C

Vorheriges Programm

FP2-AIM 1

Programmfinanzierung

EUR 97 million

Referenz zum Amtsblatt

L 192 von 1991-07-16

Rechtsrahmen

91/353/CEE von 1991-06-07
Zur Förderung der Entwicklung harmonisierter Anwendungen von Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen und der Entwicklung einer Informationsinfrastruktur für das europäische Gesundheitswesen unter Berücksichtigung der Benutzeranforderungen und der technologischen Möglichkeiten.

Kurzbeschreibung

Teil des spezifischen Rahmenprogramms der Forschung und technologischen Entwicklung auf dem Gebiet der Telematiksysteme in Bereichen von allgemeinem Interesse (1990-1994) unter Bereich 3: "Gesundheitswesen (AIM)", diese zweite Phase des AIM-Programms beruht auf den während der zweijährigen Erforschungsphase erzielten Ergebnissen (AIM I, 1988-1989).

Die Probephase war erfolgreich mit der Einrichtung konzeptioneller Modelle, der Entwicklung von Arbeitsplatzrechnern, der Arbeit an einer gemeinsamen medizinischen Terminologie, Kodierung und Klassifizierung und Erprobung der Ideen von Entscheidungsvorbereitungssystemen beschäftigt. Das gegenwärtige Programm verfolgt dieselben Linien, fügt allerdings ein starkes Element der weiteren Integration von Systemen hinzu, durch Untersuchung der Zusammenschaltbarkeit medizinischer Arbeitsplatzrechner, Entwicklung von Brücken zu einem Breitbandkommunikationsnetz mit spezifischen Zusatzdiensten für das Gesundheitswesen, Telemedizin und interaktive, gemeinsame Datenbanken.

Unter dem vereinenden Ziel der Entwicklung von Werkzeugen, Techniken und Betriebvorschriften zur Unterstützung eines gemeinsamen europäischen Verfahrens bezüglich der Informatik und Telekommunikation im Gesundheitswesen liegt die Betonung der gegenwärtigen F&E-Phase auf dem Bau von Prototypen und Pilotanwendungen als ein erster Schritt im Vorfeld der kommerziellen Nutzung. Es wird auf Akzeptanz durch Benutzer geprüft und sichergestellt und die Übereinstimmung mit Vorschriften und Normen demonstriert. Ein Teil der Bemühung ist weiterhin auf die strategische Forschung in innovativen Konzepten für die nächste Produktgeneration gerichtet.

Die Projekte befassen sich mit folgenden Hauptbereichen:
- Technische Dienste basierend auf Systemen, die Information und medizinische Dienste (Telemedizin) kommunizieren;
-Rechnergestützte Entscheidungsfindung und Betriebsmittelverwaltung;
- Bildanalyse und Bildkommunikation;
- Netzarchitektur für ein gemeinsames Krankenblatt;
Telematikintegration zwischen Krankenhausabteilungen oder der Grundversorgungsumwelt;
- Qualitätsbewertung.

Außerdem werden begleitende Maßnahmen in den Bereichen der Strategie für die kommenden Jahre durchgeführt, die Integration in die Industrie, den Konsens in der Gemeinschaft, die Austauschbarkeit medizinischer Unterlagen, Pflege- und Grundversorgung, Ausbildung und Lernen und medizinische Klassifizierungssysteme.

Unterteilung

Drei Hauptlinien:

- Strategien für die Nutzung neuer Technologien, Telematiksysteme und Dienste und Beitragleistung zur Bestimmung gemeinsamer Funktionsbeschreibungen:
Das Wesen der Forschung und technologischen Entwicklungsaktivitäten wird zu einem Großteil von Benutzeranforderungen und den allgemeinen Zwängen in Verbindung mit der transnationalen Struktur der erforderlichen Informationsinfrastruktur abhängen;

- Entwicklung der auf die Medizin angewandten Telematiktechnologie:
. Alphanumerische Daten und Textcodierungsnormen ;
. Bilder und Biosignale mit Codierungsnormen;
. Integrierte medizinische Instrumente und Geräte;
. Expertensysteme und Entscheidungsvorbereitungssysteme;
. Medizinische Nutzung von Multimedien-Arbeitsplatzrechnern;
. Kommunikationssysteme für das Gesundheitswesen;
. Telemedizinische Systeme und Archivierungssysteme;
. Modularität und Integration medizinischer- und Gesundheitsinformationssysteme;
. Rechtliche Werkzeuge und Anreize (medizinischer, juristischer, ethischer, ökonomischer und sozialer Art);
. Technologien und Dienste für die Behinderten und Alten;
. Inter-Krankenhaus-Telematik für erhöhte Sicherheit bei der Fernpflege und verbessertes Management des Personals und der Spezialausrüstung;

- Nachprüfung und Integration:
. Pilotanwendungen zur Demonstration und Evaluation der innovativen Art der Verwendung von IT und Informatik im Gesundheitswesen;
. Prüfen der Anwendbarkeit der Forschung und Entwicklungsergebnisse und der Kompatibilität telemedizinischer Dienste.

Ausführung

Die Kommission trägt die Verantwortung für die Durchführung des Programms, das Projekte für Forschung und technologische Entwicklung (FTE), begleitende Maßnahmen und konzertierte Aktionen umfaßt.

Die Projekte unterliegen Verträgen mit Kostenbeteiligung, wobei die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft im Normalfall maximal 50% beträgt. Universitäten und andere Forschungszentren haben die Option, für jedes Projekt entweder die Finanzierung von 50% der Gesamtausgaben oder die Finanzierung von 100% der zusätzlichen Grenzkosten zu beantragen. Die Verträge in Zusammenhang mit Forschungsprojekten mit Kostenbeteiligung sind in der Regel im Anschluß an ein Auswahlverfahren basierend auf Aufrufen zur Einreichung von Vorschlägen zu vollenden, die im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht werden. Die Projekte müssen in der Regel die Teilnahme von mindestens zwei Partnern berücksichtigen, die unabhängig voneinander in verschiedenen Mitgliedstaaten gegründet wurden.

Die Kommission ist in Übereinstimmung mit Artikel 130n bevollmächtigt, internationale Vereinbarungen mit Drittländern abzuschließen, die COST-Mitglieder sind, insbesondere mit den Mitgliedstaaten der Europäischen Freihandelszone (EFTA) und den Ländern Mittel- und Osteuropas, mit der Absicht, diese mit dem gesamten Programm oder Teilen davon zu assoziieren. Wo Rahmenvereinbarungen über wissenschaftliche und technische Kooperation zwischen der Gemeinschaft und europäischen Drittländern abgeschlossen wurden, können die in diesen Ländern gegründeten Gremien und Unternehmen auf der Grundlage des Kriteriums des gegenseitigen Vorteils die Erlaubnis erhalten, Partner in einem innerhalb des Programms durchgeführten Projekt zu werden.

Kein vertragsschließendes Gremium, das einen Sitz außerhalb der Gemeinschaft hat und als ein Partner an einem innerhalb des Programms durchführten Projekt beteiligt ist, darf von Finanzmitteln der Gemeinschaft für dieses Programm profitieren. Solch ein Gremium soll einen Beitrag zu den allgemeinen Verwaltungskosten leisten.
Datensatznummer: 261 / Zuletzt geändert am: 2000-06-05