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  • Spezifisches Programm für Forschung und technologische Entwicklung (EWG) auf dem Gebiet der Telematiksysteme auf Gebieten von allgemeinem Interesse - Unterstützung für die Einrichtung transeuropäischer Netze zwischen Verwaltungen -, 1990-1994

Rahmenprogramm

FP3-FRAMEWORK 3C

Programmfinanzierung

EUR 41,3 million

Referenz zum Amtsblatt

L 192 von 1991-07-16

Rechtsrahmen

91/353/CEE von 1991-06-07
Definition der gemeinsamen Anforderungen für den elektronischen Informationsaustausch und Untersuchung der Notwendigkeit der Interoperabilität elektronischer Informationsnetze mit denen der Mitgliedstaaten; Durchführung von Studien und pränormativer Forschung zur Definition und späteren Einrichtung der transeuropäischen Telematikdienst-Netze, wie sie für die einzelstaatlichen Verwaltungen für den Vollzug des Binnenmarkts und für die Bereitstellung der Dienste für die Freizügigkeit der Bevölkerung und den unbehinderten Güter-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr und für die wachsende wirtschaftliche und gesellschaftliche Kohäsion der Gemeinschaft erforderlich sind.

Kurzbeschreibung

Der Vollzug des europäischen Binnenmarkts, der in der Europäischen Akte von 1989 definiert und im Vertrag von Maastricht aus dem Jahr 1992 bestätigt wurde, führt unvermeidbar zur Notwendigkeit des Informationsaustauschs unter den Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft. Die Freizügigkeit der Bevölkerung, sowie der unbehinderte Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr, kombiniert mit wachsender wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Kohäsion der Gemeinschaft verlangen, daß Verwaltungen in der Lage sind, müssen, ihre Dienste den Bürgern, Unternehmen und anderen Verwaltungen in der gesamten Gemeinschaft zur Verfügung stellen können. In dieser Hinsicht können Verwaltungen eine Schlüsselrolle spielen, indem sie nichttechnische Schranken in der Gemeinschaft überwinden und, als Benutzer an der Spitze, einen Beitrag zur Verbesserung der notwendigen Dienstleistungs-Infrastruktur für das Geschäftsleben und die Wirtschaft im allgemeinen leisten können.

Die gegenwärtige Aktion, ein Teil des spezifischen Programms für Forschung und technische Entwicklung auf dem Gebiet der Telematiksysteme auf Gebieten von allgemeinem Interesse (1990-1994) für Gebiet 1: "Unterstützung der Einrichtung transeuropäischer Netze zwischen Verwaltungen", stellt auf eine vollständige Definition für ein "Überlagerungsnetz" ab, das unter Verwendung der vorhandenen europäischen Telekommunikations-Infrastruktur eingerichtet wird, und so eine Kommunikation unter Verwaltungen in Europa möglich macht.

Zur Vorbereitung des Beginns der Arbeiten auf diesem Gebiet wurden interessierte Parteien von der Kommission aufgefordert, einen Beitrag zur Definiton eines Arbeitsplans im Rahmen des Planungsprogramms zu leisten. Dieses Planungsprogramm umfasste drei sich ergänzenden Konsultationsprozesse, eine offene Einladung, und die Mitarbeit von ca. 300 Organisationen in technischen Gruppen und Konsultationen der Dienststellen der Kommission.

In Abhängigkeit von der Art und der Dringlichkeit der Erfordernisse wurden drei Kategorien von Maßnahmen identifiziert:

Sofortmaßnahmen auf der Basis der Nutzung vorhandener Dienstleistungs- und Ausrüstungsangebote;
- Mittelfristige Maßnahmen auf der Basis vorwettbewerblicher und pränormativer FuE und Demonstration der Durchführbarkeit der Anwendung in Form von Pilotprojekten;
- Maßnahmen, die von neuen Technologien abhängig sind, deren Verfügbarkeit auf längere Zeit noch nicht abzusehen ist.

Die prioritären Untergebiete sind Gebiete, die in engem Zusammenhang mit dem Vollzug des Binnenmarkts stehen. An der Spitze stehen Arbeiten auf Gebieten wie Zollwesen, Sozialdienstleistungen, Notdienste und Statistik.

Enge Zusammenarbeit mit den anderen Gebieten des Programms für Telematiksysteme von allgemeinem Interesse (AIM, DRIVE, DELTA, ORA) sowie mit den einschlägigen Aktionen anderer Programme und anderer gemeinschaftlicher Maßnahmen (INSIS, CADDIA, TEDIS, ESPRIT, RACE) bleibt dabei gewährleistet. Außerdem gibt es eine solide Benutzerverbindung mit jedem der weiterlaufenden ENS/Verwaltungsprojekte.

Unterteilung

Zwei prioritäre Untergebiete:

- Identifikation der Erfordernisse und der Durchführungsstrategien:
Vorabmaßnahmen zur Untersuchung ausgewählter Gebiete, die mit dem Vollzug des Binnenmarkts im Zusammenhang stehen, einschließlich der Auswertung der Veränderungen im elektronischen Informationsaustausch durch verstärkte Interaktion einzelstaatlicher Verwaltungen und einer Einschätzung der Bedeutung von Forschung und Entwicklung zur Erfüllung dieser Anforderungen;

- Entwicklung der telematikbezogenen Technologien und Validierung gemeinsamer funktionaler Spezifikationen:
Studien und Erforschung der Architektur und des Managements transeuropäischer Netze zur Gewährleistung der Leistung und Zuverlässigkeit, die für die Zufriedenstellung der spezifischen Anforderungen einzelner Verwaltungen notwendig sind. In erster Linie liegt der Schwerpunkt dabei auf Interoperabilität, gemeinsamen Standards, der Architektur und den funktionalen Spezifikationen, der Akzeptabilität für den Benutzer, der Datenintegrität und der Vertraulichkeit.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Programms verantwortlich. Dabei arbeitet sie eng mit dem Telematik-Management-Ausschuß (TMC), der ENS Ad-Hoc-Gruppe, Fachexperten und anderen offiziellen Einrichtungen zusammen.

Das Programm umfaßt Forschungs- und technologische Entwicklungsprojekte (FTE-Projekte) und flankierende Maßnahmen.

Projekte werden auf der Basis von anwendungstechnischen Pilotmaßnahmen organisiert. Jedes Projekt stellt eine spezifische Anwendung mit einem Umfang dar, der dem in der Entscheidung des Rats festgelegten Arbeitsumfang entspricht, und stellt auf den Nachweis der Durchführbarkeit und der Vorteile der Anwendung transeuropäischer Telematikdienste auf das spezifische Gebiet ab. Durch regelmäßige Konzertierungsgespräche und Mechanismen im Rahmen spezifischer "horizontaler" Projekte wird eine gewisse Zusammenarbeit von Projekten erreicht, um zu gewährleisten, daß Synergiewirkungen genutzt und allgemeine Verbreitung von gesammelter Information und neuem Wissen gesichert ist.

Die FTE-Projekte werden im Rahmen von Verträgen auf der Basis von Kostenteilung durchgeführt, wobei die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft unter normalen Umständen 50% nicht überschreitet. Hochschulen und andere Forschungsstellen können entweder für jedes Projekt eine Bezuschussung mit 50% des Gesamtaufwands beantragen, oder die 100%ige Finanzierung der zusätzlichen Grenzkosten. Der Abschluß von Verträgen über Forschungsprojekte auf der Basis von Kostenteilung muß unter normalen Umständen nach Abschluß des Auswahlverfahrens aufgrund einer im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften bekanntgemachten Aufforderung zur Unterbreitung von Vorschlägen erfolgen. Als allgemeine Regel gilt, daß sich wenigstens zwei voneinander unabhängige Partner aus unterschiedlichen Mitgliedstaaten an einem Projekt beteiligen müssen.

Die Kommission ist aufgrund von Artikel 130n des Vertrags zur Verhandlung internationaler Abkommen mit Drittländern befugt, die COST-Mitglieder sind, insbesondere den EFTA-Mitgliedsländern und den mittel- und osteuropäischen Ländern, damit sich auch diese ganz oder teilweise an dem Programm beteiligen können. Bestehen Rahmenabkommen über wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit zwischen der Gemeinschaft und europäischen Nichtmitgliedsstaaten, so kann Organisationen und Unternehmen in diesen Ländern auf der Basis des Kriteriums des gemeinsamen Vorteils eine Teilnahme als Partner an einem Projekt dieses Programms gestattet werden.

Kein Vertragsunternehmen von außerhalb der Gemeinschaft, das als Partner an einem Programmprojekt beteiligt wird, kann in den Genuß gemeinschaftlicher Finanzierungsmittel aus diesem Programm kommen. Die betroffene Organisation muß einen Beitrag zu den allgemeinen Verwaltungskosten leisten.
Datensatznummer: 264 / Zuletzt geändert am: 1992-05-12