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  • Spezifisches Programm für Forschung und technologische Entwicklung (EWG) auf dem Gebiet der Telematik-Systeme auf Gebieten von allgemeinem Interesse - Sprachenforschung und -technik -,1990-1994

Rahmenprogramm

FP3-FRAMEWORK 3C

Vorheriges Programm

FP2-EUROTRA 2

Programmfinanzierung

EUR 22,5 million

Referenz zum Amtsblatt

L 192 von 1991-07-16

Rechtsrahmen

91/353/CEE von 1991-06-07
Entwicklung einer grundsätzlichen Sprachentechnologie, die in eine große Anzahl von Computeranwendungen einbezogen werden kann, bei denen natürliche Sprache ein wesentlicher Bestandteil ist, um Beschränkungen und Effizienzmängel in der Gemeinschaft zu beseitigen, die durch verschiedene natürliche Sprachen verursacht werden.

Kurzbeschreibung

Als Teil des spezifischen Programms für Forschung und technologische Entwicklung auf dem Gebiet der Telematik-Systeme in Bereichen von allgemeinem Interesses (1990-1994), Bereich 6: "Sprachenforschung und -technik", beruht diese Aktion auf den Ergebnissen und der Erfahrung vorhergegangener gemeinschaftlicher Initiativen, speziell von EUROTRA, ESPRIT, und dem Mehrsprachen-Aktionsplan.L
Seit Ende der 1970er Jahre fördert die Gemeinschaft aktiv Systeme (SYSTRAN) für Maschinenübersetzung (MT) und -projekte (EUROTRA) in mehreren Sprachen. Praktische und kostenwirksame MT-Systeme beruhen jedoch auf langfristigen Forschungsanstrengungen und der Lösung einer Anzahl von grundsätzlichen sprachlichen und außersprachlichen Problemen. Aus diesem Grunde ist es unerläßlich, den Anwendungsbereich gegenwärtiger und zukünftiger gemeinschaftlichen Maßnahmen auf dem Gebiet der Linguistik zu erweitern, um andere, weniger anspruchsvolle und daher leichter zu verwirklichende Anwendungen zu realisieren. Das LRE-Programm soll eine Reihe von FuE-Initiativen nicht nur auf dem Gebiet der MT fördern, sondern auch auf dem Gebiet der natürlichen Sprachverarbeitung (NLP) im allgemeinen, sowie auf dem Gebiet verschiedener Spin-Off-Anwendungen.

Die Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf die Entwicklung eines gemeinsamen sprachwissenschaftlichen Modells auf Computerbasis für die Wiedergabe von Text in verschiedenen Sprachen und für die Weiterverfolgung automatisierter Methoden zur Reduzierung der Anzahl der möglichen Interpretationen eines vorgegebenen Texts. Die Entwicklung hochentwickelter Rechentechnologien soll die Anwendung von Weiterentwicklungen auf dem Gebiet fortgeschrittener Expertensysteme in der Sprachwissenschaft, auf Datenbanktechnologien, Sprachverarbeitung und Computerarchitekturen fördern. Außerdem ist geplant, Methoden, Werkzeuge und sprachwissenschaftliche Ressourcen, insbesondere transportable Software-Werkzeuge, Grammatiken, Lexika, gebietsspezifische Terminologiesammlungen und einen umfassenden sprachlichen Wissensschatz und die Standardisierung zu fördern. Pilotanwendungen und Demonstrationsprojekte sollen helfen, den Fortschritt der Arbeiten zu bestimmen und die technische und wirtschaftliche Durchführbarkeit von Werkzeugen, Methoden und Möglichkeiten in einer Einsatzumgebung nachzuweisen.

Unterteilung

Fünf Aktionslinien: L
- Forschung von allgemeinem Interesse:
. Verbesserung der sprachlichen Beziehungen bei der Wiedergabe von Text/Sprache;
. Nutzung von gebietsspezifischem Wissen zur Einschränkung sprachlicher Interpretation;
. Schnittstellen der Sprachtechnologie;
. Nutzung fortgeschrittener Rechentechnologien;

-Entwicklung sprachwissenschaftlicher Ressourcen und verbundener Rechenwerkzeuge:
. Software-Werkzeuge;
. Grammatiken;
. Lexika;
. Terminologie-Sammlungen;
. Textsammlungen;

- Unterstützung der Formulierung von Standards und Richtlinien für die Kodierung und den Austausch von Sprachdaten:
. Pränormative Forschung und Versuchsreihen unter besonderer Betonung von Lexika und Textsammlungen;
. Bildung einer europäischen Expertengruppe;
. Teilnahme an und Förderung der Tätigkeit einzelstaatlicher und internationaler Organisationen für Normung und von Berufsverbänden;

- Pilot- und Demonstrationsprojekte:
. Maschinenübersetzung;
. Dokument-Zusammenfassung und Indexierung;
. Hilfsmittel für die Generierung ein- und mehrsprachiger Dokumente, ihre Speicherung und Wiederauffindung;
. Kommunikation von Mensch und Maschine;
. Aufbau einer auf natürlicher Sprache beruhenden Wissensbasis;
. Computerunterstützte Anweisungen;

- Unterstützung von Aktionen und flankierenden Maßnahmen unter besonderer Betonung der Ausbildung auf dem Gebiet der Computer-Linguistik:
. Ausbildung;
. Studien, Analysen und Untersuchungen;
. Programme zur Bewußtseinsbildung und Informationsverbreitung.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Programms verantwortlich.

Das Programm umfaßt Forschungs- und technologische Entwicklungsprojekte (FTE-Projekte), Pilot- und Demonstrationsprojekte und flankierende Maßnahmen. Projekte werden im Rahmen von Verträgen auf der Basis von Kostenteilung durchgeführt, wobei die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft unter normalen Umständen 50% nicht überschreitet. Hochschulen und andere Forschungseinrichtungen können entweder für jedes Projekt eine Bezuschussung mit 50% des Gesamtaufwands beantragen, oder die 100%ige Finanzierung der zusätzlichen Grenzkosten. Der Abschluß von Verträgen über Forschungsprojekte auf der Basis von Kostenteilung muß unter normalen Umständen nach Abschluß des Auswahlverfahrens aufgrund einer im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften bekanntgemachten Aufforderung zur Unterbreitung von Vorschlägen erfolgen. Als allgemeine Regel gilt, daß sich wenigstens zwei voneinander unabhängige Partner aus unterschiedlichen Mitgliedstaaten an einem Projekt beteiligen müssen.

Die Kommission ist aufgrund von Artikel 130n des Vertrags zur Verhandlung internationaler Abkommen mit Drittländern befugt, die COST-Mitglieder sind, insbesondere den EFTA-Mitgliedsländern und den mittelund osteuropäischen Ländern, damit sich auch diese ganz oder teilweise an dem Programm beteiligen können. Bestehen Rahmenabkommen über wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit zwischen der Gemeinschaft und europäischen Nichtmitgliedsstaaten, so kann Organisationen und Unternehmen in diesen Ländern auf der Basis des Kriteriums des gemeinsamen Vorteils eine Teilnahme als Partner an einem Projekt dieses Programms gestattet werden.

Kein Vertragsunternehmen von außerhalb der Gemeinschaft, das als Partner an einem Programmprojekt beteiligt wird, kann in den Genuß gemeinschaftlicher Finanzierungsmittel aus diesem Programm kommen. Die betroffene Organisation muß einen Beitrag zu den allgemeinen Verwaltungskosten leisten.
Datensatznummer: 265 / Zuletzt geändert am: 1992-05-12