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  • Spezifisches Programm für Forschung und technologische Entwicklung auf dem Gebiet der Telematiksysteme in Bereichen von allgemeinem Interesse - Telematiksysteme für ländliche Gebiete -, 1990-1994

Rahmenprogramm

FP3-FRAMEWORK 3C

Programmfinanzierung

EUR 14 million

Referenz zum Amtsblatt

L 192 von 1991-07-16

Rechtsrahmen

91/353/CEE von 1991-06-07
Entwicklung eines besseren Verständnisses der gemeinsamen Erfordernisse und Möglichkeiten für Telematikdienste und der Wirkung solcher Dienste auf das Leben in ländlichen Gebieten; Erzielung eines Einvernehmens über die Anforderungen hinsichtlich der Anforderungen an die Netzkonfiguration und der Optionen sowie eines Einvernehmens über die notwendigen Dienstleistungen für Telematikdienste; Vorbereitung der harmonisierten Planung und Einführung einer Telematikdienst-Infrastruktur in ländlichen Gebieten.

Kurzbeschreibung

Als Teil des spezifischen Programms für Forschung und technische Entwicklung auf dem Gebiet der Telematiksysteme auf Gebieten von allgemeinem Interesse (1900-1994) in Bereich 7: "Telematiksysteme in ländlichen Gebieten" unterhält dieses Programm enge Beziehungen zu bestimmten Projekten für Bereich 2 (DRIVE 2) und Bereich 4 (DELTA 2), sowie zu anderen gemeinschaftlichen Programmen mit Initiativen in ländlichen Gebieten (RACE II, LEADER, TELEMATIQUE, INTERREG, STRIDE, IMPACT II, PHARE).

Bei der Einführung von Telematikdiensten in ländlichen Gebieten handelt es sich um einen allmählichen Prozeß, und die installierte Infrastruktur hat eine Nutzungsdauer von mehreren Jahrzehnten. Aus diesem Grunde ist es unerläßlich, daß hinsichtlich der Technologie und der Systemkonfiguration die richtige Wahl getroffen wird. Pränormative Maßnahmen sind hier erforderlich, um die gemeinschaftlichen Märkte für Telematikausrüstungen und Dienste in diesen Bereich zu harmonisieren und ihre Wirkung zu bestimmen.

Zu den Gesamtzielen dieses Programms zählen die Schaffung der Ausgangsbedingungen für geographisch gesehen verstreute kleine Unternehmen, damit diese vielseitige Beschäftigungsmöglichkeiten und ein besseres Gleichgewicht hinsichtlich der wirtschaftlichen Aktivität in ländlichen Gebieten schaffen können; Schaffung einer Basis für die Bereitstellung verbesserter Dienste für verstreute und isolierte Bevölkerungsgruppen; Bewußtseinsbildung hinsichtlich des Potentials von Informations- und Kommunikationstechnologien in ländlichen Gebieten; Unterstützung von Herstellern und Dienstleistungsanbietern, um die Nutzung von Ausrüstungen und Diensten durch ländliche Gemeinden zu vereinfachen; und Gewährleistung, daß die Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien in ländlichen Gebieten keinen Beitrag zur weiteren Zentralisierung der geschäftlichen und Verwaltungstätigkeit und zum Verlust der kulturellen und wirtschaftlichen Vielfalt in ländlichen Gebieten Europas führt.

Die Untersuchung potentieller Anwendungsmöglichkeiten für Telematiksysteme im Kontext des Programms stellt u.a. auf Verwaltungsdienste, Dienste für die Gemeinde, geschäftliche Aktivität, Touristik, den Vertriebs- und den Einzelhandel und die Landwirtschaft ab.

Unterteilung

Fünf Gebiete:

- Erzielung eines Einvernehmens mit der Industrie und ländlichen Entwicklungsagenturen:
. Organisation und Management zur Erzielung eines Einvernehmens über konzertierte Aktionen;
. Projektkoordinierung;

- Identifikation der Erfordernisse und Möglichkeiten für Telematikdienste und Einschätzung ihrer Wirkung;
. Ländliche Typologie und Charakterisierungsarbeiten;
. Gegenwärtiger Status, Erfahrung und Auswertung von Telematiksystem-Anwendungen in ländlichen Gebieten;
. Forschung zur Bestimmung der Beeinflussung der Aufnahme von Telematiksystemen durch gesellschaftliche, wirtschaftliche, bildungsbezogene und kulturelle Verhältnisse.
. FuE über die potentielle Wirkung von Telematiksystemen auf die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse und Änderungen in ländlichen Gebieten;

- Spezifikation von Anwendungen und Technologieerfordernissen:
. Erfordernisse für Anwendungen und Dienste;
. Entwicklung eines Referenzmodells;

Forschung und Entwicklung von Telematiksystemen und Durchführung von Pilotaktionen:
. Anwendung oder Anpassung von Technologie für den Einsatz in ländlicher Umgebung;
. Benutzerausrüstungen, Software und Endgeräte für ländliche Gebiete;
. Pilotanwendungen für Telematiksysteme in ländlichen Gebieten;

- Forschung im Bereich der Infrastrukturplanung und der Realisierungsstrategien:
. Information über ländliche Gebiete und hiermit verbundene Aspekte von Telematiksystemen;
. Strategien für die Realisierung von Telematiksystem in ländlichen Gebieten;
. Strategische Fragen und gemeinschaftliche Beteiligung an der Realisierung von Telematiksystemen in ländlichen Gebieten.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Programms verantwortlich, das Forschungsund technologische Entwicklungsprojekte (FTE-Projekte) und flankierende Maßnahmen umfaßt.

An den Projekten können ländliche Entwicklungsagenturen, Industrieunternehmen (einschließlich von KMU), Telekommunikationsnetz-Betreiber, Gemeindeverbände, Benutzer von Telematiksystemen in ländlichen Gebieten, Hochschulen und andere Forschungseinrichtungen teilnehmen.

Projekte werden im Rahmen von Verträgen auf der Basis von Kostenteilung durchgeführt, wobei die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft unter normalen Umständen 50% nicht überschreitet. Hochschulen und andere Forschungsstellen können entweder für jedes Projekt eine Bezuschussung mit 50% des Gesamtaufwands beantragen, oder die 100%ige Finanzierung der zusätzlichen Grenzkosten. Der Abschluß von Verträgen über Forschungsprojekte auf der Basis von Kostenteilung muß unter normalen Umständen nach Abschluß des Auswahlverfahrens aufgrund einer im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften bekanntgemachten Aufforderung zur Unterbreitung von Vorschlägen erfolgen. Als allgemeine Regel gilt, daß sich wenigstens zwei voneinander unabhängige Partner aus unterschiedlichen Mitgliedstaaten an einem Projekt beteiligen müssen.

Unterstützung für spezifische Projekte für ländliche Entwicklung und Pilotanwendungen von Telematiksystemen durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (ERDF) oder den Sozialfonds im Sinne der LEADER und TELEMATIQUE-Programme ist möglich. In ländlichen Gebieten, die für eine solche Unterstützung nicht in Frage kommen, ist eine Förderung durch die Europäischen Investitionsbank in Betracht zu ziehen.

Flankierende Maßnahmen, wie z.B. die Organisation konzertierter Aktionen, Informationsaustausch und Projektkoordinierung werden auf der Basis von Verträgen zwischen der Kommission und entsprechenden Organisationen durchgeführt.

Die Kommission ist aufgrund von Artikel 130n des Vertrags zur Verhandlung internationaler Abkommen mit Drittländern befugt, die COST-Mitglieder sind, insbesondere den EFTA-Mitgliedsländern und den mittel- und osteuropäischen Ländern, damit sich auch diese ganz oder teilweise an dem Programm beteiligen können. Bestehen Rahmenabkommen über wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit zwischen der Gemeinschaft und europäischen Nichtmitgliedsstaaten, so kann Organisationen und Unternehmen in diesen Ländern auf der Basis des Kriteriums des gemeinsamen Vorteils eine Teilnahme als Partner an einem Projekt dieses Programms gestattet werden.

Kein Vertragsunternehmen von außerhalb der Gemeinschaft, das als Partner an einem Programmprojekt beteiligt wird, kann in den Genuß gemeinschaftlicher Finanzierungsmittel aus diesem Programm kommen. Die betroffene Organisation muß einen Beitrag zu den allgemeinen Verwaltungskosten leisten.
Datensatznummer: 266 / Zuletzt geändert am: 1992-05-12