Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

  • Europäische Kommission
  • CORDIS
  • Programme
  • Spezifisches Programm für Forschung und technologische Entwicklung (EWG) auf dem Gebiet von Telematiksystemen in Bereichen von allgemeinem Interesse-, 1990-1994

Rahmenprogramm

FP3-FRAMEWORK 3C

Programmfinanzierung

EUR 22,5 million

Referenz zum Amtsblatt

L 192 von 1991-07-16

Rechtsrahmen

91/353/CEE von 1991-06-07
Erleichterung des Zugangs des Benutzers zu dem umfassenden Wissensbestand von Bibliotheken durch optimale Nutzung und Entwicklung von Telematiksystemen unter gleichzeitigem Abbau der Beschränkungen durch die gegenwärtigen Unterschiede der Infrastrukturen in der Gemeinschaft.

Kurzbeschreibung

Als Teil des spezifischen Programms für Forschung und technologische Entwicklung auf dem Gebiet der Telematiksysteme in Bereichen von allgemeinem Interesse (1990-1994) im Bereich 5: "Bibliotheken" sollen mit dieser ersten gemeinschaftlichen Aktion für Bibliotheken nachfolgende Ziele gefördert werden:
- Verfügbarkeit und Zugang zu modernen Bibliothekdiensten in allen Teilen der Gemeinschaft unter Berücksichtigung vorhandener geographischer Unterschiede im Bereich der Bereitstellung von Bibliothekdiensten;
Schnellere, aber geordnete Durchsetzung neuer Informationstechnologien in Bibliotheken auf kostenwirksame Art und Weise;
- Standardisierung zur Nutzung der praktischen und wirtschaftlichen Vorteile;
- Harmonisierung und Konvergenz einzelstaatlicher Strategien für die obigen Maßnahmen.

1984 wies das Europäische Parlament in einem Beschluß (der als Schwencke-Beschluß bekanntgeworden ist) politisch auf die Bedeutung von Bibliotheken für die Gemeinschaft hin. Dieser Beschluß forderte Aktion der Kommission auf diesem Sektor (ABl. Nr. C 117 vom 30.4.1984). Der Rat der Minister mit Verantwortung für kulturelle Angelegenheiten verabschiedete am 17. September 1985 einen Beschluß über "Kooperation unter Bibliotheken auf dem Gebiet der Datenverarbeitung" (ABl. Nr. C 217 vom 23.10.1985). Dieser Beschluß bestätigte die Bedeutung von Bibliotheken in der Europäischen Gemeinschaft sowohl als wesentlicher Faktor auf dem Informationsmarkt als auch wegen ihrer Funktion als Mittler auf dem Gebiet des Wissens und der Kultur. Der Beschluß forderte die Kommission auf, Maßnahmen zur Förderung von Bibliotheken zu ergreifen, insbesondere mit dem Ziel der Vorbereitung eines Arbeitsprogramms in enger Zusammenarbeit mit den in den einzelnen Mitgliedstaaten für die Bibliotheken zuständigen Beauftragten.

Die Vorbereitung der gemeinschaftlichen Aktion erfolgte in zwei Phasen. Eine Untersuchungsphase begann 1998 und schloß mit einer breit angelegten Konsultation über ein Diskussionsdokument, das einen möglichen Aktionsplan beschrieb. Ende 1998-1990 begann dann eine Reihe von vorbereitenden Maßnahmen, wobei der Entwurf dieses Aktionsplans als Schablone verwendet wurde. Zu diesen Maßnahmen zählten weitere, umfangreichere Konsultationen und Untersuchungen, sowie eine kleine Anzahl von "Prüfstand"-Pilotprojekten.

Unterteilung

Vier Aktionslinien:

- Computerisierte Bibliographien:
Erstellung, Verbesserung und Harmonisierung von maschinenlesbaren Bibliographien (hauptsächlich einzelstaatliche Bibliographien zur Verwendung für internationale bibliographische Dienste) und Unionskataloge, sowie Entwicklung von Werkzeugen und Methoden für die rückwirkende Konvertierung von Katalogen über Sammlungen von internationaler Bedeutung;

Internationale Verbindungen von Systemen:
Förderung der internationalen Verbindung von Systemen für das Management grundlegender bibliographische Daten für spezifische Aufgabenstellungen (gemeinschaftliche Katalogisierung, gegenseitiger Verleih usw.) sowie Unterstützung bei der Vorbereitung und Anwendung einer Reihe von internationalen oder europäischen Normen;

- Innovative Bibliotheksdienste unter Anwendung der neuen Technologien;
Vorbereitung auf kostenwirksame, innovative Dienste, die es Bibliotheken möglich machen, die Erfordernisse der Benutzer effizienter und sichtbarer zufriedenzustellen und vorhandene Ressourcen besser zu nutzen;

- Entwicklung und Produktion kommerziell sinnvoller Telematikprodukte, -dienste und Werkzeuge, die für spezifisch für Bibliotheken gedacht sind, oder Prototypen hierfür.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Programms verantwortlich, das Forschungsund technologische Entwicklungsprojekte (FTE-Projekte) und flankierende Maßnahmen umfaßt. Konzertierte Maßnahmen sind nicht vorgesehen.

Projekte werden im Rahmen von Verträgen auf der Basis von Kostenteilung durchgeführt, wobei die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft unter normalen Umständen 50% nicht überschreitet. Hochschulen und andere Forschungseinrichtungen können entweder für jedes Projekt eine Bezuschussung mit 50% des Gesamtaufwands beantragen, oder die 100%ige Finanzierung der zusätzlichen Grenzkosten. Der Abschluß von Verträgen über Forschungsprojekte auf der Basis von Kostenteilung muß unter normalen Umständen nach Abschluß des Auswahlverfahrens aufgrund einer im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften bekanntgemachten Aufforderung zur Unterbreitung von Vorschlägen erfolgen. Als allgemeine Regel gilt, daß sich wenigstens zwei voneinander unabhängige Partner aus unterschiedlichen Mitgliedstaaten an einem Projekt beteiligen müssen.

Vorschläge dürfen von den nachfolgenden Organisationen unterbreitet werden: Organisation des öffentlichen und des privaten Sektors, die Dienste für Bibliotheken erbringen, darunter Versorgungsunternehmen, Genossenschaften, Zulieferanten von Bibliotheken, der Buchhandel und einschlägige Beratungsunternehmen; Organisationen oder Einrichtungen,, die mit einer oder mehreren Bibliotheken gleichzeitig arbeiten, wie z.B. Universitätsinstitute, Bibliotheksfakultäten und ähnliche Einrichtungen.

Projektvorschläge müssen die nachfolgenden Elemente mit einbeziehen: Kooperation; Innovation; und Nutzung neuer Informationstechnologien. Sie müssen zeigen, daß sie einen wirksamen Beitrag zur Erreichung wenigstens eines und vorzugsweise mehrerer der nachfolgenden Hauptziele leisten:

Förderung der Verfügbarkeit und der Zugänglichkeit moderner Bibliotheksdienstleistungen;
- Beschleunigte, aber kostenwirksame Durchsetzung neuer Technologien;
- Förderung von Standardisierung;
Harmonisierung und Konvergenz von Strategien für Bibliotheken;

Es wird davon ausgegangen, daß sich in den einzelnen Mitgliedstaaten Konzentrationspunkte ergeben, an denen Auswahlverfahren oder eine Untersuchung von Projektvorschlägen durchgeführt wird, um zu gewährleisten, daß die ausgewählten Projekte in ihrer Wirkung strategisch sind.

Zu den flankierenden Maßnahmen zählen Studien, Konferenzen, Workshops, Austauschprogramme usw. zur Förderung des Erfahrungsaustauschs und der Wissensverbreitung unter den für Bibliotheken in den Mitgliedstaaten Zuständigen, damit gezielte Förderung für die Projektvorbereitung, die Verbreitung von Projektergebnissen, und zur Unterstützung moderner Fertigkeiten der Arbeitskräfte in den Bibliotheken.
Datensatznummer: 267 / Zuletzt geändert am: 2000-06-05
Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben