Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

  • Europäische Kommission
  • CORDIS
  • Programme
  • Gemeinschaftsprogramm (EWG) auf dem Gebiet der strategischen Analyse, der Vorausschau und der Bewertung im Bereich von Forschung und Technologie (MONITOR) - Strategische Wirkungsanalyse (SAST) -, 1989 - 1993

Rahmenprogramm

FP2-FRAMEWORK 2C

Programmfinanzierung

EUR 3,1 million

Referenz zum Amtsblatt

L 200 von 1989-07-13

Rechtsrahmen

89/414/EEC von 1989-06-20
Aufzeigen der Optionen, die für die Maßnahmen der Kommission im Bereich von Wissenschaft und Technologie zur Verfügung stehen, Darstellung des Zusammenspiels mit anderen Maßnahmen sowie Darlegung, wie sich die verschiedenen Betroffenen (Industrielle, bestimmte örtliche Behörden, Mitgliedstaaten und Drittländer, soziale Gruppierungen usw.) zu diesen Optionen stellen.

Kurzbeschreibung

Als Bestandteil des zweiten Rahmenprogramms für Forschung und technologische Entwicklung (1987 - 1991) unter Teilaktivität 8.3: "Vorausschau und Beurteilung sowie andere flankierende Maßnahmen, einschließlich Statistik" gehört SAST zusammen mit SPEAR (Programm zur Unterstützung der Bewertung von Forschungsarbeiten auf Gemeinschaftsebene) und FAST III (Vorausschau und Bewertung im Bereich von Wissenschaft und Technologie) zu den drei Elementen des MONITOR-Programms.

Mit dem SAST-Programm sollen die auf dem Gebiet von Wissenschaft und Technologie als von entscheidender Bedeutung für die Gemeinschaft erörterten oder dargestellten Orientierungen bewertet und klargestellt werden. Das Programm befaßt sich jeweils im Rahmen eines konkreten Problems mit der Ermittlung der vorhandenen Optionen und der Formulierung präziser Handlungsempfehlungen. Ausgehend von diesem Ansatz untersucht SAST jede aufgeworfene Frage jeweils aus vier verschiedenen Blickwinkeln: Beschränkungen und Chancen wissenschaftlicher und technischer Natur, soziale und ökonomische Zusammenhänge und Implikationen, die verschiedenen betroffenen Maßnahmen der Gemeinschaft sowie die den Beteiligten zur Verfügung stehenden Optionen.

Als Gegenstand einer SAST-Analyse kommen Themen aus nahezu allen Bereichen oder Teilbereichen des gesamten wissenschaftlich-technologischen Spektrums in Betracht. Einige Studien konzentrieren sich auf die wirtschaftlichen Vorteile für die Industrie, während andere um eine weiter ausgreifende Behandlung sozialer Fragen bemüht sind, etwa Auswirkungen auf die Lebensqualität, Ungleichgewichte zwischen den Ländern der Gemeinschaft, Gesundheit und Umwelt.

Die Auswahl der Themen erfolgt auf der Grundlage umfassender Konsultationen mit den potentiellen Abnehmern/Begünstigten der SAST-Arbeiten: Leiter der gemeinschaftlichen F&E-Programme, Dienste der Kommission mit allgemeinem Interesse an wissenschaftlich-technologischen Entwicklungen, gemeinschaftliche oder einzelstaatliche Ausschüsse, die mit Wissenschaft und Technologie in Europa befaßt sind. Aus den diversen vorgetragenen Fragen oder Forderungen wird eine Themenauswahl in Absprache mit dem MONITOR-Programmausschuß getroffen. Entscheidend für die gesetzten Schwerpunkte sind vor allem der Bedarf der Gemeinschaft sowie die Relevanz des Themas für die europäische Zusammenarbeit im wissenschaftlich-technologischen Bereich.

Unterteilung

Drei Hauptaktivitäten:

- Erstellung von Berichten über die Entwicklungsaussichten sowie über Stärken und Schwächen der Europäischen Gemeinschaft, einer Gruppe von Ländern in der Gemeinschaft, insbesondere im Hinblick auf F&E-Strukturen, eines High-Tech-Sektors, eines Wissenschaftsbereiches bzw. Erstellung von Berichten über bedeutende Veränderungen in den wissenschaftlich-technologischen Maßnahmen anderer Länder, insbesondere außerhalb der Gemeinschaft;
- Durchführung von technologischen Bewertungen des Entwicklungsstandes einer Technologie und ihrer weiteren Herausbildung, der Innovationsbeschränkungen, der industriellen und sozio-ökonomischen Folgen innerhalb der Gemeinschaft (nach Sektoren, Regionen usw.), des Bedarfs an F&E und Investitionsmitteln usw.;
- Erstellung von Berichten über strategische Analysen (strategische Akten), die für ein konkretes Problem die der Europäischen Gemeinschaft zur Verfügung stehenden Alternativen aufzeigen und präzise Handlungsorientierungen vorschlagen.

Ausführung

Zuständig für die Programmdurchführung ist die Kommission, die dabei von einem aus Vertretern der Mitgliedstaaten zusammengesetzten Beratungsausschuß unter Vorsitz des Kommissionsvertreters unterstützt wird.

Die Umsetzung der SAST-Aktivitäten erfolgt u. a. durch die Beteiligung von auf strategische Wirkungsanalysen spezialisierte Forschungszentren oder Forschungsteams aus der Gemeinschaft sowie durch Veranstaltung von Workshops, Seminaren usw. Darüber hinaus ist die Abordnung von Gastwissenschaftlern aus nationalen Institutionen und Regierungen, die an den verschiedenen Tätigkeiten teilnehmen sollen, sowie die Verbreitung von Erkenntnissen und Ergebnissen durch Forschungsveröffentlichungen, Hinweise auf Maßnahmen, Veranstaltung von nationalen "MONITOR-Tagen" und sonstige Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen.

Die Durchführung der Aktivitäten erfolgt vor allem durch Verträge über Studien und Dienstleistungen, die im Auftrag der Kommission zu erstellen bzw. zu erbringen sind. Im allgemeinen werden die Aufträge in geeigneten Fällen auf der Grundlage von Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen oder (auf bestimmte Bieter beschränkte oder öffentliche) Ausschreibungsverfahren vergeben, die im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht werden. Der finanzielle Beitrag der Gemeinschaft kann bis zu 100% der entstehenden Kosten betragen. Die von der Kommission abgeschlossenen Verträge regeln die Rechte und Pflichten der Parteien, einschließlich der Verfahren für Verbreitung, Schutz und Nutzung der Forschungsergebnisse.

Die Kommission ist befugt, Vereinbarungen mit Drittstaaten und internationalen Organisationen abzuschließen, um diese ganz oder teilweise mit dem Programm zu assoziieren. Dies gilt vor allem für Länder, die an der europäischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen Forschung (COST) beteiligt sind oder die mit der Gemeinschaft Rahmenvereinbarungen über die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit geschlossen haben. Soweit solche Rahmenvereinbarungen bestehen, können die in den betreffenden Ländern ansässigen Organisationen und Unternehmen als Partner an einem im Rahmen des Programms durchgeführten Vorhaben teilnehmen, wenn dies von gegenseitigem Vorteil ist.

Die Kommission ist verpflichtet, das Programm im dritten Durchführungsjahr zu überprüfen und dem Europäischen Parlament sowie dem Rat einen Bericht vorzulegen. Ferner hat sie nach Beendigung des Programms den genannten Organen eine abschließende Bewertung der erzielten Ergebnisse vorzulegen.
Datensatznummer: 271 / Zuletzt geändert am: 1992-05-12