Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Vorheriges Programm

IS-IMPACT 1

Nachfolgeprogramm

IS-INFO2000

Programmfinanzierung

EUR 64 million

Referenz zum Amtsblatt

L 377 von 1991-12-31

Rechtsrahmen

91/691/CEE von 1991-12-12
Zur Schaffung eines Binnenmarktes für Informationsdienste, der Ermittlung der Stärken und Schwächen der in der Gemeinschaft bestehenden Informationsdienste, der Förderung von fortgeschrittenen Informationsdiensten, der Förderung und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Anbieter solcher Dienste, der Stärkung der europäischen Zusammenarbeit zur Schaffung einer Gemeinschaftspolitik im Bereich der Informationsdienste und zur Nutzung der Ergebnisse anderer einzelstaatlicher oder gemeinschaftlicher Programmen zur Stärkung des Informationsdienstmarktes.

Kurzbeschreibung

Diese zweite Phase des IMPACT-Programms setzt die innerhalb der ersten Phase im Zeitraum 1988- 1990 begonnen Aktivitäten fort und erweitert diese.

Eine der wichtigsten Veränderungen in IMPACT 2 gegenüber IMPACT 1 ist eine Änderung der Betonung von der Angebotsseite zur Nachfrageseite des Informationsdienstmarktes. Daher lautet das für die neue Phase gewählte Thema "Zugang zu Euro-Information", d.h., der Zugang zum Informationsmarkt soll für alle interessierten Parteien auf der europäischen Ebene verbessert werden. Die in diesem Zusammenhang im Rahmen des Programms durchgeführten Arbeiten zielen auf die Anregung und Entwicklung des Informationsdienstmarktes in Europa durch Beseitigung der Hemmnisse und Förderung europäischer Initiativen. Dabei spielt die Technologie eine Schlüsselrolle, aber die Entwicklung neuer Technologien ist kein Hauptziel.

Das europäische Beobachtungsgremium für den Informationsmarkt (IMO) wird verstärkt darauf hinarbeiten, die Wettbewerbsstärken und -schwächen der Gemeinschaft in diesem Sektor aufzuzeigen, damit die Gemeinschaftsorgane und die Mitgliedstaaten bei der Ausarbeitung ihrer Politik über ausreichende Hintergrundinformationen verfügen. In der ersten Phase von IMPACT, hat das IMO sein Hauptaugenmerk auf Datenbankdienste gerichtet. Es wird künftig seine Untersuchungen auf verwandte Dienste des Veröffentlichungswesens, insbesondere auf die Wirtschafts- und Finanzpresse und das wissenschaftliche, technische und medizinische Veröffentlichungswesen ausweiten. Es wird ein ständiges Verzeichnis der bestehenden Quellen für Marktdaten führen und zusätzliche Erhebungen veranlassen, wenn die benötigten Daten nicht verfügbar, unvollständig oder unzuverlässig sind. Das IMO beabsichtigt, die Bemühungen der an der Entwicklung des Informationsmarktes interessierten Mitgliedstaaten, Unternehmen und sonstigen Organisationen zu ergänzen und nicht zu ersetzen.

Was die Beseitigung rechtlicher und administrativer Hemmnisse betrifft, wird eine Art der Arbeit zur Verbesserung des Zusammenspiels zwischen den Arbeiten über rechtliche Probleme horizontaler Art (z.B. Schutz der Privatsphäre, Haftung, Schutz des geistigen Eigentums, Beweiskraft und Authentifizierung elektronischer Unterschriften) beitragen. Dabei wird die Kommission ihre mit Hilfe des Rechtsbeirats (LAB) aufgebaute Fachkompetenz und Dokumentation weiter ausbauen, um den Mitgliedstaaten und den Gemeinschaftsinstitutionen leichteren Zugang zu Hintergrunddokumenten und zur Information über laufende Arbeiten auf diesem Gebiet zu verschaffen. Die Kommission wird die Förderung der Entwicklung einer speziellen Datenbank für diesen Zweck prüfen. Bei den Arbeiten der zweiten Art wird es sich im wesentlichen um Mitwirkung bei der Ausarbeitung spezifischer Initiativen für bestimmte Segmente des Informationsmarktes handeln. Die Kommission wird u.a. Vorschläge für die Harmonisierung der Regeln für die Vermarktung von Datenbeständen öffentlicher und quasiöffentlicher Körperschaften erarbeiten und die gemeinschaftlichen Leitlinien zur Harmonisierung der Bedingungen für den öffentlichen Zugang zu elektronischen Informationsdiensten ausarbeiten.

Ergänzend zu den laufenden Bestrebungen zur Verwirklichung der Kommunikation offener Systeme (OSI) wird die Kommission in Zusammenarbeit mit Normungsorganisationen wie EWOS, ETSI und CEN/CENELEC die Entwicklung von Normen für den öffentlichen Informationsaustausch fördern. Die Entwicklung von Einheits-Schnittstellen als flexible und wirtschaftliche Lösungen für den Zugang zu einem breiten Spektrum von Informationsdiensten wird angeregt.

Zu den Förderungsmaßnahmen für Multiplikatoren, Fachleute und Endbenutzer gehören die Erstellung geeigneten Materials in allen Gemeinschaftssprachen, die Veranstaltung von Konferenzen, Workshops, Ausbildungsmaßnahmen usw., die Beteiligung an Ausstellungen, Herausgabe eines regelmäßig erscheinenden Mitteilungsblatts, Einrichtung eines zentralen Help Desk mit kostenlosem telefonischem Auskunftsdienst und der Betrieb des mehrsprachigen Hostdienstes ECHO.

Im Mittelpunkt der Arbeiten zur Unterstützung strategischer Initiativen zur Entwicklung des Informationsmarktes stehen die Bereitstellung elektronischer wissenschaftlicher und technischer Informationsdienste in strategisch wichtigen Marktbereichen, die für gemeinschaftliche Binnenmarktpolitik von Bedeutung sind.

Unterteilung

Vier Aktionslinien:

- Verbesserung der Kenntnis des Informationsmarktes:
Sammlung und Analyse von Marktdaten, Analyse der Wettbewerbsstärken und -schwächen der europäischen Informationsindustrie, Analyse der Rolle der Information in der Wirtschaft und Gesellschaft, Verbesserung der Verbreitung der Ergebnisse des Beobachtungsgremiums für den Informationsmarkt (IMO);

- Beseitigung rechtlicher und administrativer Hemmnisse:
Schutz von persönlichen Daten, rechtlicher Schutz von Datenbanken, Synergie öffentlicher/privater Sektoren im Informationsmarkt, Richtlinien für eine Rechtsrahmen betreffend elektronische Informationsdienste, Kenntnis der den Informationsmarkt betreffenden rechtlichen Probleme, Stärkung der Position des Rechtbeirats (LAB);

-Benutzerfreundliche Gestaltung und Verbesserung der Fähigkeit zum Umgang mit Informationssystemen:
. Anwendung von Normen und Standards:
Entwicklung von Richtlinien für die Anwendung von Standards, Förderung der Anwendung, Bewußtsein über Informationsstandards;
. Bewußtsein, Benutzerunterstützung, Ausbildung:
Einrichtung und Verwaltung eines "Bewußtseinsnetzes", Unterstützung für Anwender und Anbieter von Informationsdiensten (ECHO), Informationsaustausch mit dem Markt, Schulung von Ausbildern, Informationsvermittlern und Endbenutzer;

- Unterstützung strategischer Initiativen zur Entwicklung des Informationsmarktes:
Förderung des europaweiten Informationszugangs, Unterstützungsmaßnahmen für benachteiligte Regionen (LFRs), Follow-Up von IMPACT 1-Projekten.

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Programms verantwortlich. Sie wird von einem Ausschuß mit beratender Funktion unterstützt, der sich aus den Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt und in dem der Vertreter der Kommission den Vorsitz führt.

Die Arbeiten innerhalb des Programms werden durch Verträge mit Kostenbeteiligung, Pilot- und Demonstrationsverträge und Studien- und Dienstleistungsverträge ausgeführt. Der finanzielle Beitrag der Gemeinschaft beläuft sich in der Regel auf maximal 50% der Gesamtausgaben für das Projekt. Die Verträge sind in der Regel im Anschluß an ein Auswahlverfahren auf Grundlage von Aufrufen zur Einreichung von Vorschlägen abzuschließen, die im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht werden. In Ausnahmefällen können spontane Projektvorschläge berücksichtigt werden. Zur Anregung von Partnerschaften, vor allem mit Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen und von Organisationen in benachteiligten Regionen (LFRs) oder für Sondierungsvorhaben in verschiedenen Segmenten des Informationsmarktes, kann die Kommission auch ein flexibleres Förderungsverfahren einsetzen.

Die Kommission wird ermächtigt, Vereinbarungen mit an der Schaffung des Marktes für Informationsdienste beteiligten Drittländern auszuhandeln, um diese ganz oder teilweise an dem Programm zu beteiligen.

Nach der ersten Hälfte sowie am Ende der Laufzeit des Programms unterbreitet die Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat einen von unabhängigen Sachverständigen erstellten Bericht über die erzielten Ergebnisse. Der Jahresbericht des Beobachtungsgremiums (IMO) und die regelmäßigen Berichte des Rechtsbeirats (LAB) werden auch diesen Gremien und dem Wirtschafts- und Sozialausschuß unterbreitet.
Datensatznummer: 273 / Zuletzt geändert am: 1996-02-07