Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

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  • Verbreitung und Nutzung von Wissen, das auf spezifischen Programmen für Forschung und technologischen Entwicklung der Gemeinschaft beruht, 1992-1994

Rahmenprogramm

FP3-FRAMEWORK 3C

Vorheriges Programm

FP2-VALUE 1

Nachfolgeprogramm

FP4-INNOVATION

Programmfinanzierung

EUR 66 million

Referenz zum Amtsblatt

L 141 von 1992-05-23

Rechtsrahmen

92/272/CEE von 1992-04-29
Spezifische Wertschöpfung aus dem gesamten Programm von gemeinschaftlichen FuE-Maßnahmen des Dritten Rahmenprogramms (1990-1994), Koordinierung und Ergänzung der Maßnahmen der spezifischen FTE-Programme.

Kurzbeschreibung

Mit seinem Beschluß 90/221/Euratom, EWG, vom 23. April 1990 (Amtsblatt Nr. L 117 vom 8.5.1990) verabschiedete der Rat das Dritte Rahmenprogramm für gemeinschaftliche Maßnahmen auf dem Gebiet der Forschung und technologischen Entwicklung (1990-1994). Artikel 4 dieses Beschlusses legte fest, daß Maßnahmen zur Verbreitung und Nutzung des im Rahmen der Durchführung spezifischer FuE-Programme des Rahmenprogramms gesammelten Wissens einerseits im Rahmen der Programme selber und andererseits durch zentralisierte Aktion zu realisieren sind. Der Beschluß sah für diese Aktion einen Betrag von 57 Mio. ECU vor. Dieser Betrag sollte anteilig den spezifischen Programmen entnommen werden und 1% des Betrags ausmachen, der für das gesamte Rahmenprogramm eingestellt wurde. Der Beschluß 93/167/Euratom, EWG, vom 15. März 1993 (ABl. Nr. L 69 vom 20.3.1993) stockte den Betrag für diese Aktion auf 66 Mio. ECU auf.

Die zentralisierte Aktion, die im einzelnen im Beschluß des Rats 92/272/EWG vom 29. April 1992 ihren Niederschlag findet, gewährleistet die notwendige Kontinuität für einige der Maßnahmen, die im Rahmen des VALUE-Programms von 1989-1993 durchgeführt wurden. Dazu werden auch neue Themen eingeführt, die speziell auf die Rückwirkung von FuE-Maßnahmen und ihrer Ergebnisse auf die Gesellschaft als Ganzes betrachtet abstellen.

Im Rahmen dieser Aktion soll ein Netz von Relay Centres eingerichtet werden, mit dem Verbreitung und Nutzung der gemeinschaftlichen FuE-Ergebnisse gefördert werden können. Aufbauend auf bzw. unter Nutzung von vorhandenen Strukturen in den Mitgliedstaaten, die dem gleichen Zweck dienen, sollen diese unter der Leitung der Kommission besondere Zugangsmöglichkeiten zu gemeinschaftlichen Informationen erhalten; ihre Hauptaufgabe wird dann die Verarbeitung und Interpretation dieser Informationen passend zu örtlichen Belangen sein.

Ein weiteres Ziel der zentralisierten Aktion liegt in der Aktualisierung und Erweiterung des computerisierten CORDIS-Nachrichtendiensts. Für diesen Dienst werden zusätzliche, neue Funktionen vorausgesehen, sowie Nutzungsmöglichkeiten für neue Informationsquellen, die Harmonisierung und/oder Integration von Datenbanken, die Nutzung elektronischer Speichermedien (CD-ROM und Videodisk) und die Entwicklung von benutzerfreundlichen Systemen für den elektronischen Datenaustausch in Zusammenarbeit mit verbundenen gemeinschaftlichen Programmen. Die Entwicklung computerisierter Methoden schließt die Verwendung traditionellerer Methoden (z.B. Veröffentlichung von Nachrichtenblättern und Bibliographien) für einen erweiterten Zugang zu Informationsdiensten nicht aus.

Die zentralisierte Aktion soll unter Einhaltung der nachfolgenden Leitlinien durchgeführt werden:
- Horizontalität:
Maßnahmen zur Veröffentlichung und Nutzung von Forschungsergebnissen müssen sich auf das gesamte Programm von gemeinschaftlichen FuE-Aktionen erstrecken, die zum Rahmenprogramm gehören. Dieses Kriterium kommt durch Koordinierung und Verbindung zwischen FTE-spezifischen Programmen und die zentralisierte Aktion zur Anwendung;
- Interne Komplementarität:
Die zentralisierte Aktion soll die Maßnahmen der spezifischen FTE-Programme koordinieren und unterstützen und sich des weiteren auf Maßnahmen konzentrieren, die eine spezielle Infrastruktur und besondere Möglichkeiten für den Know-how-Transfer auf Aktionsgebiete anderer Disziplinen aufweisen;
- Subsidiarität:
Die zentralisierte Aktion baut auf den Synergien zwischen dezentralisierten (öffentlichen und privaten) und gemeinschaftlichen FuE-Anstrengungen auf und ist für die Einrichtung eines einheitlichen Mechanismus für die Nutzung und den Transfer der Technologien und des Know-hows aus diesen Anstrengungen ausgestattet. Dazu nutzt sie im größtmöglichen Umfang die in den Mitgliedstaaten vorhandenen Strukturen.

Unterteilung

Drei Schnittstellen:

- Schnittstelle Forschung-Industrie:
Unterstützung bei der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie gemäß den Bestimmungen des EWG-Vertrags durch spezifische Projekte, die auf Maximierung der Wirkung der gemeinschaftlichen FuE-Maßnahmen für die Industrie im ganzen abstellen:
. Neue Informationskanäle (Netze von Relay Centres; der computerisierte CORDIS-Nachrichtendienst);
. Nutzung von Ergebnissen (Identifizierung, Prüfung und Einschätzung von Forschungsergebnissen; Auffinden von Lizenznehmern, einschließlich für die GFS, und von an einer Nutzung der Ergebnisse interessierten Partnern; Bereitstellung finanzieller Mittel zur Unterstützung von Studien oder Tests und experimentelle Entwicklung);
. Schutz der Ergebnisse (Schutz von Ergebnissen im Besitz der Gemeinschaft und Management des gemeinschaftlichen Patentportfeuilles; Patentierung von Fachwissen für Universitäten, Forschungseinrichtungen und KMU; Kampagnen zur Steigerung des öffentlichen Bewußtseins hinsichtlich der Bedeutung des Schutzes der Ergebnisse, die an gemeinschaftlichen FuE-Programmen beteiligte Wissenschaftler erzielt haben);
. Förderungsmaßnahmen (finanzielle Unterstützung für Organisationen, die gemeinschaftliche Ergebnisse und den Zugang zu gemeinschaftlichen Programm fördern; Organisation von Seminaren und Konferenzen; Teilnahme an Messen);

- Schnittstelle zwischen Forschung und der wissenschaftlichen Gemeinschaft:
Beitrags zu einem interdisziplinären Rückblick auf Forschung, Forschungsmethoden, Probleme und Wirkungen. Vier Gebiete:
. Allgemeiner Forschungsbezug (Studie der Beschränkungen und/oder Möglichkeiten für die Verbreitung und Nutzung von FTE-Aktionen unter Anwendung der Disziplinen Recht, politische Wissenschaft, Sozialwissenschaft und der Humanitäten);
. Kommunikation bei der Forschung (Verbesserung der Kommunikation und Forschung für die verschiedenen Benutzer durch Schaffung eines besseren Verständnisses der Kommunikationswege);
. Die wirtschaftlichen Aspekte von Forschung (Nutzung makroökonomischer Instrumente und der Wirtschaftswissenschaften zur Bestimmung optimaler Nutzung von Ressourcen für Forschung als Teil der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklungsziele und der Unternehmensziele);
. Management von Forschung (Förderung des Wissensstandes über die Beste Praxis beim Management von FuE als Beitrag zur besseren Nutzung der Ergebnisse);

- Schnittstelle zwischen Forschung und Gesellschaft:
Maßnahmen zur Identifikation und Studie der Wirkungen von neuen, durch gemeinschaftliche Maßnahmen gewonnenen, wissenschaftlichen und technologischen Erkenntnissen auf die Gesellschaft. Drei Teile:L. Leistung eines Beitrags zur Einschätzung der sozialen Wirkung von Wissenschaft und Technologie (Entwicklung allgemeiner "Technologie-Einschätzungs"-Mechanismen in Zusammenwirkung mit spezifischeren Maßnahmen individueller Programme und mit den Maßnahmen des MONITOR-Programms);
. Kommunikation mit der Öffentlichkeit (Bereitstellung von Information für die Öffentlichkeit, insbesondere über die Medien) unter Aufbau auf den vorhandenen Strukturen in den Mitgliedstaaten;
. Analyse der öffentlichen Nachfrage und neuer Anforderungen (um mit anderen einschlägigen Programmen, einschließlich von MONITOR, Studien und Erhebungen zur Identifizierung der neuesten sozialen Anforderungen durchführen zu können).

Ausführung

Die Kommission ist für die Durchführung des Programms verantwortlich. Dabei wird sie durch einen aus Vertretern der Mitgliedstaaten gebildeten Ausschuß unter dem Vorsitz eines Vertreters der Kommission unterstützt. Dabei kommen die gesammelten Erfahrungen und die beste Praxis europäischer und internationaler Experten zum Tragen.

Das Aktionsprogramm umfaßt Projekte, konzertierte Aktionen und flankierende Maßnahmen.

Die Projekte werden im Rahmen von Verträgen auf der Basis von Kostenteilung durchgeführt, wobei die finanzielle Beteiligung der Gemeinschaft unter normalen Umständen 50% nicht überschreitet. Hochschulen und andere Forschungseinrichtungen können entweder für jedes Projekt eine Bezuschussung mit 50% des Gesamtaufwands beantragen, oder die 100%ige Finanzierung der zusätzlichen Grenzkosten. Verträge über Forschungsprojekte auf der Basis von Kostenteilung müssen unter normalen Umständen nach Abschluß des Auswahlverfahrens aufgrund einer im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften bekanntgemachten Aufforderung zur Unterbreitung von Vorschlägen erfolgen. Projekte müssen im allgemeinen von Teilnehmern durchgeführt werden, die in der Gemeinschaft ansässig sind.

Konzertierte Aktionen bestehen aus Maßnahmen der Gemeinschaft zur Koordinierung der individuellen Forschungsaktionen der einzelnen Mitgliedstaaten. Diese können in einer Höhe von bis zu 100% des Gesamtaufwands für die Koordinierung bezuschußt werden. Die flankierenden Maßnahmen bestehen aus:
Veranstaltung von Seminaren, Workshops und wissenschaftlichen Konferenzen;
- Interne Koordinierung durch Bildung integrierender Gruppen;
- Unabhängige wissenschaftliche und strategische Auswertung der Funktion der Projekte und Aktionen;
- Beiträge zu Studien und Untersuchungen.

Im zweiten Jahr der Durchführung erfolgt eine Prüfung der Aktion durch die Kommission mit Berichterstattung an den Rat, das Europäische Parlament und den Wirtschafts- und Sozialausschuß. Bei Programmende erfolgt eine Auswertung der erzielten Ergebnisse durch eine Gruppe von unabhängigen Experten, die den gleichen Gremien unterbreitet wird.
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