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Nachfolgeprogramm

HS-TIDE 1

Programmfinanzierung

EUR 18 million
Stimulierung der Schaffung eines Binnenmarktes für Sanitätstechnologie in Europa, um älteren und behinderten Menschen in die Lage zu versetzten, ein unabhängigeres Leben zu führen und sich stärker in die Gemeinschaft einzugliedern.

Kurzbeschreibung

TIDE ist eine Forschungs- und Entwicklungsinitiative für Technologie im Vorwettbewerbsstadium auf dem Gebiet der technischen Hilfsmittel für ältere und behinderte Menschen. Die betreffenden Technologien umfassen ein breites Spektrum, darunter Informations-, Kommunikations- und Steuerungstechnologien.

Anstoß und Vorbereitung für TIDE erfolgte durch die Dienste der Kommission in Absprache mit einem disziplinübergreifenden Gremium unabhängiger europäischer Sachverständiger, von denen viele aus dem COST-219-Vorhaben "Zukünftige Telekommunikations- und Teleinformatikeinrichtungen für Behinderte" stammen. Die im TIDE-Programm zusammenarbeitenden Experten kommen aus Industrieunternehmen unterschiedlichster Größe, aus der Hochschulforschung und den Behindertenforschungsinstituten sowie aus den Interessenverbänden behinderter und älterer Menschen.

Die Arbeiten im Rahmen von TIDE orientieren sich an fünf entscheidenden Grundsätzen:
- Marktorientierung:
Die Vorhaben sollten vor allem die sich durch die Verwirklichung des Binnenmarktes bietenden Chancen nutzen und kurzfristig zur Entwicklung von technologiegestützten Prototyp-Erzeugnissen und -Dienstleistungen mit günstigem Kommerzialisierungspotential führen;
- Technologieanpassung und Innovation:
Das Schwergewicht liegt auf Innovation sowie auf der Anpassung und fortgeschrittenen Anwendung neuer Technologie und deren Integrierung in die entsprechenden internationalen Normen;
-Disziplinübergreifender Ansatz:
Die Vorhaben nutzen die knappen wissenschaftlichen, technischen und kommerziellen Ressourcen in den Mitgliedstaaten und bewirken eine erhebliche Wertschöpfung aus paneuropäischer Zusammenarbeit unter angemessener Berücksichtigung des sozialen, wirtschaftlichen und regulatorischen Kontextes der technischen Arbeiten;
- Technologieverifizierung:
Die Sanitätstechnologie ist mit Hilfe tatsächlicher (potentieller) Nutzer in Feldversuchen oder durch den Einsatz von Szenarien zu evaluieren;
- Nutzerorientierter Ansatz:
An den Vorhaben sind Benutzer beteiligt; die Vorhaben sollten eine Aussage zu den Anforderungen der Endverbraucher enthalten und sich zu den erwarteten Vorteilen der technologischen Lösungen für die Endverbraucher äußern.

Es wird davon ausgegangen, daß sich alle Technologievorhaben an den horizontalen Aktivitäten der TIDE-Initiative beteiligen, darunter Konsens, Marktstudie, Kosten-Nutzen- und Wirksamkeitsanalyse sowie Normung.

Unterteilung

Vier technische Bereiche:

- Steuerungstechnologie:
Umfeldsteuersysteme, motorisierte Rollstühle, Roboterhilfen usw.;

- Kommunikationstechnologien:
. Terminals (Zugangsmöglichkeiten, private Kommunikationsmittel usw.);
. Signalverarbeitung (Alarmsysteme, verbesserte Hörgeräte usw.);

- Integrierte Systemtechnologien:
Konzepte zum intelligenten Haus, Orientierungssysteme usw.;

- Fertigungstechniken:
Anwendung von CAD/CAM bei der Herstellung von Orthesen und Prothesen usw.

Ausführung

Zuständig für die Durchführung des Programms ist die Kommission, die dabei von einem Sachverständigenausschuß unterstützt wird.

Die Vorhaben werden im Rahmen kostenteiliger Verträge ausgeführt, wobei der Finanzbeitrag der Gemeinschaft normalerweise 50% nicht übersteigt. Die Verträge müssen in der Regel im Anschluß an ein Auswahlverfahren geschlossen werden, das auf der Grundlage der im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlichten Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen durchgeführt wird. Der erste Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen, der am 21. März 1991 (ABl. C 76) veröffentlicht wurde, kann als Starttermin für das Programm betrachtet werden.

Für die Programmphase im Jahr 1991 wurde ein Haushalt von 8 Mio. ECU zur Durchführung von 21 Pilotvorhaben sowie zur Beurteilung der Durchführbarkeit und des Bedarfs eines weitergehenden Aktionsbündels bereitgestellt. Für die Fortsetzung des Programms im Jahre 1992 stehen Mittel in Höhe von 10 Mio. ECU zur Verfügung.
Datensatznummer: 275 / Zuletzt geändert am: 2000-06-05